Borowski und Brandt (Kiel)

Axel Milberg als Hauptkommissar Klaus Borowski

Der geborene Kieler Axel Milberg ermittelt seit 2003 in Kiel und Schleswig-Holstein für den NDR als Kommissar Klaus Borowski. Mit immer wieder neuen Facetten überrascht dieser Ermittler das Publikum. Als zunächst grimmiger, kompromissloser Einzelgänger, geschieden, eine Tochter, wurde er in den ersten Folgen zu Sitzungen bei der Polizeipsychologin verdonnert. Daraus wurde eine scheue Liebesgeschichte mit Frida Jung (Maren Eggert), die kurz vor der Heirat ein jähes Ende fand. Borowski als Ermittlerfigur veränderte sich, bleibt aber überraschend, mal wortkarg, mal zärtlich und oft voll Empathie.

Axel Milberg als Hauptkommissar Klaus Borowski
Axel Milberg als Hauptkommissar Klaus Borowski

Ob in Schweden, Finnland, auf den Fähren dorthin oder in Schleswig bei der dänischen Minderheit, Borowski ist unterwegs. Von Anfang an stand ihm dabei als leitender Polizeirat und Freund Roland Schladitz (Thomas Kügel) zur Seite. Rechtsmedizinerin Kroll (Anja Antonowicz) gibt oft letzte Details preis.

Axel Milberg und Sibel Kekilli (als Kommissarin Sarah Brandt von 2011-2016) wurden sächsische Ehrenkommissare.

Für die Folge "Borowski und der Himmel über Kiel" gab es den Deutschen Hörfilmpreis, andere Folgen erhielten Nominierungen für den Grimmepreis und den Deutschen Fernsehpreis.

Der schwedische Bestseller-Autor Henning Mankell erfand für den "Tatort" Schleswig-Holstein vier Geschichten. Ansonsten prägt Sascha Arango als einer der Hauptautoren die Charaktere und ihre Fälle, die oft leidenschaftlich diskutiert werden, durchaus auch polarisieren und nach Meinung vieler zu den Besten der erfolgreichen Sonntagabend-Krimireihe gehören.

Im "Tatort" Nr. 1000 gerät Borowski im "Taxi nach Leipzig" in die Hände eines Geiselnehmers, gemeinsam mit Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler), der Kollegin aus Niedersachsen.

Sibel Kekilli als Kommissarin Sarah Brandt

Sibel Kekilli als Kommissarin Sarah Brandt
Sibel Kekilli als Kommissarin Sarah Brandt

"Ambivalent" ist vielleicht das passende Generalattribut, um Sarah Brandt zu charakterisieren. Sarah Brandts Persönlichkeit ist komplex, widersprüchlich und fragil. Das führt gerade im Polizeialltag zu Konflikten, wo Gesetz und Freiheit einander bedingen und zugleich begrenzen. Bedingungslos ist Kommissarin Brandt in ihrer Loyalität zu Klaus Borowski. Sie sind ein Team auf Augenhöhe.

In ihrer Welt- und Werteordnung führen völlig gegensätzliche Gefühle und Gedanken ein harmonisches Miteinander. Sarah toleriert demzufolge auch Gegensätzliches und Widersprüchliches in anderen. Gerade das schärft ihre Urteilskraft, weil sie auch das Widersprüchliche, scheinbar Absurde in ihre Überlegungen einbezieht. Es ist verblüffend, welch präzises Fazit sie aus widersprüchlichen Informationen ziehen kann.

Studiert hat Sarah Brandt nach eigenen Worten Informatik und Selbstverteidigung. Weiß der Teufel, wo sie das alles gelernt hat, aber kein virtuelles System ist vor ihren Einbrüchen sicher. Körperliche Auseinandersetzung fürchtet sie wenig, ihre Methoden der Selbstverteidigung sind nicht besonders sauber aber höchst effektiv. Normen, Konventionen und Verbote gelten für sie nur bedingt. Die Arbeit für die Mordkommission hebt sie über allgemeingültige Gesetze, denn: "Wir sind die Guten, wir dürfen das".