[W] wie Wissen: Sendetermine

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 8. April: Winzige Untermieter –  wie gefährlich sind Parasiten?                 

Sie leben auf uns – und in uns: Parasiten. Läuse, Zecken, Würmer oder Einzeller. Die Bettwanze zum Beispiel ist seit Jahrtausenden unser "treuer" Begleiter, der gerade ein Comeback erlebt. Etwa 50 Arten von Parasiten können den Menschen befallen, ein regelrechtes Gruselkabinett. Parasiten haben einen denkbar schlechten Ruf.

Seit Jahren wird diskutiert, wie gefährlich Toxoplasmose ist. Schwangere werden in Deutschland getestet, denn eine Neuinfektion der Mutter gefährdet das ungeborene Kind. Der Parasit wird von der Maus über die Katze auf den Mensch übertragen, schien aber bisher wenig bedrohlich. Neueste wissenschaftlicher Erkenntnisse zeigen, dass der sichelförmige Erreger in weiße Blutkörperchen eindringt und so den Weg ins Gehirn schafft – und dass das durchaus Folgen für die psychische Gesundheit haben kann.

Aber Parasiten können durchaus auch eine positive Wirkung haben. Der Blutegel zum Beispiel – er bezahlt sozusagen für seine Blutmahlzeit. In seinem Speichel gibt er einen komplexen Cocktail aus verschiedenen Substanzen weiter, und die können die Symptome von Rheuma und Arthrose lindern. Deshalb werden medizinische Blutegel auch inzwischen in der Therapie eingesetzt. 

Wir sind besiedelt von ganzen Bakterienkolonien. Und die haben einen Einfluss auf unsere Gesundheit.  Wie sehr zeigen Untersuchungen an Zwillingspaaren. Meist erkrankt nur ein Zwilling an Mulipler Sklerose – woran kann das liegen? Wenn die genetischen Faktoren nicht entscheidend sind, dann ist es vielleicht die Bakterienbesiedlung im Darm?

22. April: Geld her!

Geldscheine – zerrissen, zerschnitten, verklebt. Wenn Geld beschädigt wird, sind sie die letzte Hoffnung verzweifelter Bürger: Die Geldretter der Deutschen Bundesbank. Und sie haben schon erstaunliche Aufgaben gelöst: Ein Klumpen verklebte DM-Scheine, ein Bündel verschrumpelter 100-Euro Scheine aus der Mikrowelle und sogar 100.000 Euro in winzigen Papierschnipsel, all das konnten sie rekonstruieren.

Mit einem dicken Geldbeutel in der Hosentasche unterwegs – die Zeiten sind vorbei, Scheine und Münzen werden im Zeitalter von Plastikgeld zunehmend unwichtiger. Die Dänen überlegen sogar, das Bargeld abzuschaffen. Zumal das Herstellen und Bearbeiten der Barzahlung richtig Geld kostet – im Jahr circa 120 Euro pro Kopf. Sollten wir uns das nicht sparen? Was spricht für die Beibehaltung von Scheinen und Münzen?

Fest steht: Solange es Bargeld gibt, wird es Geldfälscher geben, die versuchen, den Mitmenschen Blüten unterzuschieben. 80.000 falsche Scheine haben deutsche Fahnder 2016 entdeckt. Liebling der Fälscher sind der 50-Euro-Schein und die 5-Euro-Münzen. Neue Sicherheitskonzepte sollen Imitate zukünftig erschweren.

29. April: Tief unten im Meer

8.500 Großschiffwracks liegen auf dem Grund der sieben Weltmeere. Sie sind das Vermächtnis von unzähligen Unglücken in den letzten 100 Jahren, vor allem durch Krieg. Allein drei Viertel, also 6.300, dieser Wracks sind in den sechs Jahren während des Zweiten Weltkriegs versenkt worden. Experten schätzen, dass sich in diesen Wracks noch 2,5 bis 25 Millionen Tonnen Öl befinden. Die Betonung liegt auf "noch", denn die fortschreitende Korrosion zersetzt die Stahlhüllen und macht sie brüchig. Es ist letztlich keine Frage ob, sondern wann die Wracks ihre gefährliche Ladung abgeben.  Was bedeutet das für unsere Umwelt?

Umweltfaktoren bestimmen unsere Zukunft. Ein kleines Forschungsschiff, die Vagabond, arbeitet sich durchs Treibeis des Nordpolarmeeres, unterwegs auf einer einzigartigen Forschungsmission: Taucher wollen den Meeresboden nach jahrhundertealten Korallenalgen absuchen. Aus ihren "Jahresringen" versuchen sie zu rekonstruieren, wie sich die Dicke des Meereises in den letzten 1.000 Jahren entwickelt hat. Das ermöglicht Einblicke in das natürliche Auf und Ab des Klimas, was für die Bewertung des derzeitigen Klimawandels von großer Bedeutung ist.

Kapitän Eric Brossier, seine Frau France und die beiden Töchter verbringen ihr Leben seit Jahren auf dem kleinen Boot. Während des neun Monate langen arktischen Winters hat die Familie das Schiff im Packeis einfrieren lassen und dort, fernab der Zivilisation, in Eiseskälte und Einsamkeit überwintert. [W] wie Wissen hat sich dort besucht.

In Eiseskälte gibt es Leben – und in großer Hitze, sogar an den sogenannten schwarzen Rauchern in der Tiefsee.  Meterlange Würmer, Schnecken, Krebsen und Muscheln leben in Symbiose mit Bakterien, die sie mit Energie versorgen. Nicole Dubilier, Leibniz-Preisträgerin vom Max-Planck-Institut Bremen, hat entdeckt, dass manche Muscheln noch eine ganz andere Energiequellen nutzen, nämlich Wasserstoff.  Und die "Supermuschel" kann noch viel mehr, nämlich Teer und Asphalt abbauen – eine erstaunliche Entdeckung.

13. Mai: Gib Gummi!

Sie sind in brenzligen Verkehrssituationen mit für unsere Sicherheit verantwortlich: Autoreifen. 670.000 Tonnen Kautschuk, natürliches und synthetisches, wurden in Deutschland 2015 verbraucht, und zwar vor allem für Autoreifen. Sie sind das Produkt Nummer 1 der Kautschukindustrie.

Bei der Reifenherstellung kommt nach wie vor Naturkautschuk zum Einsatz, vorwiegend aus Asien. Der weltweite Flächenverbrauch für den Kautschukanbau ist enorm, er ist innerhalb der letzten 15 Jahren um 60 Prozent gestiegen. Im Süden Thailands wurden die Gummibäume bisher nur in der Ebene gepflanzt, doch inzwischen ziehen sich die Plantagen auch die Berge hinauf. Die Biologin Franziska Harich untersucht, wie die Zunahme der Anbauflächen in Thailand die Umwelt schädigt. 

Reifen sind Hightech-Produkte aus verschiedenen Materialien.  Aber warum müssen wir regelmäßig Reifen wechseln?  Ein Teil der Rohstoffe landet beim Fahren als Abrieb auf dem Asphalt und als Feinstaub in die Umwelt. Kann eine sanfte Fahrweise tatsächlich den Verschleiß von Autoreifen verringern? W wie Wissen macht den Test.

Abrieb ist das geringste Problem der Flugzeugreifen. Sie müssen mehrere hundert Tonnen Gewicht aushalten. Ein Defekt kann hier fatale Folgen haben. Deshalb sind Flugzeugreifen mit Stickstoff gefüllte Spezialanfertigungen.

Und was geschieht mit Altreifen? Rund 40 Millionen fallen jedes Jahr bei uns an. Die meisten landen in der thermischen Verwertung, in anderen Worten:  sie werden verbrannt.  Gibt es da bessere Lösungen? [W] wie Wissen hat sich auf Spurensuche gemacht.