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20.03.2010

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Rückschau: Tauziehen um den Tempelberg (SWR)

Wem gehört Jerusalems Heiligtum?

Film von Uri Schneider

Sendeanstalt und Sendedatum: Sendetermin Sonntag, 22. November 2009, 17.30 Uhr im Ersten

Der Tempelberg (Bild: SWR) lupe Bildunterschrift: Der Tempelberg – jüdisch oder muslimisch ]
Prunk- und prachtvoll ragte er einst über Jerusalem, der Tempel König Salomons, genau da, wo heute die Al-Aksa-Moschee steht. Das zumindest meinen die meisten Wissenschaftler.

Nicht so die islamische Welt, allen voran die palästinensischen Muslime. Geht es nach Mohammed Hussein, dem Mufti der Al-Aksa-Moschee, können Rabbiner, Historiker und Archäologen bis ans Ende aller Tage behaupten, die Moschee stände auf den Ruinen des jüdischen Tempels. Für ihn ist das alles zionistische Propaganda. Das Heiligtum der Juden, meint der Mufti, sei nie in Jerusalem gewesen.

Der israelische Archäologe Gabriel Barkai (Bild: SWR) lupe Bildunterschrift: Der israelische Archäologe Gabriel Barkai. ]
Den israelischen Archäologen Gabriel Barkai macht das wütend. Seit Jahren durchsiebt er Bauschutt, den die Muslime während Bauarbeiten auf dem Al-Aksa-Gelände auf eine Müllkippe geworfen haben. Besonders sauer ist er darüber, dass die muslimischen Hausherren keine Archäologen auf den Tempelberg lassen, aber selbst mit schweren Baumaschinen dort baggern.

"Ein barbarischer Akt!", ereifert er sich. "Jeder Mensch weiß, dass man an so einem Ort mit Zahnbürsten gräbt und nicht mit Bulldozern." Zehntausende Funde aus der Zeit des jüdischen Tempels habe Barkai aus dem Bauschutt der Muslime gefischt, erzählt er: von Münzen und Mosaiksteinen über Würfel bis hin zu einem Siegel des jüdischen Tempelverwalters.

Die Muslime im Al-Aksa-Viertel lässt das kalt. "Jeder Archäologe kann ein paar Münzen in den Sand schmeißen", meint Abu Fayez, Sufi, Philosoph und Händler für Heilkräuter. "Dann sagt er seinen Kumpels `Buddelt mal hier' und – Voilà! – plötzlich finden sie unter Al Aksa Münzen aus dem jüdischen Tempel."

Der Israeli Gershon Salomon (Bild: SWR) lupe Bildunterschrift: Der Israeli Gershon Salomon will den juedischen Tempel neu aufbauen. ]
Auch unter den Juden gibt es verbohrte Fanatiker. Gershon Salomon hat es sich in den Kopf gesetzt, den jüdischen Tempel neu aufzubauen. Wenn der erst steht, zitiert er den Propheten Jesaja, würde die Welt erlöst. Die beiden Grundsteine, je 50 Tonnen schwer, hat Salomon schon neben seinem Haus stehen.

Nach Mekka und Medina ist Al Aksa die drittheiligste Stätte des Islams. Hier soll Mohammed auf seiner Nachtreise von Mekka nach Jerusalem mit seinem geflügelten Pferd gelandet sein. Im Felsendom nebenan, dem Wahrzeichen Jerusalems, küssen und streicheln Pilger den Stein, auf dem der Legende nach Abraham beinah seinen Sohn Isaak geopfert hätte, und auf dem Allah sogar Adam, also die ganze Menschheit geschaffen haben soll.

Wem gehört Jerusalems Heiligtum? Den Muslimen oder den Juden? Wer in Jerusalem diese Frage stellt, setzt sich in ein wahres Wespennest. Der Filmemacher und SWR-Autor Uri Schneider hat es gewagt. Dabei heraus kam ein Film, der zeigt, dass sturer Glauben im Heiligen Land oft stärker ist als historische Tatsachen.

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 22.11.2009. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Externe Links

  • Der TempelbergInformationen über den Tempelberg in Jerusalem auf Wikipedia.de

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