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Klimakonferenz: Klimaziele erreichbar?

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Klimakonferenz: Klimaziele erreichbar? | Bild: SWR

Bei der UNO-Klimakonferenz im ägyptischen Sharm el Sheikh soll beraten werden, wie die Erderwärmung begrenzt werden kann. Doch die bisher geplanten Klimaziele scheinen kaum noch erfüllbar. Eine Übersicht und ein Gespräch mit David Ryfisch von Germanwatch.

Düstere Aussichten bei den Klimazielen

Mit den bislang geplanten Klimaschutzvorhaben der Staaten ist das 1,5 Grad Ziel unerreichbar. Nahe dran kommen Norwegen, Großbritannien oder Nepal. Zu wenig machen Deutschland, Australien oder die USA. Völlig ungenügend im Mindern von CO2 sind vor allem China, Kanada oder Saudi-Arabien. Die Türkei, Russland oder Iran gelten sogar als Totalausfälle. Die Aussichten sind düster: Bei Erfüllung aller selbstgesteckten Klimaziele würde sich die Welt derzeit um 2,4 Grad erwärmen.

Der größte Kohlendioxidausstoß weltweit stammt aus China: mehr als ein Viertel! Die global sehr begehrte billige Massenproduktion braucht Strom und der kommt meist aus Kohlekraftwerken. Erst im Jahr 2030 will China mit dem CO2 sparen beginnen – dann ist es längst zu spät.

Auswirkungen des Krieges in der Ukraine

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Die bisherigen Anstrengungen von Unternehmen reichen nicht  | Bild: SWR

Eine Abfrage unter Unternehmen weltweit hat ergeben, dass auch hier die Klimaziele krachend verfehlt würden. Sie kommen sehr unterschiedlich voran, bei der Senkung von Emissionen. Die Anstrengungen reichen nicht: Japans Wirtschaft würde zu einer Erderwärmung von 2,8 Grad beitragen, Frankreich und Deutschland schneiden besser ab. Kanada dagegen besonders schlecht.

Schauen wir nach Deutschland, zeigt sich: Bei der alternativen Energiegewinnung gibt es Fortschritte. Doch viele Gebäude sind zu schlecht isoliert und verschwenden kostbare Wärme. Es stockt auch im Verkehrssektor. Dabei könnte schon ein Tempolimit von 130 ohne große Kosten fast zwei Millionen Tonnen CO2 einsparen, wird aber nicht umgesetzt.

Welche Auswirkungen der russische Angriffskrieg auf die Ukraine aufs Klima hat, ist noch nicht klar. Er verschärft die Situation: wegen der gestoppten Gasexporte aus Russland werden weltweit neue Lagerstätten von Kohle, Öl oder Gas erschlossen. Andererseits besteht die Chance, den Wechsel zu klimafreundlichen Technologien deutlich zu beschleunigen.

Autor: Axel Weiß

Stand: 07.11.2022 11:24 Uhr

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