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Kroatien – ein Urlaubsland kämpft um Touristen

PlayEine Ansichtskarte mit einem Strand und dem Meer vor einem Platz
Kroatien – ein Urlaubsland kämpft um Touristen | Bild: BR

"Fahr’ nach Kroatien!" haben sie mir gesagt. Und ich bin losgefahren mit meinem Kamerateam. Drei Tage haben wir Zeit für diesen Roadtrip. Wie weit wir kommen, wissen wir noch nicht.

Von Österreich nach Slowenien kein Problem. Und an der Grenze zu Kroatien: kein Stau aber Passkontrolle. Wer einreisen will, muss seine Handynummer aufschreiben und bekommt eine SMS: Falls wir während der Reise glauben, an Corona erkrankt zu sein: 112 wählen.

Opatija

Zwei Stunden später: Opatija, im Norden Kroatiens. Früher hat hier Kaiserin Sissi Urlaub gemacht. Um diese Jahreszeit ist der Ort normalerweise voll mit Touristen aus Deutschland. Die meisten Hotels geschlossen, obwohl sie in Kroatien schon Anfang Mai öffnen durften.
Onlinesuche: Die Hotels, die schon offen haben überbieten sich mit Sonderpreisen: Fünf Sterne für 91 Euro pro Person, zum Beispiel – nehmen wir. 180 Euro kostet das eigentlich, erklärt Hotelchef Kruno Kapetanovi. Sein Hotel ist vor allem bei Individualreisenden beliebt sagt er. Mit den Sonderpreisen will er jetzt möglichst schnell das Geschäft ankurbeln.

Wie wird die Saison?

Tag 2: Weiter Richtung Süden. Die Straße so leer wie nie: für mich ein Traum, für Kroatien ein Problem. 20 Millionen Touristen kamen letztes Jahr. Jetzt hängen hunderte solcher Hotelyachten in den Häfen fest. Ich darf an Bord der „Lopar“, ein traditionelles Holzschiff. 30 Personen können hier Urlaub machen. Marino und Stipe haben es erst letztes Jahr gekauft, fahren im Auftrag eines kroatischen Reiseveranstalters. 425 Euro kostet die Woche an Bord.

Alle haben abgesagt. Ob Touristen aus Deutschland schon diesen Sommer einspringen könnten, da sind sie unsicher. Gemeinsam mit ihrem Reiseveranstalter arbeiten sie derzeit an Sonderpreisen und neuen Konzepten.

Tag 3: Die Hafenstadt Split

Weltkulturerbe und bis vor kurzem ein Urlaubsziel, das unter zu vielen Touristen litt. Jetzt sehnt sich die ganze Stadt nach ihnen. Kaum sind wir da, interessiert sich eine große Tageszeitung Kroatiens für uns: Die ersten Deutschen der Saison!

Termin beim Tourismusminister. Er kündigt an: ab der kommenden Woche können sich Urlauber vorab per App oder im Internet bei den Behörden anmelden, das soll die Wartezeit an der Grenze verringern. Und für Corona-Verdachtsfälle gebe es einen Notfallplan. Ob das so einfach funktioniert, und ob sich Touristen derzeit wirklich mit Einreise-Apps und Sonderpreisen locken, da bin ich unsicher.

Mein Ziel habe ich erreicht: auch wenn das Wasser erst 18 Grad warm ist: es war lange nicht mehr so schön, einfach mal abzutauchen.

Autor: Christian Limpert, ARD Wien

Stand: 24.05.2020 22:12 Uhr

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Bayerischer Rundfunk
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