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USA: Die Exiliraner und das Atomabkommen

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USA: Die Exiliraner und das Atomabkommen | Bild[1]: BR

Shirin Nariman ist nervös. Alles verzögert sich. Gemeinsam mit vielen freiwilligen Helfern organisiert sie ein Treffen von Exiliranern in Washington. Shirin saß zwei Jahre im Gefängnis, bevor sie 1986 in die USA kam. Seitdem kämpft sie für politischen Wandel im Iran.

"Hört uns!", fordert sie von der amerikanischen Politik nur wenige Tage vor Trumps Entscheidung für oder gegen das Atomabkommen: "Wir lehnen die Besänftigungspolitik ab. Wir hatten den Deal jetzt acht Jahre lang. Das einzige, was er gebracht hat, ist, das iranische Regime zu ermutigen. Das Land hat mehr Zeit und Geld darauf verwendet, seinen Einfluss in der Region zu vergrößern."

Unter den Mullahs im Gefängnis

Auch Parham Malihi saß unter den Mullahs jahrelang im Gefängnis. Auch er setzt darauf, dass Präsident Trump das Abkommen aufkündigt: "Wir müssen zusammenarbeiten: Die neue US-Politik kann eine große Hilfe sein, um die Mullahs zu stürzen.”

Donald J. Trump
Donald J. Trump | Bild: BR

Aber wird Trump sich wirklich aus dem Deal verabschieden? Vor seinen Anhängern hat er das gerade wieder nahe gelegt. Er weiß, wie er sich Beifall sichern kann: "Wir unterzeichnen diesen schrecklichen Deal, und die demonstrieren in den Straßen und sagen ‚Tod den Amerikanern!‘. Wer tut so was?"

Die Frage nach der Strategie

Experten bezweifeln, dass Trump eine politische Strategie hat. Patrick Clawson vom Washington Institute for Near East Policy sagt: "Er will vor allem zeigen, dass Obama einen schlechten Deal geschlossen hat. Das ist hier das überwältigende Motiv. Wenn Trump den Deal verlässt, was ist dann sein Ziel? Will er einen besseren Deal? Einen größeren, der mehr Themen umfasst? Will er die Regierung stürzen, einen Regimewandel? Was ist sein Ziel?"

Die iranische Exilgemeinde in den USA weiß, was sie will: Sie unterscheiden nicht zwischen Moderaten und Hardlinern. Sie wollen den Sturz des gesamten Regimes. Ihre Generation sei verraten worden. Den Jungen soll es besser gehen, so auch Parham Malihi: "Die neue Generation braucht Freiheit. Sie müssen frei entscheiden können, was sie denken, tragen und essen wollen für ein besseres Leben."

Und seine Kollegin Shirin Nariman fordert Demokratie: "Ich will, dass mein Volk dieselbe freie demokratische Atmosphäre genießt wie die USA und Europa. Der Nahe Osten, Syrien, Irak brauchen Frieden. Und der ist nur möglich, wenn ein Regimewandel im Iran möglich ist."

Die Versammlung bei der Hymne
Die Versammlung bei der Hymne | Bild: BR

Die Nationalhymne zu Beginn ist ein Muss. Auch nach Jahrzehnten in der Fremde – der Iran sei immer noch ihr Vaterland. Doch die Erfahrungen von Haft und Unterdrückung bleiben; sie sind ihr Antrieb.

Autorin: Claudia Buckenmaier, ARD Washington D.C.

Stand: 08.05.2018 13:57 Uhr

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