Landschaften im Sturm – Interview mit Sebastian Markgraf

Der Junior Producer steckt hinter den idyllischen Landschaftsaufnahmen

Fürstenhof hinter Schneeglöckchen

Wer würde hier nicht gerne Urlaub machen?

Spiegelglatte Bergseen, beschneite Gipfel, saftige grüne Hügel, geranienstrotzende Bauernhofbalkone und stolze Winterwälder – so traumhaft schön präsentiert sich die bayerische Landschaft den Zuschauern von "Sturm der Liebe". Die Landschaftsaufnahmen zwischen den Szenen sind ein ganz fester künstlerischer Bestandteil der Telenovela. Und als solcher werden sie von vielen begeisterten Zuschauern geschätzt. Doch wer steckt eigentlich hinter diesen idyllischen Bildern? Wie entstehen sie? Und wer wählt sie aus? Wir haben mit dem verantwortlichen Junior Producer, Sebastian Markgraf, gesprochen.

DasErste.de: Seit zwei Jahren bist du Junior Producer bei "Sturm der Liebe". Was sind denn dabei deine Aufgaben?

Sebastian Markgraf: Da gibt es mehrere Bereiche: Ich unterstütze die Producerin zum Beispiel dabei, die Geschichten am Set produzierbar zu machen. Ein anderer Bereich ist etwa die Abnahme der Szenen mit der Redaktion eine Woche nach dem Dreh. Wir sehen uns alle fünf neue Folgen an und schauen, ob alles passt, auch im Hinblick auf die "Marke" "Sturm der Liebe": die Maske, Kostüme, Ausstattung, die Anschlüsse der Szenen etc. Aber nach acht Jahren Erfahrung haben das alle ziemlich gut drauf. Die Herausforderung bei dieser Arbeit ist vor allem, den großen Bogen im Blick zu behalten.

Und du bist verantwortlich für die Landschaftsaufnahmen bei "Sturm der Liebe" ...

Ja, genau. Das ist was ganz Besonderes an meinem Job. Wir nennen diese Zwischeneinblendungen übrigens "E-Shots", das steht für "Establishing Shots".

Drei Reiter reiten mit ihren Pferden im Wasser vor einem Sonnenuntergang

Die Landschaftsaufnahmen sind eine Pause für die Zuschauer.

Viele Zuschauer genießen diese landschaftlichen E-Shots regelrecht und freuen sich darauf. Warum haben die denn diese Wirkung auf uns?

Weil Bayern wirklich eine unglaublich schöne Landschaft zu bieten hat. Aber das ist nur eine Seite. Die andere Sache ist, dass sie innerhalb einer Folge für Luft, für Weite sorgen – der Zuschauer kann hier mal durchatmen, eine innere Pause einlegen. Sei es, dass die Landschaft im Anschluss an eine beklemmende Situation gezeigt wird, sei es, dass sie auf eine schöne Szene folgt. Sie öffnet das Geschehen und gibt Raum – auch für eigene Gedanken. Und diese Zeit soll dem Zuschauer bei uns bewusst gegeben werden.

Verschneite Landschaft

An sonnigen Wintertagen macht sich das Team schon frühmorgens auf in die verschneiten Landschaften des Voralpenlands.

Verrätst du uns, wie die E-Shots gemacht werden?

Eigentlich ganz einfach: Wir setzen uns zu dritt ins Auto – ein Kameramann, sein Assistent und ich – und fahren Richtung Süden in die Berge. Dabei haben wir nur ein schmales Equipment bestehend aus Kamera, Stativ, Objektivfiltern, das war's. Meistens habe ich zwei bis drei Fixpunkte im Kopf und sorge vorher für Erlaubnis, dort drehen zu dürfen. Aber auf der Fahrt halten wir natürlich auch die Augen offen nach schönen Motiven. Frei nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel." Und da kann es schon mal sein, dass wir gar nicht das eigentliche Ziel erreichen, wenn sich vorher schon spektakuläre Ansichten bieten.

Werdet ihr denn bei den Drehs erkannt als Team von "Sturm der Liebe"?

Sagen wir so: Wir versuchen uns eher unauffällig zu halten – tragen keine Aufkleber oder Kleidung mit Logo, die uns verraten würde. Schließlich fahren wir nicht raus, um aufzufallen, sondern um die ruhige Landschaft zu filmen. Zum anderen wollen wir natürlich die Anwohner oder etwa Eigentümer der Ländereien auch nicht stören – das ist Ehrensache, und es gelingt uns auch. Aber es gibt immer wieder mal jemanden, der fragt, ob wir vom Sturm seien – einfach, weil wir die Sendung auch für ihre Landschaftsszenen bekannt ist.

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