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Schnappschuss: Die Engels-Puppen

Der neueste Trend aus Thailand: Puppen als ständiger Begleiter, sie sollen Glück bringen.
Der neueste Trend aus Thailand: Puppen als ständiger Begleiter, sie sollen Glück bringen. | Bild: WDR

Riesige Augen, still und starr und doch am Leben. So glauben es die Thailänder. Die Engels-Puppen. Geliebt, gehätschelt und umsorgt wie Glücksbringer aus einer anderen Welt.

Warum verlieben sich erwachsene Menschen in eine Puppe aus Plastik?

Luk Thep heißen die magischen Puppen. Sie sollen eine Seele haben wie ein Kind. Sich um sie zu kümmern, bringe Glück, Zufriedenheit und Wohlstand. Eine Puppe, die alles kann? Auch Kultida Singhaseree ist so einer mysteriösen Figur verfallen. Sie sagt: "Ich bin glücklich mit meiner Puppe. Wenn ich nach einem harten Tag nach Hause komme, dann ist sie da für mich, sie gibt mir Liebe und Fröhlichkeit. Ein echter Glücksbringer.”

Ein richtiger Hype

Die magischen Puppen entstehen in der Werkstatt von Ponyamon Kayanmak. Ein paar lokale Berühmtheiten haben im Netz behauptet, die Figuren hätten alles im Leben von Grund auf geändert. Das hat einen echten Hype in Thailand ausgelöst. Für Ponyamons Geschäft ein Glücksfall. Manche Puppen können bis zu 800 Euro kosten.

Das all den Dingen eine Seele innewohnt, daran glauben viele Thailänder immer schon. Magische Kräfte aber bekommen die Puppen angeblich erst durch den Segen von Priestern und Predigern. Gegen eine kleine Spende versteht sich. Ohm Mahamontra sagt, er könne den Puppen Leben einhauchen. Mit der Energie aus dem Himmel. Und mit Hilfe eines Wollknäuels. “Ich mache aus den Puppen Persönlichkeiten. Mit Ausstrahlung und besonderen Kräften. Wenn sich der Besitzer Erfolg im Geschäft wünscht, oder in der Liebe oder einfach nur reich werden will, dann können meine Puppen helfen.“

Den Puppen darf es an nichts fehlen

Die magischen Puppen haben ein schönes Leben. Kultida hat 20 Kleider für ihre Luk Thep. Jeden zweiten Tag gibt es eine neue Garnitur. Es soll ihr an nichts fehlen, sie liebt ihre Puppe wie ihr eigenes Kind. Einigen anderen Besitzern sind ihre kleinen Begleiter wohl zu unheimlich geworden. Weggeschmissen haben sie ihre Plastikfiguren zwar nicht, aber in den Tempel gegeben. Man weiß ja nie, ob nicht doch ein Geist, eine Seele, ein bisschen Leben im Inneren wohnt.

Autor: Philipp Abresch, ARD Singapur

Stand: 11.07.2019 04:37 Uhr

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Westdeutscher Rundfunk
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