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"druckfrisch"-Musiker des Monats: "driftmachine"

PlayDie "druckfrisch"-Musiker des Monats Oktober sind "driftmachine"

"druckfrisch"-Musiker des Monats Oktober 2021 sind die beiden "Männer, die auf Kabel starren": Andreas Gerth und Florian Zimmer, die als "driftmachine" ihren analogen Synthesizern tiefdunkle, elektronische Dubrhythmen entlocken. Normalerweise dauern ihre Stücke natürlich viel länger als die klitzekleine Sendeminute, die ihnen im Literaturmagazin als Gastmusiker zugestanden wird. Das Stück "Rungler Statik" des Berliner Duos, stammt von ihrer Debut-Kassette (!) Eis Hauton, die inzwischen – wie alle anderen Werke von ihnen – als LP bei dem mexikanischen Label Umor Rex erschienen ist. Benannt ist der Track nach einem Modul ihrer Synthesizer, dem Rungler, einem Chaos-Klanggenerator.

Begonnen hat die Sendung mit dem Track "Tank!", der Titelmelodie der legendären Anime-Serie "Cowboy BeBop", die im nächsten Monat bei einem Streamingdienst ihre Realfilm-Premiere haben wird. Komponiert wurde das kleine Schmuckstück von der japanischen Komponistin Yoko Kanno, einer ebenso bekannten wie rätselhaften Filmkomponistin, die diesen Track mit einer fiktiven Band namens "Seatbelts" eingespielt haben will, die unseres Wissens allerdings noch nie aufgetreten ist.

Es ging filmmusikalisch weiter. Francois de Roubix war – bevor er bei einem Tauchunfall ums Leben kam – einer der experimentierfreudigsten französischen Filmkomponisten der 60er Jahre, der einerseits die Melodien für viele der französischen Klassiker mit Alain Delon und Lino Ventura schrieb ("Die Abenteurer", 1967), andererseits früh begann, auch mit elektronischer Musik zu experimentieren. Für die Literatur gewordene Version der Villa von Claude Lelouch (Husch Josten) wählten wir den Song "Enterrement Sou-Marin", zu dem Christine Legrande die ätherischen Vocals beigesteuert hat. 

Nach dem Live-Auftritt von "driftmachine" konnte unser Regisseur nicht davon abgehalten werden, den leeren Flughafen Tegel mit seinem Lieblings-Flugzeug-Song "The Letter" der legendären "The Box Tops" zu illustrieren. "The Box Tops" waren einerseits eine One-Hit-Wonder-Band der 60er Jahre aus Memphis. Ihr Leadsänger Alex Chilton startete allerdings in den 80er Jahren eine zweite Karriere als Indie-Solokünstler, der sein grandioses musikalische Talent gerne hinter gewollt linkischen Auftritten verbarg.

Für den Abspann war eigentlich eine Referenz an den in der letzten Woche gestorbenen Musiker Pat Fish ("The Jazzbutcher") geplant. Dann gewann Abdulrazak Gurnah den Literaturnobelpreis. Sein wunderschönes Gedicht "By The Sea" haben wir stattdessen mit einem ähnlich benamten Track des Elektronikers "DNTEL" ("The Seas Treses See") unterlegt, um damit einen kleinen Gruß von "druckfrisch" hinüber an die englische Küste zu schicken. Unser Resümee: Als Sänger einer Elektroband hätte Abdulrazak Gurnah auch Karriere machen können.

Von Andy Ammer

TitelInterpret
Tank!Yoko Kanno & Seatbelts
Enterrement Sou-MarinFrancois de Roubaix
Rungler Statikdriftmachine
The LetterThe Box Tops
The Seas Trees SeeDntel

Stand: 10.10.2021 18:00 Uhr

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Bayerischer Rundfunk
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