[W] wie Wissen: Sendetermine

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Samstag ist [W] wie Wissen-Tag

28. Oktober: Stau! Was tun gegen den Verkehrsinfarkt?

Ein dringender Termin, ein wartendes Kind – und dann ein Stau! Da schießt der Stresslevel in die Höhe. Für manche Pendler ist das Alltag -  besonders ab 45 Minuten pro Strecke ist das Pendeln eine erhebliche gesundheitliche Belastung. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen – das sind nur einige Stressindikatoren. Wie steuert man hier am besten gegen?

Wir stehen vor einer tiefgreifenden Verkehrswende, die einen geschickten Umbau der städtischen Verkehrsinfrastruktur erfordert. Mehr öffentlicher Nahverkehr, mit Platz für Fahrräder, mehr E-Mobilität – [W] wie Wissen beleuchtet, wie ein Verkehrsinfarkt am besten verhindert und Schadstoffausstoß in den Städten reduziert werden kann.

Eine Möglichkeit, vielleicht nicht für jedermann: schwimmen! Der Münchener Benjamin David steigt in die Isar und schwimmt zu seinem Arbeitsplatz – so umgeht er den morgendlichen Stress. Und: Der tagtägliche Kampf um einen Parkplatz fällt weg!  Aber inzwischen gibt es hier Abhilfe. Streifen am Boden mit Sensoren melden leere Plätze, und über eine Sharing-App kann man sich vielleicht einen Parkplatz mit jemandem teilen.

Eine radikale Lösung bietet die Millionenstadt La Paz in Bolivien. Weg von der Straße, rauf in die Luft!  Mit dem weltweit größten städtischen Seilbahnnetz gelingt die abgas- und stressfreie Alternative zum Verkehrsinfarkt.  Ein Vorbild auch für Deutschland?

4. November: Notruf! – Mit Rettern unterwegs

Eine Mure hat 50 Touristen verschüttet. Die Bergwacht, Feuerwehr, THW, Polizei, Hundestaffel und  Notärzte kämpfen um ihr Leben. Zum Glück ist es nur eine Übung.  [W] wie Wissen ist exklusiv dabei, wenn am Königssee, einem der beliebtesten Touristenziele in den bayerischen Bergen, eine großangelegte Katastrophenübung stattfindet. So einem "Massenanfall von Verletzten" kann es in den Naturkatastrophen, bei Zugunglücken oder auch bei einem Terroranschlag geben.

Ein Unfall, ein Feuer, ein Herzinfarkt –12 Minuten nach dem Eingang des Notrufs sollten die ersten Retter vor Ort sein.  Mit jeder Minute, die ohne Hilfe verstreicht, schwindet für das Opfer die Chancen. Gerade auf dem Land wird es aber für die Retter immer schwieriger, rechtzeitig da zu sein. Weil  immer mehr Krankenhäuser und Notaufnahmen geschlossen werden, werden die Wege immer länger. Hilft es, die Retter besser auszubilden und kann der Einsatz neuer Techniken die Rettungsmaßnahmen beschleunigen?

Auch wenn es brennt, zählt jede Minute: Durchschnittlich 13 Minuten überlebt ein Mensch im Rauch bei einem Wohnungsbrand, nach 17 Minuten ist es oft schon zu spät. Wie verhält man sich, wenn es in der eigenen Wohnung brennt, wie hilft man den Rettern? W wie Wissen ist bei einer Feuerwehrübung dabei und fragt auch: Wie geht es den Rettern, die mit dem Zeitdruck und der psychischen Belastung zurechtkommen müssen?

11. November: Hemmungslos shoppen – wie wir manipuliert werden

Schuhe, Klamotten, Elektronik– wir kaufen gerne und viel und sicherlich nicht immer nur das Notwendige. Stress, Frust, Langeweile, Lust – oft ist uns gar nicht bewusst, was unser Kaufverhalten bestimmt. Und wenn ein Ausverkauf mit Rabatten angekündigt ist, packt uns manchmal die nackte Gier. Das nutzen Geschäfte aus und versuchen mit geschickter Gestaltung, Beduftung oder Beschallung unsere kritischen Überlegungen auszuschalten und uns zum Kaufen zu bewegen. Wie werden wir zu hemmungslosen Konsumenten gemacht?  [W] wie Wissen guckt hinter die Kulissen.

Teenager haben eine enorme Kaufkraft und kaufen immer mehr, immer öfter und immer billiger. Und sie präsentieren ihre Beute in Videos im Internet. Manche haben das zum Beruf gemacht - als sogenannte Influencer animieren sie Gleichaltrige zum Kauf.

Sparen ist out, kaufen ist in: 2016 gab es im Einzelhandel fast 90 Milliarden Euro Umsatz. Jetzt steht Weihnachten vor der Tür – die heiße Phase. [W] wie Wissen fragt, was in unseren Köpfen vorgeht, wenn wir wieder mit vollen Einkaufstüten aus der Stadt nach Hause kommen oder sich die Pakete vom Versandhändler im Wohnzimmer türmen.

18. November: Wenn Mensch und Tier sich in die Quere kommen

Wolf und Biber waren fast ausgerottet, inzwischen gehören sie wieder zur Fauna Deutschlands. Die anfänglichen Begeisterung über die Rückkehrer ist abgeebbt. Denn mit der Wiederansiedlung kamen auch die alten Probleme zurück: Wölfe, die Weidetiere reißen oder Biber, die Fischteiche zerstören.

Aber es gibt auch andere Neuankömmlinge: Nandus, exotische  große Laufvögel im ehemaligen deutsch-deutschen Grenzgebiet. Viele Land- und Forstwirte empfinden die wilden "Mitbewohner" als Schädlinge oder gar als Bedrohung. Doch wird dieses Urteil den Wildtieren gerecht?

Beispiel Biber: Einst ausgerottet, hat sich dieses große Nagetier seit seiner Wiederansiedlung kräftig vermehrt – mit sichtbaren Folgen für Wald und Flur. Durch seine Lebensweise hat der Biber Bäche und Flusslandschaften dramatisch umgestaltet. Forstwirte stöhnen über angenagte und umgestürzte Bäume, Bauern beklagen Überschwemmungen ihrer Felder. Doch die Rückkehr des Bibers bewirkt auch Positives: So entstehen durch die aufgestauten Wassermassen beeindruckende Auenlandschaften, die zahlreichen Arten neuen Lebensraum bieten. Sogar Hochwasser hilft der Baumeister zu verhindern, vermuten Wissenschaftler. Mit Biberberatern versuchen Naturschutzbehörden zwischen den Interessen von Mensch und Natur zu vermitteln.

2. Dezember: Revolution im Labor

Ein neues gentechnisches Werkzeug, CrisprCas9, erobert die Labore. Ein Stück Bakterien-DNA, genannt Crispr, kombiniert mit dem Protein Cas9 wird zur Genschere und damit zum präzisen Werkzeug, um Gene zu verändern. Ein Segen – und ein Fluch. Manche Forscher befürchten, dass damit Tiere, Pflanzen und auch der Mensch selbst dauerhaft verändern werden können.

Mit Crispr wollen große Saatgutkonzern neue Lösungen für die Probleme der Landwirtschaft entwickeln, etwa Pflanzen, die besser mit Trockenheit und Hitze umgehen können. Es können auch gesündere und widerstandsfähigere Pflanzen gezüchtet werden, zum Beispiel Sojabohnen mit einer optimierten Fettsäurezusammensetzung, oder Mais, der gegen Krankheiten und Schädlinge resistent sind. Ein Ziel: weniger Pestizide auf dem Acker.  Ließe sich das vielleicht sogar mit den Anforderungen der Biolandwirtschaft verbinden?

Ben Dupree leidet an der tödlichen Muskelerkrankung Duchenne Muskeldystrophie. Ein Gendefekt sorgt dafür, dass seine Muskeln das Eiweiß Dystrophin nicht mehr produzieren. Die Folge: Sein Körper baut die Muskeln langsam ab. Der amerikanische Wissenschaftler Eric Olson und sein Team wollen Crispr nutzen, um diesen Gendefekt zu korrigieren. In der Petrischale konnten die Forscher schon zeigen, dass das Verfahren funktioniert.

Wo liegen die Grenzen der neuen Technik? Wie werden zukünftige Eltern reagieren, wenn ihnen die Ärzte in der Fortpflanzungsklinik neue Angebote machen: Soll Ihr Kind etwas sportlicher sein als der Durchschnitt? Und wie sieht es mit der Intelligenz aus? Soweit darf es nicht kommen.  Denn wenn Embryonen manipuliert werden, geben sie diese Veränderungen auch an Kinder und Kindeskinder weiter. Das Band zwischen den Generationen wird verändert. Wissenschaftler und Ethiker diskutieren, wie das mächtigen Werkzeug CrisprCas9 kontrolliert werden kann.