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Niederlande: Die fiktiven Brücken Europas

PlayNiederlande: Die fiktiven Brücken auf unseren Geldscheinen sind in einem Neubauviertel nahe Rotterdam Wirklichkeit geworden.
Niederlande: Die fiktiven Brücken Europas | Bild: WDR

Erkennen Sie dieses Bauwerk? Kommt Ihnen das hier irgendwie bekannt vor?
Es sind: die Europabrücken. Sie stecken in ihrem Geldbeutel. Jetzt gibt es sie nicht mehr nur auf wertvollem Papier – sondern auch in der Realität.

Aus fiktiv wird echt

"Es geht um die Kommunikation zwischen den Ländern, den Brückenschlag zwischen Europa und dem Rest der Welt – das ist eine tolle Botschaft! Ich fand einfach merkwürdig, dass es diese Brücken so nicht gibt", sagt Designer, Robin Stam. Als ein Neubaugebiet in Spijkenisse bei Rotterdam sechs neue Brücken brauchte, bewarb Robin Stam sich um die Gestaltung. Die größte Schwierigkeit: die Größenverhältnisse richtig zu treffen. Und die entscheidende Genehmigung der Europäischen Zentralbank zu bekommen: "Sie haben mir geschrieben: Solange man nicht damit bezahlen kann, ist alles prima: Du kannst die Brücken bauen!", erzählt Stam.

Niederlande: Die Brücken auf den Geldscheinen sollen die europäischen Länder symbolisch verbinden
Niederlande: Die Brücken auf den Geldscheinen sollen die europäischen Länder symbolisch verbinden | Bild: WDR

Der Österreicher Robert Kalina hat vor 25 Jahren die Entwürfe für die Euroscheine geliefert. Sie zeigen eigentlich mit Absicht fiktive Motive, um zu vermeiden, dass sich Mitgliedsstaaten bevorzugt oder benachteiligt fühlen. Die Brücken sollen die Verbindung zwischen den Ländern symbolisieren: "Es sind Zeitalter und Stile Europas, das war so der Überbegriff. Es wurde für jede Banknote einen Stilrichtung vorgegeben. Also von der Klassik bis zur Moderne und jedem Banknotenwert eine Stilrichtungen zugeordnet."

Scheine neu interpretiert

Vom Viadukt der Antike, über die Romanik des Mittelalters bis zur angedeuteten Hängebrücke der Moderne ist alles dabei – was Gräben überwindet und Menschen zusammenbringt. "Mein Favorit ist die Brücke auf dem 100 Euro-Schein – die aus der Renaissance. Da stehen im Original barocke Engelsfiguren drauf. Ich habe abstrakte Brückenheilige daraus gemacht", sagt der Designer.

Niederlande: Der Künstler Robin Stam hat die Brücken in den Niederlanden entworfen
Niederlande: Der Künstler Robin Stam hat die Brücken in den Niederlanden entworfen | Bild: WDR

Weil es übrigens sieben unterschiedliche Scheine gibt, das Neubauviertel aber nur sechs Brücken brauchte, hat eine jetzt zwei unterschiedliche Seiten: Die 5-Euro-Brücke auf der einen, die vom 20 Euro-Schein auf der anderen. Und während der 500 Euro-Schein mittlerweile ein Auslaufmodell ist, soll die 500 Euro-Brücke auf jeden Fall stehen bleiben. Dann hat die Realität die Fiktion überholt und so leben die Niederländer:innen in Spijkenisse täglich tausendfach die europäische Einheit.

Autorin: Gudrun Engel/ARD Studio Brüssel

Stand: 06.02.2022 20:03 Uhr

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Westdeutscher Rundfunk
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