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Italien: EU-Gelder für das Land des Feuers?

PlayEine Frau vor dem großen Bild eines kleinen Jungen
Italien: EU-Gelder für das Land des Feuers? | Bild: BR

Für Marzia ist jeder Tag, der neu beginnt, seit Jahren ein Kampf um Gerechtigkeit. Ihr Sohn Antonio, war neun Jahre alt, als er 2013 an einem Gehirntumor gestorben ist. Nun lebt sie allein hier in dieser Wohnung, nördlich von Neapel.
Sie zeigt uns Bilder, von Antonio. Etliche, vor allem Kinder, sind im sogenannten "Land des Feuers" an Krebs gestorben.

Es ist altbekannt und nur teils aufgeklärt: jahrzehntelange Komplizenschaft zwischen der Mafia und Unternehmen – in vielen Teilen gefährlicher Giftmüll vergraben und auch verbrannt. Die Folgen: Umweltverschmutzung, Wasservergiftung.
Wir sind unterwegs mit Marzia, treffen zufällig die örtliche Müllabfuhr. Sie kommt mit ihnen ins Gespräch. Das Problem ist folgendes: Es gibt keine Kontrollen, auch nicht für die Unternehmen. Man sollte zu den Firmen gehen, nach den Formularen fragen, fragen wo ihr Müll entsorgt wird, aber stattdessen macht jeder, was er will und keiner sagt etwas.

Schwarz auf weiß: Umweltverschmutzung schadet

Eine Studie des Gesundheitsinstituts der Regierung stellt erstmals einen Zusammenhang her zwischen der Umweltverschmutzung und gesundheitlichen Schäden, in Auftrag gegeben von der Staatsanwaltschaft. Untersucht wurden 38 von 91 betroffenen Gemeinden.

Es wurde schon Einiges gemacht gegen den illegalen Müllhandel, in den letzten fünf Jahren etwa mehr als 200 Ermittlungsverfahren durchgeführt. Seit 2015 musste Italien aber eben auch eine halbe Milliarde Euro an die EU zahlen, wegen massiver Verstöße gegen Umweltauflagen. Das Geld von dem EU-Recovery Fund müsse nun sinnvoll eingesetzt werden, fordert nicht nur der größte Umweltverband des Landes: Das italienische Umweltministerium spricht in seinen Plänen für den Recovery Fund generell von notwendigen Sanierungen. Antworten auf entsprechende Nachfragen gibt es nicht.

Marzia und andere Mütter arbeiten in einer Elterninitiative. Sie helfen Familien, in denen es Krebserkrankungen gibt. Sie unterstützen sie mit Essen und Medikamenten.
Gerade der Süden soll ein Fokus der neuen Regierung werden. Die Menschen vor Ort, wie Marzia, nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand.

Autorin: Marie von Mallinckrodt, ARD Rom

Stand: 03.05.2021 15:06 Uhr

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