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Weltspiegel Entdeckt – Thailand: Klavier für Elefanten

PlayPianist am Klavier spielt für Elefanten
Weltspiegel Entdeckt – Thailand: Klavier für Elefanten | Bild: SWR

So oft er kann lässt Paul Barton sein Klavier von sechs kräftigen Männern in den Dschungel schleppen. Viele halten den Engländer für exzentrisch. Er ist es wohl auch, aber eben nicht nur. Paul Barton ist Musiktherapeut. Er spielt für ehemalige Arbeitselefanten. Geschundene Tiere. Und sie reagieren auf die Musik, entspannen sich.        

Mit dem Klavier in den Dschungel

Sieben Männer, ein Klavier. Abseits im Gestrüpp. Heute hat Paul Barton ein lautes Stück ausgesucht. Und das hat zwei Gründe: Sie heißen Spy und Gan Jam und sind zusammen etwa 7.000 Kilo schwer. Warum brauchen Elefanten Klaviermusik? Wir sind am Fluss Kwai, vier Autostunden von Bangkok entfernt, da wo nicht nur alte Wasserbüffel und Arbeitselefanten ein neues Zuhause gefunden haben, sondern auch Paul Barton. Er liebt Elefanten – und die Musik. Paul ist Pianist, war im ersten Leben in England Musiktherapeut. "Musik kann unseren Gefühlen Ausdruck geben. Es ist eine Art genau das zu mitzuteilen, was wir tief in unseren Herzen spüren und anders nicht ausdrücken können."

Männer transportieren ein Klavier
Erst die Arbeit dann das Spiel  | Bild: SWR

Diese Elefanten haben ein hartes Leben hinter sich. Ihre Füße liefen auf heißem Asphalt, als sie Touristen durch die Städte trugen. Heute darf Gai Na sich schubbern so viel sie will. Früher musste sie Bäume schleppen. 20 Jahre lang. Viele haben geschundene Ohren, aufgerissen von Ästen im Wald. Seit 1989 ist das in Thailand verboten. "Sie wurden gezwungen ihre eigene Heimat zu zerstören. Oft mit Haken am Kopf und Messer am Ohr! Wir sollten uns schämen. Wir sollten alles tun, um den Elefanten ein besseres Leben zu bieten."

Elefanten mögen die Rhapsody in Blue

Vor acht Jahren, da hatte Paul Barton eine Idee. Was für Menschen gut ist, könnte auch Elefanten gefallen. Seitdem holt er sein Klavier hierher, so oft er kann – und manchmal sind ganz unerwartete Gäste mit dabei….   "Elefanten und Menschen ähneln sich sehr", sagt Elefantenführer Mavin Buathonglang. "Teenager mögen lieber laute Musik, ältere lieber ruhigere Melodien. Manche fangen an zu quieken, andere berühren sich – je nachdem!" Und Paul Barton meint: "Man weiß nie, wie die Elefanten reagieren. Sie sind ja frei und können zuhören – oder weggehen. Wir werden sehen." Quietschen sie Beifall? Singen sie mit? Wir wissen es nicht. Aber Rhapsody in Blue – das scheint ihnen zu gefallen.

Autorin: Angelika Henkel, ARD-Studio Singapur   

Stand: 21.10.2019 10:51 Uhr

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