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Gesüßte Lebensmittel

Eine Pizza vom Pizzabäcker mit einem Fragezeichen.

Muss in einer Pizza Zucker sein?

Bei Schokolade und Keksen ist der Fall klar: Das sind Süßigkeiten. In anderen Lebensmitteln erwartet man dagegen nicht unbedingt so viel Zucker. In Frühstücksflocken zum Beispiel. Sie werden als besonders wertvoll angepriesen und bestehen doch zu einem Drittel aus Zucker. Ebenso ist es bei vielen Joghurts und Milchdrinks. Die bunten Verpackungen versprechen schmackhafte und gesunde Produkte. Tatsache ist aber oft: Sie sind süß bis zum Abwinken. Zucker ist eben überall. Auch in der beliebten Fertigpizza sind im Normalfall zwei bis drei Würfel Zucker versteckt.

Dr. Susanne Langguth, Direktorin der Südzucker AG in Mannheim, ist der Meinung, dass zwei bis drei Würfel Zucker in einer Fertigpizza nicht viel sind. Echte Pizzabäcker verwenden hingegen überhaupt keinen Zucker, brauchen ihn weder für die Soße noch für den Teig. Nötig ist er also nicht, der Zucker in der Pizza. Und schon gar nicht mehrere Würfel davon. Tatsächlich wissen die Hersteller, dass sich süße Lebensmittel besser verkaufen. Egal, ob sie so süß sein müssten oder nicht.

Süß schmeckt einfach immer

Eine Testperson schaut bei einem Versuch das Bild eines Burgers an.

Was beeinflusst unser Geschmacksempfinden?

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam hat eine eigene Abteilung, die sich mit dem Geschmacksempfinden des Menschen beschäftigt. Hier weiß man, was Eltern immer schon geahnt haben. Der Hang zum Süßen ist angeboren und bleibt mehr oder weniger erhalten, so die Psychologin Dr. Kathrin Ohla. Egal, was vorgesetzt wird, ist es süß, so schmeckt es den meisten. Klingt simpel - doch im Detail ist es ein bisschen komplizierter: Denn bei Erwachsenen variiert der Punkt, ab dem süßer Geschmack wahrgenommen wird. Und nicht jeder mag Süße gleichermaßen. Das heißt, im Laufe des Lebens verändert sich das Geschmacksempfinden für Süße.

Strategisch gezuckert?!

Ein Kleinkind hält eine Packung Frühstücksflocken

Gezuckerte Frühstücksflocken: geeignet für Kinder?

Ein Schluss liegt nahe: Je vielfältiger ein Mensch geschmacklich geprägt wird, desto schwieriger kann man ihn später mit Fertiglebensmitteln zufriedenstellen. Das scheint auch den Lebensmittelherstellern bewusst zu sein. Vielleicht enthalten gerade Frühstücksflocken für Kinder deswegen besonders viel Zucker. Und das kann Folgen haben: Wer als Kind viel gesüßte Lebensmittel isst, wird als Erwachsener Süße als positiven Geschmack mögen und dieser Wusch ist eben leicht zu erfüllen. Einfach Zucker rein.

Kinder mögen Süß, brauchen es aber nicht

Ein Kleinkind lutscht an einem Schokolagen-Riegel

Unwiderstehlich: Schokolade

Kleine Kinder lieben Süßes. Denn Süßes erinnert an Muttermilch. Die ist auch süß. Süß heißt: besonders nahrhaft, besonders lecker, besonders gut! Her damit! Auch wenn Kinder ganz wild drauf sind: Sie brauchen weder übersüßte Frühstücksflocken noch Milchdrinks. Stattdessen ist es wichtig, dass sie möglichst vielfältige Geschmacksrichtungen erfahren - am besten mit so wenig Zucker wie möglich.

Autor: Hilmar Liebsch (SWR)

Stand: 20.06.2013 16:57 Uhr

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So, 27.01.13 | 17:00 Uhr
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