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Spanien: Erfolgreiche Impfkampagne

PlayPatienten und Mediziner beim Impfen
Spanien: Erfolgreiche Impfkampagne | Bild: BR

In Spanien hat sich das Leben ziemlich normalisiert – die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 23, traumhafte Zahlen verglichen mit Deutschland.
Als Korrespondent in Spanien wundert man sich über die Debatte in der deutschen Heimat, über die vierte Welle und niedrige Impfquoten. Wir wollen herausfinden, warum es in Spanien so viel besser läuft und besuchen deshalb ein Ehepaar, Mari Carmen Romero und Federico Diezma.

Straffes Impfmanagement

Beide sind über 80 Jahre alt und haben schon die dritte Impfung erhalten. Anders als in Deutschland mussten sie sich nicht um einen Termin kümmern. Den bekamen sie von der Gesundheitsbehörde Madrid zugeteilt.
In Spanien sind Gesundheitszentren für die Patienten zuständig, auf einer digitalen Gesundheitskarte werden alle Daten, Telefon und E-Mail erfasst. Das macht die Verteilung der Impftermine einfach.
Die Impfung als Gemeinschaftserlebnis – Mari Carmen und Federico zeigen uns ihr Gesundheitszentrum. Darauf sind sie stolz. 89 Prozent aller Spanier über 12 Jahre sind komplett geimpft, diese hohe Quote hat auch mit dem Beginn der Pandemie zu tun, so Mari Carmen Romero: "Am Anfang wollte ich mich nicht impfen lassen. Aber dann durften wir nicht mehr auf die Straße und haben gesehen, wie viele Menschen alleine gestorben sind. Das hat mir große Angst gemacht, und ich habe mich sofort impfen lassen."

Trauma Covid-19-Jahr 2020

Und allein in den Altenheimen starben 20.000 Menschen in den ersten Monaten. Für den Epidemologen Javier Segura steht fest – diese Erfahrung war für Spanien traumatisch. Auch deswegen gibt es hier sehr viel weniger Impfskeptiker als anderswo: "Viele Familien kennen jemanden in ihrer Umgebung, der gestorben ist oder dem es sehr schlecht ergangen ist. Und als dann der Impfstoff verfügbar war, wurde dieser natürlich besonders als wichtiges Instrument wertgeschätzt, um eine Tragödie wie damals im März und April zu verhindern."

Und so wird in den Krankenhäusern und Gesundheitszentren des Landes weiter gespritzt – Spanien macht es vor, ziemlich geräuschlos und effizient. Dieses moderne Impfzentrum ist seit Februar geöffnet, 24 Stunden lang, rund um die Uhr. An eine Schließung wird nicht gedacht. Auch um die dritte Dosis, die Auffrischungsimpfung gab es nicht viele Diskussionen. Sie wird jetzt an die über 70-Jährigen, an Hochrisiko-Patienten und in den Altenheimen verabreicht.
Mit der hohen Impfquote fühlt sich das Leben in Spanien fast schon wieder normal an.

Autor: Stefan Schaaf, ARD Madrd

Stand: 07.11.2021 22:18 Uhr

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