[W] wie Wissen: Sendetermine

Ein Datum eines Kalenderblatts
Samstag ist [W] wie Wissen-Tag

16. Dezember: Die liebe Familie!

Familien sind bunter geworden. Unverheiratete Paare, Patchwork-Familien, Homopaare, Alleinerziehende – alles möglich, alles akzeptiert.  Der gesellschaftliche Wandel hat auch einen Wandel der Familie mit sich gebracht. Aber wie geht es den Kindern?

Kindern von Homopaaren geht es laut Studien so gut wie Kinder aus traditionellen Familien. Die Homosexualität der Eltern spielt also keine Rolle – allerdings sind diese Kinder oft Adoptions- oder Pflegekinder, die eine schwierige Geschichte haben.  Aber das machen viele homosexuelle Eltern durch mehr Fürsorge wieder wett. Ausschlaggebend ist nicht die Familienkonstellation, sondern die Qualität der Beziehungen innerhalb der Familie.

Allerdings – auch Geld spielt eine Rolle: Der Wunsch sich zu binden und Kinder großzuziehen steigt, wenn die wirtschaftliche Situation abgesichert ist. Das klingt banal, ist aber in der Familienpolitik ein wesentlicher Faktor. Wie kann die Politik die Familie unterstützen?

Wichtig:  bezahlbarer Wohnraum, und Wohnungen, die neue Formen des Zusammenlebens möglich macht. Spreefeld Berlin ist ein genossenschaftliches Wohnprojekt mit sogenannten Clusterwohnungen. 125 Menschen leben in dieser Kreuzung zwischen WG und Kleinwohnung. Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer, die Küche gehört allen. Ein- bis zweimal pro Woche finden große gemeinsame Abendessen statt.  Ein Art Familienersatz für viele Bewohner, ob alt oder jung – denn hier wohnen wieder alle Generationen zusammen.

13. Januar: Karibik – bedrohtes Paradies

Ein Paradies in Trümmern: Der Jahrhundertsturm Hurrikan Irma raste Anfang September mit Windgeschwindigkeiten von 300 Kilometern pro Stunde durch die Karibik, die Insel Barbuda wurde mit am stärksten verwüstet. [W] wie Wissen reist in die Karibik und zeigt, wie es auf Barbuda jetzt aussieht. Die Menschen stehen in einer Trümmerwüste, auch die Lagune und die Mangrovenwälder haben gelitten. Das ist das Brutgebiet der Fregattvögel.  Der Hurrikan hat ihre Balz gestört, ein Naturspektakel, bei dem die Männchen ihre knallroten Kehlsäcke aufblasen, um so die Weibchen anzulocken. Aber Fregattvögel sind exzellente Flieger. Sie haben sich vor dem Sturm in Sicherheit gebracht und sind längst nach Barbuda zurückgekehrt – ein hoffnungsvolles Zeichen.

Und das braucht die Karibik. Denn die Tierwelt ist nicht nur durch Stürme bedroht.  Ein Einwanderer aus dem Pazifik macht der Unterwasserwelt zu schaffen: Der Rotfeuerfisch, hat sich in den karibischen Korallenriffen extrem vermehrt, denn hier er hat keine natürlichen Feinde. Ein ausgewachsener Rotfeuerfisch frisst bis zu 50 Kleinfische am Tag und damit die Riffe leer. Biologen haben den Kampf gegen ihn aufgenommen. Ihre einzige Chance: den Fisch harpunieren.  Das bringen sie auch Tauchtouristen bei. Und sie versuchen, die heimischen Räuber wie Haie oder Zackenbarsche auf den Geschmack der stacheligen Tiere zu bringen.

In die Karibik dringen auch andere Bedrohungen vor,  so auch ein aggressiver Pilz, der die Haut von Amphibien angreift und meist tödliche Folgen hat. Auf der Insel Dominica lebt ein riesiger Frosch, den die Einwohner "mountain chicken", Berghuhn, nennen, denn er wurde einst gerne gegessen. Inzwischen ist er fast ausgestorben und wird von Biologen erforscht und streng geschützt. Ob er allerdings dem Pilz widerstehen kann, ist fraglich.

Auf der Insel Guadeloupe lebt der Insektenmann. Dominique Gitton hat sich ganz der fantastischen Insektenwelt verschrieben. Er züchtet endemische Stabheuschrecken, die in den Tälern der Insel sehr unterschiedliche Entwicklungen durchgemacht haben, und setzt sie dann wieder in der Natur aus.  Und er versucht, den spektakulären, riesigen Nashornkäfer wieder auf der Insel anzusiedeln.

3. Februar: Die Macht der Gewohnheit

Ungesundes Essen, Aufzug statt Treppe, ins Auto statt auf das Fahrrad zu steigen – warum fällt es uns so schwer, uns von kleinen und großen schlechten Gewohnheiten zu lösen?

[W] wie Wissen begleitet Menschen, die sich ihren schlechten Gewohnheiten stellen und sie besiegen wollen. Das ist gar nicht so einfach. Denn unser Gehirn liebt Gewohnheiten. Mit jeder wiederholten Handlung werden die neuronalen Verbindungen im Gehirn stärker verknüpft, sodass uns die Handgriffe von Mal zu Mal leichter fallen. Unsere Gewohnheiten werden so tief gespeichert, dass es uns mit reiner Willenskraft kaum gelingt, sie dauerhaft loszuwerden. Der Psychologe Wilhelm Hoffmann erforscht an der Uni Köln die Willensstärke und Willens­schwäche und gibt Tipps, wie wir problematisches Verhalten regulieren können.

Dabei können uns auch kleine technische Geräte unterstützen: Der Forscher und Designer Matthias Laschke entwickelt an der Uni Siegen zum Beispiel ein interaktives Schlüsselbrett. Greift man sich den Autoschlüssel, so fällt einem automatisch der Fahrradschlüssel vor die Füße und macht damit auf die gesündere Alternative aufmerksam. Die Willenskraft verhält sich nämlich wie ein Muskel, sie kann trainiert und gestärkt werden. Matthias Laschke bezeichnet seine Erfindungen deshalb auch als Trainingsgeräte gegen ungeliebte Alltagsroutinen.

12. Februar: Alt gegen Neu – wer gewinnt?

Sind Sportler heute wirklich schneller, fitter und besser als vor 70 Jahren – oder macht die neueste Technik den Unterschied, gerade im Wintersport? Bobpilot Max Arndt ist einer der erfolgreichsten deutschen Bobpiloten – zweimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze bei Weltmeisterschaften hat er gewonnen. Jetzt wartet ein Wettkampf auf ihn, wie er ihn noch nie gefahren ist. Er wird virtuell gegen die Bob-Olympiasieger von 1948 antreten – mit einem originalgetreu restaurierten Bob der damaligen Zeit und mit Retro-Ausrüstung. Wie wird er sich auf der Bob-Bahn von St. Moritz schlagen?

Die Menschen bauen und bauen – doch nur selten stehen moderne Gebäude länger als ein paar Jahrzehnte, dann fangen sie an marode zu werden. Dabei gab es schon vor 2.000 Jahren ein Material, das extrem haltbar und widerstandsfähig war: "Opus caementicium". Der römische Beton hält noch heute das Kolosseum, die Porta Nigra und zahlreiche andere Bauwerke zusammen, die die Römer hinterlassen haben. Doch das ist noch nicht alles: Ein internationales Forscherteam ist dem chemischen Geheimnis des römischen Betons auf die Spur gekommen. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass er nicht nur stabiler ist, sondern auch wesentlich umweltschonender hergestellt wurde als die heute übliche Betonvariante.

Früher saß man unter der Glühbirne und schaute in den Röhrenfernseher. Heute gibt es überall nur noch LEDs. Aber LED-Leuchten stehen im Verdacht, die Augen zu schädigen. Der Grund: Sie geben besonders viel blaues Licht ab. Dieses energiereiche Licht schädigt die Netzhaut und kann zu einer vorzeitigen Makuladegeneration führen. [W] wie Wissen sucht im Lichtlabor der Fachhochschule Hamburg nach Lösungen. 

Der Zyklus, in dem Geräte ausgetauscht werden, ist inzwischen schwindelerregend. Binnen Monaten sind Handys oder Fernseher schon veraltet, immer schneller getaktete Kollektionen heizen den Modemarkt an. Nicht jeder will das noch mitmachen. Eine Alternative:  tauschen, leihen, teilen. Der Konsumforscher Michael Kuhndt, Direktor des "Zentrums für nachhaltigen Konsum und Produktion", sieht darin mehr als einen Trend. Er prognostiziert ein sich wandelndes Weltbild, weg vom Hyperkonsum des vergangenen Jahrhunderts. Das Internet macht es möglich:  So kann man problemlos per App Dinge im Netz zum Tauschen oder Teilen anbieten.  Die US-Trendforscherin Rachel Botsmann bringt es auf den Punkt: "Ich will ja keine Bohrmaschine, sondern ein Loch in der Wand."