SENDETERMIN Mo, 02.04.12 | 23:00 Uhr

Sendung vom 02.04.2012

In der Sendung am 02.04.2012 begrüßt Dieter Nuhr: Nils Heinrich, Johann König, Timo Wopp und Axel Pätz.

Nils Heinrich: Der Kabarettist mit spitzer Zunge setzt immer mal wieder seinen sachsen-anhaltischen Dialekt, seine Konzertgitarre, aber auch seinen Sprachwitz ein.

Johann König, der Poet unter den Komikern, der Meister des ausschweifenden Minimalismus, erzählt in seiner unverwechselbaren Art schüchtern-charmant und mit brüchiger Stimme Geschichten aus seinem sonderlichen Leben.

Timo Wopp – oder auch der "Wopp im Schafspelz" – ist eine Herausforderung für das Publikum, denn so einen Typen darf man eigentlich nicht mögen. Wopps Witz liegt in der intelligenten Schärfe und in seiner grenzenlosen Ehrlichkeit. Oder Unverschämtheit – wie man will.

Axel Pätz ist der Texter durch alle denkbaren Genres. Er begleitet sich selber auf Klavier und Akkordeon. Die Säulen seines Tastenkabaretts bilden dabei schwarzhumorige Lieder, ebenso wortgewandt wie fein geschliffen.

Nils Heinrich

Nils Heinrich
Nils Heinrich | Bild: dpa

Nils Heinrich wächst in der DDR auf und erlebt ohne größere Schäden zum ersten Mal in seinem Leben den Zusammenbruch eines politischen Systems (DDR), danach assimiliert er sich gekonnt in die neue Gesellschaftsordnung. Nach seinem Fachabitur und abgeleistetem Zivildienst verschlägt es Nils Heinrich 1995 nach München, wo er erste Eindrücke in den Rundfunk- und Fernsehmedien sammelt.  

2000 zieht er nach Berlin. Dort hört Heinrich zum ersten Mal von einer gewissen "Lesebühnenszene". Ein Besuch bei den Surfpoeten ermuntert ihn, selbst Kurzgeschichten zum Vorlesen vor Publikum zu schreiben.

2003 gründet er seine eigene Lesebühne "Die Brauseboys" in Berlin Wedding. 2005 wird er Vize-Sieger beim Hamburger Comedy-Pokal, obwohl er gar keine Comedy macht. Aber der Grundstein ist gelegt und er zeigt sein erstes abendfüllendes Programm "Texte, Lieder und Gemüse". Im selben Jahr erscheint die hochgelobte Doppel-Live-CD der Brauseboys "Wir sind nur Kurzgeschichtenvorleser" sowie seine Song-CD "100 Jahre Kuscheln". 2006 verabschiedet sich Heinrich aus Berlin und zieht nach Stuttgart. Dort gründet er die Stuttgarter Lesebühne "7PS Eurhythmie und Marschmusik". Auch hier ist er unterwegs mit dem Soloprogramm "Texte, Lieder und Gemüse", allerdings in überarbeiteter Form. Erste Fernsehauftritte im "WDR Poetry Slam" folgen. Sein neues Bühnenprogramm "Die Abgründe des Nils" entsteht 2008. Darin enthalten: Mehr Politik, mehr Aufreger, mehr Pointen, weniger Gelese und natürlich hitverdächtige Lieder. Dieses Programm zeigt er sogar im Goethe-Institut von Santa Cruz de la Sierra, Bolivien.

2009 tritt  Nils Heinrich in "Ottis Schlachthof" auf. Nominierungen für Kabarettpreise: Prix Pantheon 2009 und Tegtmeiers Erben 2009. Bei beiden endet die Teilnahme preislos. Daraufhin fällt der Entschluss, Kabarettwettbewerbe erstmal für Quatsch zu halten, weil man unterschiedliche Spielarten und Darreichungsformen des Humors einfach nicht miteinander vergleichen kann.

2010 wird er Gewinner des "schwarzen Schafs vom Niederrhein", dessen Hauptjuror Harald Schmidt ihn lobt als "Sehr witzig, sehr frech, sehr understatement". Es wird der Entschluss gefasst, Kabarettwettbewerbe gut zu finden. Einige Fernsehauftritte im WDR (Stratmanns, Mitternachtsspitzen, Funkhaus), SWR (Spätschicht), dem RTL II FunClub, bei Volker Pispers (im Rahmen des 3sat-Festivals) sowie diverse Radioausstrahlungen (WDR 2 & 5, Bayern 2, Radio Eins, eigene Reihe in der "Show Royal") runden das Gesamtbouqet ab.

2011 bekommt Nils Heinrich den "Kleinkunstpreis Baden-Württemberg" überreicht. Im selben Jahr zieht er zurück nach Berlin, abermals aus Gründen, wie er selber sagt. Doch die Verbindung nach Stuttgart kann niemand mehr kappen: Ab Februar sendet der Hörfunksender SWR4 die tägliche Kolumne "Vier Vergnügen" mit Beiträgen von Nils Heinrich. Im Mai 2011 wird ihm der "Salzburger Stier" verliehen, welcher in Sachen "Preise, die man gewinnen kann" direkt vor dem Friedensnobelpreis und dem Gelsenkirchener Horst kommt. Sein neues Soloprogramm "Weiss Bescheid" hatte im September 2011 bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft Premiere. Im März 2012 erschien sein neues Buch "Irgendwo muss man ja wohnen".

»"Nils Heinrich besitzt einige im zeitgenössischen Kabarett selten gewordene Gaben, nämlich echten Humor, Mutterwitz und die aus innerer Überlegenheit gespeiste Gabe zur Selbstverspottung, die einen eigentlich erst recht befähigt, auch über andere und das Leben generell zu spotten und zu lästern."
(Fränkische Nachrichten)«

Johann König

Johann König
Johann König | Bild: dpa

Johann König ist der Poet unter den Komikern. Seit 1998 spielt sich der mehrfach ausgezeichnete Künstler (u.a. Deutscher Comedypreis, Bayerischer Kabarettpreis, Publikumspreis "Die Wühlmäuse") in die Herzen einer immer größer werdenden Fangemeinde. Neben seinen Live-Auftritten war er bereits häufiger Gast in TV-Sendungen wie "Die Große Quatsch Variety Show", "Cindy aus Marzahn & die jungen Wilden" oder "100 Jahre Heinz Erhardt". Zudem kennt man ihn als langjährigen Nachbarn von Christine Westermann und Götz Alsmann in der TV-WG "Zimmer frei". Auch beim Satire Gipfel ist Johann König regelmäßig zu Gast.

In seiner unverwechselbaren Art erzählt Johann König schüchtern-charmant und mit brüchiger Stimme Geschichten aus seinem sonderlichen Leben. Dabei wirkt er zunächst leicht entrückt, um dann dem Publikum mit seiner Betrachtung der kleinen Danebenheiten des Lebens zu zeigen, dass er es faustdick hinter den Ohren hat. Johann Königs Markenzeichen sind seine "stacheligen" Gedichte und Erzählungen, nachzulesen in seinem ersten Buch "Gestammelte Werke" (2009).

Mit seinem aktuellen Buch "Der Königsweg: Triumph der Langeweile" (2010) stellt Johann König den Lesern einen Weggefährten zur Seite, um die Längen des Lebens mit Wonne zu genießen.

Zwischen 2003 und 2005 tourte der Meister des ausschweifenden Minimalismus mit seinem Soloprogramm "Ohne Proben nach oben" durch Deutschland, veröffentlichte seine Live-CD "Och nöö" sowie seinen Cologne-Song "Mein Veedel". Mit dem Folgeprogramm "Johann König eskaliert" war der Comedian von 2006 bis Anfang 2009 bundesweit in ausverkauften Häusern auf Tour. Seitdem ist Johann König bereits mit seinem vierten Soloprogramm "Total Bock auf Remmi Demmi" unterwegs, dessen TV-Aufzeichnung den "Deutschen Comedypreis 2010" erhielt.

Timo Wopp

Timo Wopp
Timo Wopp | Bild: www.timowopp.de

Timo Wopp ist Grenzgänger zwischen Wirtschaft und Showbühne. Er studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und war gleichzeitig als einer der besten deutschen Jongleure preisgekrönt auf internationalen Bühnen unterwegs. Nach Abschluss des Studiums widmete er sich neben seiner künstlerischen Arbeit der unternehmensbezogenen Live-Kommunikation.

Als Grenzgänger vereint er in seinem Schaffen scheinbare Gegensätze. Im Rahmen seiner interaktiven Impulsvorträge verbindet er seine Erfahrungen aus mehr als 15 Jahren Jonglierkarriere mit seinem fundierten betriebswirtschaftlichen Wissen. Als Kabarettist mit eigenem Soloprogramm bespielt er regelmäßig unterschiedlichste Theaterbühnen. Als Fachreferent und Moderator greift er auf seine Live-Erfahrungen zurück, die er als Kabarettist auf deutschen Kleinkunstbühnen sammelt. Mittlerweile beeinflussen sich beide Bereiche gegenseitig und führen, egal in welcher Situation, immer zu Kommunikation auf Augenhöhe mit seinem Publikum.

"Der Wopp im Schafspelz" – er ist eine Herausforderung für das Publikum, denn so einen Typen darf man eigentlich nicht mögen.

Timo Wopp nennt das Kind beim Namen, wie hässlich es auch sein mag. Für einen guten Gag sucht er schon mal Grenzen auf. Dass seine Zuschauer ihm dorthin gerne folgen, liegt vor allem daran, dass sie gedanklich nicht über plattgetrampelte, altbekannte Comedy-Pfade geschleppt werden. Wopps Witz liegt in der intelligenten Schärfe und in Blickwinkeln, die das Publikum herausfordern. Außerdem in seiner grenzenlosen Ehrlichkeit. Oder Unverschämtheit – wie man will.

Axel Pätz

Axel Pätz
Axel Pätz | Bild: www.archiv-heine.com / Kay Christian Heine

Als 17jähriger gewann er seinen ersten Wettbewerb als Liedermacher in einer Diskothek in dem Dörfchen Alveslohe in der holsteinischen Provinz, in der er aufwuchs.

Ab da textete er sich durch alle denkbaren Genres und tummelte sich auf unterschiedlichen Bühnen sowohl als Pianist, Sänger in einer Rock-Band und Oper, in einer A-cappella-Gruppe, als musikalischer Leiter beim Musical, als Schauspieler, als Chorleiter und im Bereich des Kindertheaters und der Kindermusik. Schließlich fand er mit 50 Jahren seine wahre Bestimmung im Kabarett. 

Innerhalb von drei Jahren erlebte er dort einen geradezu kometenhaften Aufstieg. Er gewann in dieser Zeit zahlreiche Kabarett- und Kleinkunstpreise. Neben seinen mitreißenden Live-Auftritten ist er inzwischen auch ein gefragter Autor. Die Säulen seines Tastenkabaretts bilden dabei schwarzhumorige Lieder, ebenso wortgewandt wie fein geschliffen, zu denen er sich selber auf Klavier und Akkordeon begleitet.

Programme
Die Ganze Wahrheit (Premiere 2008)
Das Niveau singt (Premiere 2011)

Auszeichnungen
u.a.  "Tuttlinger Krähe" 2011 (Publikumspreis), "Sankt Ingberter Pfanne" 2010 (Publikumspreis), "Obernburger Mühlstein" 2010 (Publikumspreis), "Hochstift KulturSchiene" 2010, (Jury- und Publikumspreis), Preis Recklinghäuser "MAX" 2011 (Publikumspreis)

Sendung verpasst?

Die Sendung vom 2. April 2012 wird zu folgenden Sendeterminen in den Dritten wiederholt:

Samstag, 07.04.12 | 23:45 Uhr (WDR)
Freitag, 13.04.12 | 21:00 Uhr (rbb)
Samstag, 14.04.12 | 23:05 Uhr (MDR)
Montag, 16.04.12 | 21:15 Uhr (3Sat)

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