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USA: Aufschwung dank Trump

PlayArbeiter an einer Maschine
USA: Aufschwung dank Trump | Bild: NDR

Das Herz von Detroit schlägt wieder: Vorzeigemodelle US-amerikanischer Autobauer aus verschiedenen Generationen gehen an den Start. Die neugebaute Rennstrecke ist ein Symbol für die Wiederauferstehung der Autostadt Detroit. Früher stand hier eine Fabrik. Nach Pleite und Abriss dröhnen jetzt wieder die Motoren. 

"Trump hat einen phänomenalen Job gemacht"

Mark Molzen
Mark Molzen kann seine Rente aufbessern. | Bild: NDR

Mark Molzen hat hier einen Job gefunden, mit dem er seine Rente aufbessert: "Ich liebe den Klang der Motoren. Das bringt mein Herz zum Pumpen und ich will auf die Strecke." Als Fahrlehrer bringt Mark Geschwindigkeitsliebhabern die richtige Kurvenlage bei. Nicht nur die Autos selbst kosten ein Vermögen. Für Startgebühren und Trainingsstunden werden viele Tausend Dollar ausgegeben. Dass es hier in der Region endlich wieder Geld für teure Hobbys gebe, sei ein Verdienst von Präsident Trump, sagt Molzen: "Einige Dinge, die er getan hat, bescheren mir jetzt Arbeit. Ich verdiene Geld mit meinem Job als Fahrlehrer. All dieser Wiederaufbau hier ist ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft wieder läuft und auch Detroit wieder auf dem richtigen Weg ist."

Marks Chef sieht das genauso. Brad Oleshansky hat viele Millionen in die Rennstrecke investiert und wird bei den Kongresswahlen für die Republikaner stimmen, weil sie gut fürs Geschäft seien: "Trump hat einen phänomenalen Job gemacht. Er hat seine Wahlkampfversprechen eingelöst. Ich unterstütze nicht unbedingt seine verrückte Art, aber seine Politik hat der Geschäftswelt gutgetan." 

Am Rand der Rennstrecke verwaltet Mark die Garage eines Kunden. Die Autos stehen hier nicht nur für das nächste Rennen bereit. Sie können per Lift in den Loungebereich gehoben werden –Dekoration für Superreiche. "Wenn Leute mehr Geld machen, landet das auch bei uns anderen. So wird es für alle besser", sagt Molzen. Glaubt er, dass auch Trump das Zeug zu einem guten Rennfahrer hätte? "Ich denke ja. Er ist ziemlich aggressiv und würde sich mit ein wenig Hilfe bestimmt gut auf der Strecke machen."

"Es ist schwierig, Arbeiter zu finden"

Matt Seely
Matt Seelys Firma profitiert vom Aufschwung.  | Bild: NDR

Mit seinem Versprechen, Amerika wieder großartig zu machen, konnte Trump punkten. Als erster Republikaner seit 28 Jahren siegte er bei der Präsidentschaftswahl im Bundesstaat Michigan. Auch Matt Seely hat ihn gewählt. Seine Firma hätte in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 beinahe dicht gemacht. Jetzt geht es wieder bergauf. "Ich fühle mich großartig. Vor einiger Zeit hatte ich noch das Problem, keine Aufträge zu haben. Jetzt habe ich das Problem, keine Angestellten zu finden. Es ist unglaublich. Die Arbeitslosigkeit im Land ist so niedrig, dass es schwierig ist, Arbeiter zu finden."

Das Unternehmen produziert Sonderanfertigungen aus Stahl. Viele Aufträge kommen vom US-Militär. Die Branche profitiert davon, dass die Republikaner den Verteidigungsetat erhöht haben. Auch die Senkung der Unternehmensteuer ist für die Firma ein Segen. Trump gilt als Heilsbringer. "Ich verstehe ihn und seinen Stil. Ich als Geschäftsmann verstehe, dass Du mutig sein musst, auf den Punkt, direkt. Die meisten Politiker sind nicht so, aber die Amerikaner verstehen die Sprache, die Trump spricht", sagt Matt Seely.

Detroit gilt neuerdings als hip

Detroit
Das Kapital kehrt nach Detroit zurück. | Bild: NDR

Arbeiter wählten in Michigan lange mehrheitlich die Demokraten. Doch Trump ist es gelungen, auch sie für sich zu begeistern: "Er sagt die Wahrheit, spricht Klartext. Diese Art Präsident brauchen wir. Du musst den Leuten sagen, was los ist", sagt Cortez Crumble. Er wird bei den Kongresswahlen seine Stimme John James, Kandidat der Republikaner für den Senat, geben. "Lasst uns fliegen", ruft der ehemalige Kampfpilot, der heute Unternehmer ist. "Ein echter Star", schreibt der Präsident höchstpersönlich und wirbt per Twitter für John James. Der wiederum lobt Trump für seine Wirtschaftspolitik: "Ich führe einen Autozulieferbetrieb und habe jetzt einen längeren Zeithorizont, um zu planen und Jobs zu schaffen. Es war gut, Fabriken und Arbeitsplätze aus Mexiko zurückzuholen. Ich glaube fünf Fabriken allein hier in Michigan."    

Die Konzernzentrale von General Motors erscheint in neuem Glanz. Trumps Vorgänger Obama hatte die US-Autoindustrie einst mit Staatshilfen vor dem Untergang gerettet. Jetzt wirkt das Zentrum von Detroit wieder lebendig. Die Stadt gilt neuerdings als hip. Das Kapital kehrt zurück. Die amerikanische Wirtschaft brummt. Bei den Kongresswahlen ein Startvorteil für Trump und seine Republikaner.

Autor: Jan Philipp Burgard, ARD Studio Washington

Stand: 04.11.2018 20:30 Uhr

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