[W] wie Wissen: Sendetermine

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Samstag ist [W] wie Wissen-Tag | Bild: imago stock&people

28. April: Überlastete Straßen, verdreckte Luft – wir ersticken am Verkehr!

Dauerstaus, belastete Luft, Lkw-Schlangen auf der Autobahn – wie soll das weitergehen mit dem Verkehr in Deutschland? Mit den drohenden Diesel-Fahrverbote in den Innenstädten kommt Bewegung in die Diskussion. [W] wie Wissen geht auf die Suche nach Lösungen: Der öffentliche Nahverkehr ist ein entscheidender Faktor. Deutschlandweit unterscheidet der sich nach Preis und Angebot gewaltig. Leider ist er viel zu oft zu schlecht und zu teuer. Kostenfrei in Bus und Bahn, das ist ein Vorschlag, um die Innenstädte zu entlasten.  Was würde das bedeuten? [W] wie Wissen schaut nach Wuppertal und Karlsruhe.

Wie kann die Stickoxidbelastung in der Luft reduziert werden? Bei Lkw konnte mit der Einspritzung des Zusatzstoffes AdBlue Abhilfe geschaffen werden. Allerdings: Laut des Berufsverbandes Camion Pro manipulieren besonders Spediteure aus Osteuropa ihre LkW so, dass die Zusatzgeräte zur Abgasreduktion abgeschaltet werden. Damit können sie Geld sparen. Nach einer Studie des Instituts für Umweltphysik an der Uni Heidelberg beträgt der illegale Stickoxidausstoß dieser Lkw allein in Deutschland zwischen 20.000 und 40.000 Tonnen pro Jahr – ein Skandal. Die Forderung:  Es muss engmaschig kontrolliert werden.

Was kann die Bahn leisten, um mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen? Seit Jahren ist eher die gegenteilige Tendenz zu verzeichnen: Viele regionale Strecken im Schienennetz werden stillgelegt. Die Bahn muss wieder eine wichtigere Rolle übernehmen, um die Straßen zu entlasten.

Was ist eigentlich aus dem Brennstoffzellen-Auto geworden? Lange galten sie als stolze Traum der Autoindustrie, als Lösung aller Probleme. So schnell vollgetankt wie ein Benziner oder Dieselfahrzeug, und hinten kommt statt stinkiger Abgase sauberes Wasser raus. Die fehlenden Tankstellen für Wasserstoffautos waren mit ein Grund für die zögerliche Entwicklung. Zwar sind inzwischen Brennstoffzellenautos auf dem Markt – aber es ist zu spät. Eine andere Technologie hat sich zum Star gemausert, Autos mit Batterie haben das Brennstoffzellen-Vehikel aus dem Rampenlicht verdrängt. Denn E-Autos sind leistungsstark, günstiger und können Energie in Form von Strom effizienter speichern als die Brennstoffzelle.

12. Mai: Wie gelingt die Energiewende?

Wir stehen mit der Energiewende vor gigantischen Herausforderungen.  Wenn sie gelingen soll, wird unsere Welt anders aussehen. Auf nahezu allen Dächern müssen Solaranlagen montiert werden; auf 5.000 Quadratkilometern Fläche brauchen wir Solarparks, auf weiteren 7.000 Windparks –das entspricht ungefähr dem halben Bundesland Hessen, natürlich verteilt auf die ganze Republik. Im Vergleich zum Jahr 2018 muss sich die Windraddichte verdoppeln. 

Aber es gibt inzwischen zunehmend Widerstand gegen die "Verspargelung" der Landschaft mit Windrädern. Denn es geht auch um Naturschutz: Windräder können für Vögel zur tödlichen Falle werden. Es wird geschätzt, dass jetzt schon 12.000 Mäusebussarde jährlich und etwa 1.500 Rotmilane mit Windrädern kollidieren und sterben. Auch Seeadler, Störche und andere Vögel sind betroffen. Wissenschaftler und Naturschützer suchen nach Lösungen, um die Tiere zu schützen.

Bislang profitierten die Mieter finanziell nicht von der Energiewende. Dabei zahlen sie den Ausbau der erneuerbaren Energien jeden Monat mit der EEG-Umlage mit, aber vor allem Hausbesitzer profitierten von der Öko-Umlage, wenn sie ihre Dächer mit Solarpaneelen ausstatteten. Ein neues Mieterstromgesetz soll das ändern: Die Besitzer bekommen eine Vergütung bis zu 3,8 Cent je Kilowattstunde, den erzeugten Strom verkaufen sie dann an die Mieter. Und die sollten dann einen Preis zahlen, der um mindestens zehn Prozent unter dem Tarif des örtlichen Grundversorgers liegen. Funktioniert dieses Konzept?

Eine wichtige Säule für die Energiewende: eine kostengünstige und umweltfreundliche Energiespeichertechnologie. Der Korbacher Physiker und Erfinder Bernd Geisler hat ein Verfahren entwickelt, mit dem überschüssiger Strom gespeichert werden kann. Eine Technologie mit riesigem Potential – ein Druckluftspeicher. Der könnte die Energiewende entscheidend voranbringen. Denn seine Erfindung löst ein Grundproblem vor allem von Wind- und Photovoltaik-Kraftwerken: die bedarfsgerechte Stromerzeugung. [W] wie Wissen portraitiert den Physiker mit seinem unermüdlichen Kampf für diese Speichertechnologie.

26. Mai: Was Tiere bewegt

Leben ist Bewegung. Am Institut für spezielle Zoologie der Uni Jena gibt es ein weltweit einzigartiges Gerät.  Eine Röntgenkamera, die Lebewesen in Bewegung durchleuchten kann. Vor der Kamera stehen durchweg Tiere.  Das Ergebnis: Ein ganzes Archiv von Filmen mit laufenden Skeletten. Damit gehen die Forscher der Frage nach der Evolution des Bewegungssystems nach. Das Ziel der Forscher ist es, biologische Lösungsprinzipien auf die Technik zu übertragen. Zum Beispiel, um Roboter endlich den sicheren aufrechten Gang beizubringen. 

Oder sie zum Fliegen zu bringen, etwa um sie zum Vergrämen und Plagegeistern wie manchen Vögeln einsetzen zu können. Denn Vögel können gefährlich werden: Zum Beispiel auf Flughäfen, wo sie in die Turbinen von startenden oder landenden Flugzeugen geraten, was im Extremfall zu Notlandungen oder gar Abstürzen führen kann. Wie also die Tiere auf Abstand halten? Bewährt hat sich der Einsatz von Raubvögeln. Der Anblick eines Falken reicht, um eine komplette Krähenkolonie in Aufruhr zu versetzen und zu vertreiben. Kaum ein Flughafen kommt ohne Falkner aus. Doch muss das wirklich ein echter Falken sein,  fragten sich die drei Erfinder des RoBird. Ihr Ziel: eine ferngesteuerte, flugfähige Attrappe, die die unerwünschten Vögel ebenso zuverlässig vertreibt wie ein echter Falke. Funktioniert das? Kann der Roboterfalke den Flug des echten Raubvogels täuschend echt imitieren?

Bewegungsanalyse kann auch vor größeren Plagegeistern schützen. In Mecklenburg-Vorpommern machen sich Wildschweine zunehmend unbeliebt. Sie untergraben den Hochwasserschutz, weil sie vielerorts die Flussdeiche beschädigen. Um den Schutz der Deiche und die Jagd auf die Tiere effektiver zu machen, muss man wissen, wo genau die Wildschweine sich bevorzugt aufhalten. Das Team um Dr. Hinrich Zoller von der Uni Rostock besendert die Tiere, um Bewegungsprofile der Schweine erstellen und sie von sensiblen Gebieten fernhalten zu könne.

Es sind magische Bilder, wenn sich im Herbst die Zugvögel versammeln und in riesigen Schwärmen ihre Flugkünste zeigen.  Oder wenn sich Tausende von Fischen durch das Meer bewegen wie ein einziger gigantischer Organismus. Iain Couzin, Leiter des Zentrums für Schwarmforschung an der Universität Konstanz, untersucht das Schwarmverhalten – wie schaffen es die Tiere, nicht zusammenzustoßen?  "Der Schwarm ist die Intelligenz der vielen", nennt es Couzin.

2. Juni: Volkskrankheit Arthrose – wenn die Gelenke streiken

Jede Bewegung tut weh, ob die Knie beim Treppensteigen, die Hüften beim Aufstehen oder die Finger beim Schreiben: Schätzungen zufolge sind in Deutschland gut fünf Millionen Menschen an Arthrose erkrankt. Je älter wir werden, desto stärker sind unsere Gelenke betroffen.

Arthrose ist aber nicht nur eine reine Alterserscheinung. Exzessiver Sport in jungen Jahren kann die Entwicklung der Krankheit im späteren Leben begünstigen. Starke Stoßbewegungen und Verletzungen tragen dazu bei. Ein Fachmediziner begibt sich mit einem betroffenen Sportler auf Spurensuche, was da in den Gelenken passiert.

Forscher sind lange davon ausgegangen, dass sich die Gelenke einfach abnutzen. Neue Erkenntnisse aber zeigen, dass es weniger um den Verschleiß im Sinne von Abnutzung geht, sondern viel mehr um den Abbau von Knorpel: Knorpelzellen hören auf, sich zu teilen und sterben ab. Professor Pap von der Uniklinik Münster betreibt Grundlagenforschung. Er jagt diese geheimnisvollen Knorpelzellen, um sie zu besser verstehen und sie wieder zum Wachsen zu bringen.

Doch was tun, wenn die Arthrose nicht mehr aufzuhalten ist?  Übergewicht und Bewegungsmangel verstärken die Beschwerden. Auch wenn es noch so widersprüchlich erscheint: Die richtige Bewegung ist das A und O und kann Schmerzen lindern. Ein Physiotherapeut und eine Arthrose-Patientin zeigen, was ein sinnvoller Weg sein kann.

Wenn gar nichts mehr geht, hadern viele Betroffene damit, sich ein künstliches Gelenk einsetzen zu lassen. Es ist einer der häufigsten OP-Eingriffe in Deutschland. Nach jahrelangen Schmerzen und eingeschränkter Mobilität scheint das aber eine sinnvolle Lösung zu sein. Leider verläuft der Eingriff aber nicht immer komplikationslos. So wie bei Wilhelm Krimm. Er ließ sich ein künstliches Kniegelenk einsetzen. Doch dies war erst der Beginn einer langwierigen Behandlung, die schließlich bei einem kompetenten Arzt doch noch ein gutes Ende nahm.