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Schnappschuss New York: Die Stadt der Verbote

Die Freiheitsstatue
Die Freiheitsstatue | Bild: Bild: BR

Ein Beton-Dschungel, in dem Träume entstehen. Hier gibt es nichts, was man nicht tun kann. So wird New York in einer ihrer Hymnen besungen. Aber darf man hier wirklich alles?

In Deutschland nimmt man ja gerne nochmal ein Bier auf die Hand mit auf dem Weg nach Hause. Hier in New York ist das nicht nur nicht üblich, sondern auch strengstens verboten. Und wir fragen mal bei der Polizei nach, was wohl passieren würde, wenn ich hier mitten am Times Square jetzt meine Bierflasche öffnen würde.

Kein Bier auf der Straße!

Polizist: "Was hast du hier?" Jan Philipp Burgard: "Das ist Bier, deutsches Bier." Polizist: "Wenn du die hier draußen öffnest, dann musst du vor einem Richter erscheinen. Oder du wirst sogar direkt verhaftet. Also steck deine Flasche besser weg, sonst bekommst du echt Probleme."

Joel Bhuiyan
Joel Bhuiyan | Bild: Bild: BR

Seine Mission ist ein rauchfreies New York. Joel Bhuiyan hat mit seiner Initiative dazu beigetragen, dass in diesem Wohnhaus hier Rauchen sogar in den eigenen vier Wänden verboten ist. Die Stadt New York plant, dass dieses Beispiel Schule macht. So sollen alle Wohnungen, die städtisch bezuschusst werden, in Zukunft qualmfrei sein. Aber warum ist New York eigentlich die Stadt der Verbote?

Es geht nicht um Verbote, sondern um die Gesundheit

Joel Bhuiyan von Public Health Solutions: "Wir halten uns nicht für eine Stadt der Verbote, sondern für eine Vorreiterstadt der öffentlichen Gesundheitspflege. Seit den späten 90er Jahren sind New Yorks Bürgermeister sehr fortschrittlich. Damit sind wir ein Vorbild für Amerika und hoffentlich für die ganze Welt."

Wir sind im Hipster-Stadtteil Brooklyn in der Bar "Muchmore´s". Hier wird heute Abend ein Konzert stattfinden. Doch der Barbesitzer Andrew Muchmore, der hat ein Problem: Er hat nicht die Lizenz zum Tanzen. Es ist unter Strafe verboten, hier heute Abend zu tanzen.

Das Tanzverbot

Andrew Muchmore
Andrew Muchmore | Bild: Bild: BR

Jan Philipp Burgard: "Andrew, was denkst du über dieses Gesetz?" Andrew Muchmore, Barbesitzer: "Es wurde 1926 beschlossen mit der Absicht, in Harlems Jazz Clubs das Tanzen zwischen Schwarzen und Weißen zu verhindern. Viele Jahrzehnte wurde es nicht angewandt. Aber seit den 1980er und 90er Jahren nutzt die Stadt es wieder. Nun soll dadurch angeblich die Lebensqualität verbessert werden."

Andrew ist nicht nur Barbesitzer, sondern auch Anwalt. Er klagt gerade vor einem Bundesgericht gegen das Anti-Tanz-Gesetz, weil es das Grundrecht auf Meinungsäußerung verletze. Um die Lizenz zum Tanzen zu bekommen, müsste Andrew hier Überwachungskameras installieren, beim Gemeinderat vorsprechen und bis zu 1000 Dollar bezahlen. Das sieht er nicht ein.

Um seine Kunden am Tanzen zu hindern, lässt er nur Musiker auftreten, die eher zum Innehalten einladen. Besucher der Bar sind gegen diesen Eingriff: "Es ist ein absolut dummes Gesetz, dass man uns verbieten kann zu tanzen. Tanzen sollte ein Menschenrecht sein." "New York lebt von der Kunst und der Musik. Nicht tanzen zu dürfen, raubt der Stadt doch ihre Seele."

Für fast jeden hält sie ein Verbot bereit, ausgerechnet die Stadt der Städte im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Jan Philipp Burgard, ARD New York

Stand: 13.07.2019 00:39 Uhr

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Bayerischer Rundfunk
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