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Weltspiegel

Japan: Der Tierretter von Fukushima:

Am 11. März ist es drei Jahre her, dass beim Töhoku-Beben vor der Ostküste Japans und dem anschließenden Tsunami fast 20.000 Menschen starben und schließlich auch das Kernkraftwerk Fukushima außer Kontrolle geriet. Seitdem ist Naoto Matsumura der einzige Mensch, der in der verstrahlten Sperrzone lebt. Auch er wollte anfangs fliehen, aber niemand nahm ihn auf. Und dann ist er zurückgekehrt zu seinem Hof und zu seinen Tieren, wurde der letzte Mensch in der Todeszone von Fukushima, der sich um die zurückgelassenen Rinder, Hunde und Katzen kümmerte. Unter japanischen Ärzten gilt der liebenswerte, meist fröhliche Mann als der „Champion", der Verstrahlteste von allen - und ist ein lebendes Mahnmal für die Atomkatastrophe von Fukushima.

Autor: Philipp Abresch, ARD Tokio

New York: Big Apple nur noch für die Superreichen?: Das wirklich große Geld wird in New York nicht an der Wall Street gemacht, sondern mit Immobilien: Mehr als 40 Prozent des Etats der Stadt kommen aus Immobiliensteuern. Was für Texas das Öl, ist für New York City „Real Estate": Bauen, vermieten, verkaufen. Die Durchschnittsmiete für ein kleineres Apartment im Stadtteil Manhattan liegt derzeit so um die 4000 Dollar, eine Summe, bei der selbst Besserverdienern nach der Miete kaum noch was zum Leben bleibt. Phil English kann sich das nicht leisten. Er ist Vormann und arbeitet auf der teuersten und prominentesten Baustelle Manhattans - dem World Trade Center. Arbeiter wie er sind das Rückgrat der Stadt und immer mehr Normalverdiener wie er müssen täglich mindestens zwei Stunden fahren, um an ihre Arbeitsplätze in der City zu gelangen.

Richard Wallgren ist Chefverkäufer von Macklowe Properties, des Megaprojektes Parkavenue 432 mit Blick auf den Central Park: „Wir bauen nicht für die Reichen - wir bauen für die Superreichen." Gut 50 Prozent der Käufer kommen aus dem Ausland - Russen, Südamerikaner, Chinesen, Europäer. Big Apple nur noch für die Superreichen aus aller Welt? Markus Schmidt auf Spurensuche mit einem Immobilienmakler.

Autor: Markus Schmidt, ARD New York

Belgien: Ehevermittlung per Gentest: Gesunde Kinder zu bekommen ist für viele Paare der allergrößte Wunsch. Wenn in den Familien von Mutter und Vater Erbkrankheiten aufgetreten sind, ist das Risiko hoch, dass auch sie ein krankes Kind bekommen. Deswegen lassen viele Juden vor der geplanten Eheschließung ihr Blut auf genetische Defekte untersuchen und heiraten nur dann, wenn das Gen-Screening Erbdefekte ausschließt. Eine Vorsichtsmaßnahme insbesondere für Juden osteuropäischer Herkunft, bei denen die Ahnen im Schtetl unter sich geblieben waren und in den Familien früher oft untereinander geheiratet wurde. In einer Datenbank im New Yorker Stadtteil Brooklyn sind mittlerweile die Testergebnisse von hunderttausenden Juden aus aller Welt gespeichert. In der jüdischen Gemeinde in Antwerpen hat Michael Heussen erlebt, wie Romantik, tiefe Gläubigkeit und moderne Wissenschaft in Einklang gebracht werden.

Autor: Michael Heussen

Puntland / Somalia: Will noch jemand Pirat werden?: Auf die Frage was sie denn später mal werden wollen, antworten kleine Jungs im maroden Staat Somalia gerne mit „Pirat". Kein Wunder, denn somalische Piraten haben ausländische Frachter und Öltanker samt Mannschaft jahrelang als Geiseln genommen. Und damit fette Beute gemacht. Nach Schätzungen der Weltbank kassierten sie fast 400 Millionen Dollar Lösegeld.

Doch seitdem die Staaten der Europäischen Union am Horn von Afrika, vor der Küste Somalias, mit Kriegsschiffen Piraten bekämpfen, ist der Traum vom schnellen Reichtum durch Schiffsentführungen zerplatzt. Insgesamt bleibt die Situation in Somalia dennoch instabil, staatliche Strukturen gibt es bis heute nur in Ansätzen. Deshalb ist das Land im Kampf gegen Islamisten und Piraten auf Hilfe von außen angewiesen. Die EU unterstützt unter anderem ein Projekt, bei dem Filmvorführer mit einem Aufklärungsfilm und aufblasbarer Leinwand über die armen Dörfer Puntlands, einer halbautonomen Provinz im Norden Somalias, ziehen. Dort, wo die Piraterie wie nirgendwo sonst auf der Welt blühte, zeigt die Abschreckung Wirkung. Die jungen Zuschauer sehen im Film, wie die Boote der Piraten vernichtet werden, wie die Freibeuter meist leer ausgehen und trotzdem noch für Jahre im Gefängnis landen. Traumberuf Pirat? Nach dem Aufklärungsfilm für viele Jugendliche eher nicht mehr erstrebenswert.

Autor: Peter Schreiber, ARD Nairobi

Ukraine: Die Krim als Spaltpilz der Nation?: Während sich die neue Regierung in Kiew bemüht, wieder stabile staatliche Strukturen im Land herzustellen, hat sich der Konflikt zwischen dem Westen und dem Osten des Landes, zwischen EU- und Russland-Orientierten ganz schnell auf die Halbinsel Krim verlagert. Die Mehrheit der Bewohner dort sind ethnische Russen, von denen die meisten jetzt ihre Chance wittern und die Abspaltung und Wiedervereinigung der Krim mit Russland fordern. Mitglieder der aufgelösten Janukowitsch-treuen Sondereinheit Berkut, in Kiew für besonders brutales Vorgehen verhasst, wurden bei ihrem Rückzug auf die Krim dort wie Helden empfangen.

Sie stehen auf Seiten der pro-russischen Demonstranten Auge in Auge gegenüber den Unterstützern der ukrainischen Revolution.

Autorin: Golineh Atai, ARD Moskau

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Bayerischer Rundfunk
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