Lenn Kudrjawizk | Emil Perica

Emil Perica (Lenn Kudrjawizki, li.) und Stascha Novak (Jasmin Gerat) an der Stelle, wo Anton abgestürzt ist.
Emil Perica und Stascha Novak an der Stelle, wo Anton abgestürzt ist. | Bild: ARD Degeto / Constantin TV

Der Tod der transsexuellen Antonia in „Tod im roten Kleid“ wühlt alle im Ermittlerteam auf. Wie geht Emil damit um?

Emil hat zwei Seelen in seiner Brust. Als Mann, der von eine strenggläubigen Frau erzogen wurde, verteidigt er natürlich die alten sogenannten Werte und Traditionen seiner Mutter und versucht auch, nichts drauf kommen zu lassen. Auf der anderen Seite ist Emil ein moderner aufgeklärter Mann, für den die Herkunft und sexuelle Ausrichtung eines Menschen keine Rolle spielt. Am Ende steht das Schicksal eines Menschen, der in dem Umfeld, in dem er lebt, keinen Platz findet. Unfassbar, jedoch leider immer noch Realität in unserer Welt.

Emils Stiefmutter ist streng gläubig und traditionell. Wie sehr hat das auf ihn abgefärbt?

Emil ist seine Mutter heilig und der Glaube, mit dem er aufgewachsen ist, gibt ihm Halt, wenn er dem Tod in Form einer Leiche begegnet. Emil ist aber auch ein Sensibelchen im Gegensatz zu seinen Kollegen.

Glauben Sie, dass eine geschlechtergerechte Sprache zu mehr Selbstverständnis für LBGTQ-Menschen führt?

Am Anfang steht das Wort. Ich bin davon überzeugt, dass über die Sprache sehr viel, wenn nicht sogar alles, initiiert werden kann. Für mich ist das „Wort“ Mentalität, Tradition, Waffe und Heilmittel zu gleich. Somit ist es sehr wichtig, dass sich unsere Sprache zum Guten weiterentwickelt und alle Menschen unserer Gesellschaft einschließt. Veränderungen sind am Anfang immer anstrengend – ganz besonders bei Dingen, mit denen wir aufgewachsen sind. Veränderungen in der Sprache regen zum Nachdenken an und zum Austausch. Allein das ist schon ein großartiger Grund, um die Reise anzutreten, eine geschlechtergerechte Sprache umzusetzen. Sensibilisierung für Themen, die in unserer Gesellschaft Raum brauchen, um an Bedeutung zu gewinnen. Schon für unsere Kinder wird das hoffentlich Normalität sein.

Im Film „Vor Mitternacht“ soll Emil die Leitung der Ermittlungen übernehmen – einst sein großer Traum. Wie gut füllt er diese neue Position aus?

Natürlich wäre Emil gerne so richtig Leiter der Ermittlungen, der Teamplayer in ihm ist jedoch stärker und die Empathie zu seiner Kollegin wird damit zur Fehlerquelle im Job. Am Ende führen viele Wege nach Rom. Die Frage ist, was erwartet einen dort.

Haben Sie bei den Dreharbeiten zum inzwischen 11. und 12. Film neue Seiten an der kroatischen Kultur entdeckt und vielleicht auch eine neue Seite von Split kennengelernt?

Ich bin sehr glücklich über dieses schöne zweite Zuhause. Es ist schön, zu sehen, wie sich die Stadt jedes Jahr verändert, wie wir als Team jedes Mal wieder herzlich empfangen werden, wie mein UNICEF-Projekt im Erdbebengebiet Früchte trägt, wie vielseitig die Restaurants werden und auf einmal gibt es mehr Ladesäulen für E-Autos und wunderbar wie eine Handvoll Taucher, die „Ghostdiver“ von Healthy Seas, verloren gegangene Fischernetze aus dem Meer holen, um sie dann zu Kunststoff verarbeiten zu lassen. Einfach großartig zu sehen, dass sich überall auf der Welt die Menschen langsam besinnen und versuchen ihren Lebensraum zu erhalten.

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