Die Live-Untertitelung

Fußballspiel mit Live-Untertitelung
Fußballspiel mit Live-Untertitelung | Bild: ARD Text

Live-Übertragungen oder Live-Sendungen im Fernsehen können natürlich nicht vorproduziert werden, sondern müssen auch live untertitelt werden. Die Live-Untertitel werden heute meist mit Hilfe von Spracherkennungssoftware erstellt. Dabei sprechen die Untertitel-Redakteure in ein Mikrofon, die Spracherkennungssoftware verschriftet das gesprochene Wort und der Untertitel kann nach kurzer Durchsicht per Knopfdruck auf Sendung geschickt werden.

Die Live-Untertitelung erfordert große Konzentration, Auffassungsgabe und die Fähigkeit mehrer Dinge gleichzeitig erfassen und bearbeiten zu können. So müssen die Untertitel-Redakteure simultan das Bild beobachten, den Fernsehton in eigenen Worten wiedergeben, die Verschriftung durch die Spracherkennung kontrollieren und korrigieren sowie den Untertitel absenden. Für all diese Arbeitsschritte bleiben insgesamt nur wenige Sekunden – während die Sendung bereits weiterläuft.

Untertitel-Redakteure müssen lange ausgebildet werden, bis sie in der Lage sind, hier gute Ergebnisse zu erzielen. Aber auch die Spracherkennungssoftware muss ausgiebig trainiert werden. So müssen zunächst zahlreiche Texte eingelesen werden, damit sich die Software auf die Sprechweise des jeweiligen Untertitlers einstellt. Zudem müssen immer wieder Fachbegriffe und Namen eingesprochen werden. Allein für die Olympischen Spiele 2008 in Peking beispielsweise mussten die Untertitel-Redakteure rund 11.500 Sportlernamen und Fachbegriffe einsprechen. Und zwar jeder von ihnen.

Ein Problem der Live-Untertitelung ist die Geschwindigkeit, denn das gesprochene Wort aus dem Fernsehen muss erst verschriftet werden, ehe man es als Untertitel auf den Sender schickt.

Insofern ergibt sich immer eine Verzögerung im Vergleich zum gesprochenen Wort bzw. zum Fernsehbild. Beim schnellen Wechsel von Szenen kann der Eindruck entstehen, dass der Untertitel gar nicht mehr zum aktuellen Bild passt, weil er eine Szene beschreibt, die schon vorher gesendet wurde. Diese Verzögerung lässt sich (z. B. bei einem Fußballspiel) nicht immer vermeiden.

Bei der Arbeit mit der Spracherkennung werden auch immer wieder Schreibfehler auftauchen, z.B. durch nicht richtig erkannte Wörter oder durch Fehler in der Groß- und Kleinschreibung. Mittlerweile ist die Spracherkennungssoftware deutlich besser geworden, so dass sich die Fehlerquote generell verkleinert hat. Spracherkennungssoftware basiert aber auf Phonetik. Insofern wird die Software besonders bei gleich klingenden Wörtern Fehler machen. So kann aus einem "Ballspiel" schnell ein "Beispiel" werden.

Diese Fehler können zum Teil noch korrigiert werden. Manchmal ist es durch den schnellen Fluss der Ereignisse dennoch nicht zu vermeiden, dass ein Fehler auch über den Bildschirm geht.

Die Live-Untertitel geben Zusatzinformationen und liefern den roten Faden zum Gesamtverständnis des Geschehens.