[W] wie Wissen: Sendetermine

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26. August: Besser Bauen – aber wie?

Das Kanzleramt ist nach 15 Jahren ein Sanierungsfall, die Münchner Pinakothek der Moderne hat 10 Jahre nach Eröffnung Mauerrisse – vom Chaos-Flughafen Berlin ganz zu schweigen – drei Beispiele von vielen: Hat das Land der Ingenieure das Bauen verlernt? Oder sind schlichtweg Kostendruck, Zeitmangel und Pfusch Schuld an der Misere? [W] wie Wissen hat sich umgesehen, wie man besser und nachhaltiger bauen, modernisieren und sanieren könnte. Ein Beispiel: Jedes Jahr fallen in Deutschland circa 50 Millionen Tonnen Bauschutt an. Recycling von Altbeton ist eine Möglichkeit, um Ressourcen zu sparen. Auch natürliche Dämmstoffe wie Hanf und Flachs schonen die Umwelt. Aber: Sind die ökologischen Alternativen genauso gut wie Kunststoffe? Auch Müll kann ein hervorragender Baustoff sein. Das beweisen die "Earthships" – energieautarke Häuser aus Erde, alten Flaschen und  Autoreifen. Der US-Amerikaner Burt Reynolds entwickelte das Konzept vor 40 Jahren für die amerikanische Wüste. Im schwäbsichen Kreßberg haben 150 Menschen jetzt zusammen Deutschlands erstes Erdschiff gebaut.    

2. September: Kuhglocken und Hightech-Seilbahnen – die Alpen im Wandel

Spektakuläre Felsmassive, dazwischen grüne Almen zum Durchwandern – das Klischeebild der Alpen. Doch die Gebirgslandschaft verändert sich. So werden die traditionellen Bergweiden immer seltener bewirtschaftet. Die Folge: Sie wachsen allmählich zu. Ohne Eingriffe des Menschen wären die meisten Hänge in weniger als 100 Jahren vollständig bewaldet. Wissenschaftler versuchen das zu verhindern und die Bewirtschaftung der Almen wieder zu beleben. Denn die bunt blühenden Almwiesen werden nicht nur von Touristen besonders geschätzt, sie sind auch ein wichtiger Lebensraum für viele Pflanzen und Insekten.

Zum Gipfelkreuz will es jeder schaffen! Damit Touristen es bequem und komfortabel erreichen können, bauen die Tourismusorte immer schnellere und schönere Seilbahnen. Wir sind mit der Kamera dabei auf der Zugspitze, der höchsten Baustelle Deutschlands, wenn die über 60 Jahre alte Seilbahn durch eine neue ersetzt wird.

Wir begleiten außerdem die freiwilligen Helfer des Lawinenwarndienstes. Sie überprüfen die Lawinenwarnmasten – eine abenteuerliche und teilweise gefährliche Arbeit, die aber für lebensrettende Informationen über die Schnee- und Wetterlage in den Bergen sorgt.

Schließlich begeben wir uns auf Spurensuche und tauchen tief ein in die Geschichte der Alpen: ein Blick in bislang unbekannte Ökosysteme des Urmeeres Tethys.

9. September: Schiff ahoi - unterwegs auf deutschen Wasserstraßen

7.000 Kilometer schiffbare Wasserstraßen – Flüsse und Kanäle – durchziehen Deutschland. Jedes Lastschiff spielt dabei eine wichtige Rolle, denn es ersetzt etwa 150 Lkw, die ansonsten unsere Autobahnen verstopfen würden. Die berühmteste Wasserstraße ist der Rhein. Am Loreleyfelsen führt der Sage nach der Gesang der Loreley die Schiffer ins Verderben. 2011 gab es hier einen tragischen Unfall. Das Tanklastschiff "Waldhof", beladen mit 2.000 Tonnen Schwefelsäure, kentert, der Kapitän kommt ums Leben. Jetzt soll ein Schiffsführungs-Simulator der Bundesanstalt für Wasserbau derartige Unfälle verhindern.  Schiffsführer können hier schwierige Situationen und die Navigation durch Engstellen üben.

In den Hamburger Hafer fahren täglich riesige Containerschiffe ein. Auf den ersten Blick scheint alles reibungslos zu funktionieren. Aber die Probleme sieht man nicht, denn sie sind unter der Wasseroberfläche. Die Gezeiten bringen große Mengen Schlick von der Nordsee mit, und der muss immer wieder ausgebaggert und entfernt werden. In nur einem Jahr werden über elf Millionen Kubikmeter Schlick aus dem Hafen gebaggert.  Doch wohin mit diesen riesigen Mengen Dreck?  [W] wie Wissen ist im Hamburger Hafen unterwegs. 

Was tun, wenn zwei Wasserstraßen sich kreuzen? Die Lösung:  eine Wasserbrücke. 15 Kilometer vor Hannover, bei Garbsen, führt eine sogenannte Trogbrücke den Mittellandkanal über die Leine. Was aber, wenn bei so einer mit Wasser gefüllten Brücke mal Reparaturarbeiten anfallen?  Dann müssen 150 Millionen Liter Wasser abgelassen werden. Das geht wie bei einer Badewanne: Stöpsel raus! 

Einst war sie die Kloake des Ruhrgebietes:  die Emscher.  Sie wurde, ebenso wir ihre Zuflüsse,  jahrzehntelang in Kanäle gezwängt und diente hauptsächlich der Abwasserentsorgung.  Seit 2009 bekommt Deutschlands dreckigster Fluss eine neue Chance:  Er soll zu einem natürlichen Flusssystem umgebaut werden – ein riesiges Bauprojekt, das noch nicht abgeschlossen ist, aber schon erste erstaunlich Erfolge zeigt: Seltene Tiere wie der Eisvogel kehren zurück. 

23. September: Ackerboden – belastet und bedroht?

Was ist das Besondere an einem Ackerboden? Es sind die Hohlräume. Ein gesunder, intakter Ackerboden besteht zur Hälfte daraus: also aus Rissen, Regenwurmgängen, Mäuse- und Insektenlöchern. Die Hohlräume sorgen dafür, dass der Boden gesund bleibt und Ackerpflanzen darauf gedeihen können, die Pflanzen und Tiere auf dem Acker sorgen dafür, dass die Hohlräume erhalten bleiben. Eigentlich ein perfektes System, das den kostbaren Ackerboden erhält und dafür sorgt, dass die Landwirte Nahrungsmittel erzeugen können. Doch die meisten Menschen gehen achtlos mit dem Ackerboden um. Der Boden auf unseren Äckern ist bedroht. Riesige Flächen werden für den Neubau von Häusern, Straßen und Gewerbegebieten verbraucht. Tag für Tag werden Ackerböden in der Größe von 100 Fußballfeldern versiegelt. Und auch den verbleibenden Böden wird stark zugesetzt – durch intensive Landwirtschaft und durch Schadstoffe, die den Boden vergiften. Wie können wir unseren Boden retten?

30. September: Entspannt wohnen – auch in der Stadt?

Hunderttausende Wohnungen fehlen in den Ballungsräumen – die Mieten explodieren, viele Menschen müssen ins Umland ausweichen. Der Verkehr wächst enorm, im Stau stehen ist für viele längst Alltag. Hilft es, neuen Wohnraum in der Stadt zu schaffen? Viele Stadtplaner setzen auf Verdichtung: Baulücken auffüllen, Dachgeschosse ausbauen, Stockwerke draufsatteln. Mehr als 1,5 Millionen zusätzliche Wohnungen könnten so deutschlandweit geschaffen werden, sagen Wissenschaftler. Auch winzige Häuser könnten gegen die Wohnungsnot helfen. Aber verschlechtern sich nicht die Lebensqualität und das Klima in der Stadt, wenn zu viele Menschen dicht an dicht wohnen und die letzten freien Grünflächen auch noch zugebaut werden? Es gibt aber auch Stadtplaner, die vor allem auf neue, künstlich angelegte Grünflächen mitten in der Stadt setzen. Auch grüne Häuserfassaden könnten helfen, die Städte wieder lebenswert zu machen – und trotzdem für viele Menschen Wohnraum zu schaffen. Wie sieht die Stadt aus, in der wir in Zukunft leben wollen?

7. Oktober: Schonende Landwirtschaft – bessere Lebensmittel!

Die Landwirtschaft gerät an ihre Grenzen. Tiere leiden unter der Massentierhaltung, und auch für die Umwelt ist die konventionelle Art der Lebensmittelherstellung problematisch. Die Ernten sind häufig von chemischen Pflanzenschutzmitteln abhängig, aber Resistenzen von Insekten und Pflanzen nehmen dramatisch zu. An manchen Stellen führt das bereits zu Eintragseinbußen von 50 Prozent und mehr.

Alternativen gibt es längst, etwa die Bio-Landwirtschaft. Das Problem daran: Die Erträge der Biobauern sind meist geringer als die der konventionellen Landwirte. Und das Vertrauen der Verbraucher ist durch Lebensmittelskandale geschwächt. Könnte eine besonders ehrgeizige Variante, die sogenannte Permakultur, die ohne fossile Energie, Dünger oder Pestizide auskommt, ein Ausweg sein? Oder sind Lebensmittel aus der Region die Lösung? Einige Landwirte bieten sie bereits an und auch in Supermärkten findet man immer häufiger. Aber bekommt man so alle Menschen satt? Und bieten Kennzeichnungen wie etwa ein "Tierwohllabel" ein Ausweg aus dem Dilemma?

14. Oktober: Der Hund – bester Freund und echter Helfer

Kein Tier ist dem Menschen so nah, kann seine Gesten und Gesichtsausdrücke so gut verstehen wie der Hund. Der beste Freund des Menschen ist seit Jahrtausenden perfekt an den Menschen angepasst. Sein ganzes Verhalten ist darauf ausgerichtet, dem Menschen zu gefallen und Aufgaben für ihn zu übernehmen. Es gibt kein Tier mit so vielen Rassen: 350 verschiedene Hunderassen gibt es. Doch während früher jede Rasse eine Funktion hatte – etwa als Jagdhund, Hütehund oder Wachhund – sind die meisten Hunde heute meist ohne Aufgabe. Gezüchtet werden sie nach Äußerlichkeiten, und das führt teils zu bizarren Formen: Der niedliche Mops etwa kann oft kaum schnaufen, Erbkrankheiten setzen den Tieren besonders heftig zu.

Auf den ersten Blick weniger schlimm, aber auch ein großes Problem: die Einsamkeit.  Denn viele Hunde berufstätiger Herrchen verbringen viele Stunden am Tag allein im Haus oder in der Wohnung. Viele Hunde leiden an heftiger Trennungsangst, oft unbemerkt von ihren Besitzern erleben sie tagsüber ein Martyrium.

Hunden mit richtigen Aufgaben geht es da viel besser: Lawinenhunde etwa müssen Vermisste und Verschüttete im Gebirge suchen – tags und nachts. Sie müssen lernen, im Hubschrauber mitzufliegen und allein abgesetzt zu werden. Dafür trainieren sie mit ihren Hundeführern unermüdlich – und es geht ihnen dabei richtig gut. Andere Hunde werden speziell dafür ausgebildet, unter Schutz stehende, seltene Wildtiere aufzuspüren – im Dienste der Wissenschaft.

21. Oktober: Pilzalarm!

Pilzsammler haben es immer schwerer. Seit mehreren Jahren wird ein dramatischer Rückgang der Pilzbestände beobachtet. In vielen Ländern wird über Mengenbegrenzungen und Sammelverbote nachgedacht. Dabei sind die Sammler gar nicht das Problem, sondern falsch betriebene Forst- und Landwirtschaft. Zu wenig verschiedene Baumarten in den Wäldern, zu wenige abgestorbene tote Bäume, zu hohe Stickstoffkonzentration in der Luft – all das lässt die Pilze schwinden. Doch ohne Pilze – so fürchten Wissenschaftler – schwindet die Artenvielfalt dramatisch. Ohne Pilze gibt es keinen gesunden Wald. [W] wie Wissen geht der Frage nach, wie ist es um den Pilzbestand in unseren Wäldern bestellt ist. Woher kommt der Rückgang und was könnte getan werden, um die Bestände zu erhöhen?