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Laserdrucker können die Lunge schädigen, wie Studien belegen.
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(© NDR) Trotz schlechter Büro-Luft können jetzt viele Menschen aufatmen, die glauben von Laserdruckern krank geworden zu sein. Denn: Erstmals wurde nachgewiesen, dass Lungenzellen genetische Schäden aufweisen, wenn sie den Emissionen von Laserdruckern und –kopierern ausgesetzt sind.
Für die Betroffenen sind diese Ergebnisse enorm wichtig, weil sie erst jetzt eine wissenschaftliche Grundlage für ihre Beschwerden haben, an deren Ursache immer noch gezweifelt wird. Betroffen sind besonders Menschen, die allergisch vorbelastet sind, und deren Immunsystem angegriffen ist.
Die Innenraumluft ist mit vielen Stoffen belastet – zum Beispiel Ausdünstungen aus Möbeln oder Teppichen. Wenn dann noch die Emissionen aus Laserdruckern oder –kopierern hinzukommen, klagen viele Menschen immer häufiger über geschwollene Nasenschleimhäute, Hustenanfälle und Kopfschmerzen. Viele leiden unter psychischen Problemen. Die Stiftung "nano-Control" hat mehr als 2.500 Betroffene in ihrer Datei, die offenbar krank geworden sind durch Tonerstäube und Lösemittel aus Lasergeräten.
Viele konnten es nicht nachvollziehen, warum sogar Geräte mit dem Ökolabel "Blauer Engel" diese ultrafeinen Partikel auspusten, die sich in der Lunge festsetzen können. Doch das Umweltzeichen bezieht sich zum Beispiel auf einen geringen Energiebedarf oder auf einen leisen Betrieb. Nicht aber auf die Partikel-Emissionen.
Diese hat erst jetzt die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) untersucht. Ergebnis: Es gibt Laserdrucker, die bis zu 7,6 Milliarden Partikel pro gedruckter Seite ausstoßen. Die Unterschiede bei den untersuchten Geräten sind enorm. "Es gibt Drucker, die 100.000-mal mehr emittieren, als andere", so der Leiter der Untersuchung. Auf der Grundlage dieser Untersuchungen wird es ab dem Jahr 2013 auch einen "Blauen Engel" für emissionsarme Geräte geben.
Die Namen der einzelnen Drucker, die die BAM im Herbst 2011 auf ihre Emissionen hin untersucht hat, werden erst veröffentlicht, wenn 2013 der "Blaue Engel" für Emissionen vergeben und eingeführt wird.
Viel zu spät, klagt "nano-Control". Seit zehn Jahren bemüht sich die Stiftung um Aufklärung und Schutzmaßnahmen. Und tatsächlich ist sehr wenig geschehen. Das Bundesumweltministerium (BMU) verharmlost die möglichen Gefahren, ebenso wie die Gerätehersteller. Das BMU schreibt Plusminus, dass von den Druckern "... keine sicher identifizierbaren, gesundheitlichen Gefahren ausgehen." Das sieht der Bundesverband BITKOM genauso. Es seinen "bei bestimmungsgemäßem Gebrauch der Geräte keine Gesundheitsrisiken zu erwarten.
Das klingt für die Betroffenen wie Hohn. Sie kämpfen oftmals alleine in den Betrieben für einen Austausch der Lasergeräte oder eine Versetzung in ein anderes Büro. Leider vielfach vergeblich. Denn die Arbeitgeber machen sich die Bewertungen der Behörden und der Industrie zu Eigen. So schreibt ein Arbeitgeber an Plusminus: "Nach unserer Kenntnis wird sowohl von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin als auch dem Bundesinstitut für Risikobewertung als auch von der Berufsgenossenschaft die Auffassung vertreten, dass beim derzeitigen Wissensstand und bei bestimmungsgemäßem Betrieb eine Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter durch Tonerstaub ausgeschlossen werden kann."
Auch Joachim Stelting von der Stiftung "nano-Control" kennt die Ablehnung der Arbeitgeber. Für ihn ist aber klar, "dass Arbeitsmediziner, Betriebsärzte und Berufsgenossenschaften da an einem Strang ziehen. Es geht ums Geld." Denn würden die Beschwerden als Krankheit anerkannt, müssten die Berufsgenossenschaften zahlen. Außerdem verursacht der Austausch der Lasergeräte oder die Schaffung eines zentralen Kopier- und Druckraumes erhebliche Kosten, die viele Arbeitgeber scheuen.
Mit den neuesten Untersuchungen und der neuen Studie zum Thema Emissionen aus Laserdruckern wird der Zusammenhang zwischen Partikelemissionen und Erkrankungen aber immer deutlicher. Das sieht auch der Toxikologe Dr. Hermann Kruse so: "Wir haben zum ersten Mal den ganz deutlichen Beleg dafür, dass die Partikel, freigesetzt aus den Laserdruckern, bei den Lungenzellen Schäden anrichten können, die belegbar und messbar sind."
Eine große Hoffnung für die Betroffenen im Kampf um Anerkennung ihrer Krankheit.
Autor: Rainer Mueller-Delin
Stiftung nano-Control
c/.o. Hans-Joachim Stelting, Vorsitzender
Immenhorstweg 100
22395 Hamburg
hilfe@nano-control.de
Informationen, unter anderem zum Stand der Forschung auf der Internetseite der Stiftung: www.nano-control.de
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 30.11.2011. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.