SENDETERMIN So, 01.12.13 | 17:00 Uhr

Elefanten müssen draußen bleiben

Elefanten müssen draußen bleiben | Video verfügbar bis 01.12.2018

Die Sprache der Elefanten

Elefanten in der afrikanischen Savanne
Wie sprechen Elefanten miteinander?

In Afrika ist die Wiener Wissenschaftlerin Angela Stöger der "geheimen Sprache" der Elefanten auf der Spur. 6.000 Lautäußerungen des afrikanischen Elefanten sind bekannt - gerade mal zwei Prozent gelten als entschlüsselt. Das typische Trompeten ist sicher der bekannteste, aber nicht wie man meinen könnte der häufigste Laut. Das sind vielmehr die Laute im tiefen Frequenzbereich, die für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar sind, sogenannte rumbles. 90 Prozent aller Elefantenlaute sind "rumbles".

Besserer Schutz

Stimmenforscherin Angela Stöger
Stimmenforscherin Angela Stöger

Durch jahrelange Schutzmaßnahmen ist die Zahl der Elefanten in den Savannen Südafrikas zwar gestiegen, doch zugleich schwindet durch dichtere Besiedelung ihr Lebensraum. Immer öfter dringen sie in Dörfer ein. Sie haben gelernt, ihr Futter auf den Feldern zu suchen. Viele Einheimische sehen sie als Bestien, und es kommt häufig zu Konflikten, die für die Tiere tödlich enden. Gelingt es, die Sprache der Elefanten besser zu verstehen, könnte das eines Tages auch dem Schutz der Tiere dienen, hofft Angela Stöger. Ihr Fernziel ist ein automatisches Warnsystem, das herannahende Tiere erkennt und durch entsprechende Laute wieder aus besiedelten Gebieten vertreiben kann.

Elefantensprache sichtbar machen

Akustische Kamera im Freilandversuch
Akustische Kamera im Freilandversuch

Sie will nun in der afrikanischen Savanne eine Technik einsetzen, die eigentlich für die Industrie entwickelt wurde: eine akustische Kamera. Diese übersetzt Töne in Bilder, macht sie also sichtbar und hilft zum Beispiel dabei, störende Geräusche bei einer Waschmaschine oder einem Automotor zu lokalisieren und zu beheben. Der Ingenieur Kevin Farr begleitet den Transport aus Deutschland und hilft der Wissenschaftlerin Angela Stöger die Kamera zu installieren. Die akustische Kamera soll erstmals bei einem derartigen Freilandversuch helfen, zu verstehen, ob die Laute der Elefanten mehr aus dem Maul oder aus dem Rüssel stammen.

Aus dem Maul, nicht aus dem Rüssel

Angela Stöger und Kevin Farr haben sich für ihren Versuch ein privates Wildgehege ausgesucht. Hier sind die Tiere in ihrem natürlichen Umfeld, aber trotzdem an Menschen gewöhnt. Tierpfleger steuern das Zusammentreffen der Elefanten und Angela Stöger beobachtet dabei, welche sozialen Handlungen mit welchen Lauten verbunden sind.

Die Situation: Eine Herde wird zunächst getrennt. Dann sollen zwei Elefantendamen, die beste Freundinnen sind, zusammengeführt werden. Tatsächlich kommt es zu einem intensiven Austausch der Tiere, die die akustische Kamera in Bilder übersetzt. Es wird deutlich sichtbar: Die Töne kommen tatsächlich aus dem Maul - und nicht aus dem Rüssel. So ist Angela Stöger mit Hilfe der akustischen Kamera dem Verständnis der Elefantensprache einen Schritt näher gerückt.

Autor: Uli Pförtner (WDR)

Stand: 01.12.2013 14:42 Uhr