Marleen Lohse im Gespräch

Marleen Lohse als Jule Christiansen
Marleen Lohse als Jule Christiansen | Bild: NDR/ARD Degeto / Christine Schroeder

Jule Christiansen

Rollenbeschreibung

In der Vergangenheit galt Jule Christiansens Liebe eindeutig und ausschließlich den Tieren und dann kam lange nichts – allenfalls vielleicht ihre Leidenschaft fürs Motorradfahren. Hauke Jacobs quirlige, kesse Arzthelferin blühte immer auf, wenn sie morgens die Tierarztpraxis betrat und sie am Abend nach aufopferungsvoller Arbeit verließ. Bis jüngst ein Mann auftauchte, für den das Herz der Rothaarigen ein wenig mehr schlägt als für die bisherigen Männer, die in Schwanitz strandeten. Der Mann ist ein Ex-Polizeikollege ihres Chefs Hauke, was die Situation gefährlich macht. Bislang mischte Jule, um nicht von Hauke und Lona abgehängt zu werden, bei der Aufklärung von Verbrechen stets gerne als Hilfssheriff mit. Jetzt, da Lona im Koma liegt und als Polizistin ausfällt, ist Jules Ermittlertrieb endgültig geweckt. Dass sie von nun an gemeinsam mit Hauke auf Verbrecherjagd geht, steht für sie außer Frage, auch wenn sie gar keine Polizistin ist. Damit begibt sich Jule, unbekümmert wie sie manchmal die Welt sieht, in größte Gefahr

Marleen Lohse im Gespräch

»Für Jule ist es keine Frage, ob sie sich einmischt. Natürlich mischt sie sich ein!«

Frau Lohse, wodurch zeichnen sich die drei neuen Filme dieser Reihe aus Ihrer Sicht aus, worin lagen für Sie die größten Her ausforderungen?

Für mich ist es immer wieder eine Herausforderung und große Chance, einen besonderen Fokus auf die Zwischentöne der Dorfbewohner zu legen. Ich liebe es, die Vertrautheit und dadurch auch Verspieltheit und Konkurrenz der Figuren zu entdecken. Selbst wenn Schwanitz auf den ersten Blick verschlafen und gemütlich erscheint, ist dieser kleine Ort ein wahrer Magnet für Verschwörungen, kriminelle Handlungen und Dramen jeglicher Art. Es ist erstaunlich, wie die Dorfgemeinschaft sich immer wieder aufrafft und einen Weg findet, weiterzumachen.

Ihre Figur hat ja einige Schicksalsschläge in den letzten Jahren durchlebt: den Verlust des Bruders, nun den des Mannes, mit dem sich Jule Christiansen eine Zukunft hätte vorstellen können, und – ganz aktuell – den Verlust der Freundin Lona Vogt. Woher nimmt Jule die Kraft, mit all dem Schmerz umzugehen?

Das ist wohl wahr! Erzählerisch liegt natürlich immer ein bisschen Zeit dazwischen, aber man muss schon sagen, dass Jules Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen, überdurchschnittlich stark ausgeprägt ist. Das mag ich sehr an ihr. Sie ist eine Macherin. Manches macht sie auch, bevor sie denkt, aber das muss man dann wohl oder übel in Kauf nehmen. Man kann auf Jule zählen, auch wenn sie mit ihrer leidenschaftlichen Art gelegentlich etwas übers Ziel hinausschießt. Das Herz hat sie am rechten Fleck und sogar nach all den tragischen Umständen schlägt es immer noch für Schwanitz und dessen menschlichen und tierischen Bewohner.

Jule Christiansen lebt nicht nur für ihren Beruf als Tierarzthelferin, auch ihr detektivischer Ehrgeiz, Kriminalfälle zu lösen, reizt sie zunehmend. Bietet diese Mischung Ihnen mehr Spielmöglichkeiten?

Das gefällt mir sehr. Jule musste viel Schmerz erleiden, und anstatt sich in Trauer zurückzuziehen, ist ihr Tatendrang und Gerechtigkeitssinn angefeuert worden. Für sie stellt sich nicht die Frage, ob sie sich einmischt, sondern selbstverständlich mischt sie sich ein! Dass ihr dabei die eine oder andere Erfahrung fehlt und sie sich oftmals selbst in gefährliche Situationen bringt, ist ihr nicht bewusst. Das wird sie wohl oder übel lernen müssen.

In „In eigener Sache“ begibt sich Jule Christiansen auf sehr dünnes Eis: Sie nimmt über ein Dating-Portal Kontakt zu dem vermeintlichen Serienmörder auf. Wie ist Ihre persönliche Haltung zu Dating-Portalen?

In unserer Geschichte wird diese Plattform von einer kriminellen Person missbraucht, und darin liegt natürlich immer eine Gefahr. Wenn man diesen Extremfall ausschließt und verantwortungsvoll sowie mit einer gesunden Vorsicht herangeht, dann ist es eine Chance, Freunde und eventuell Liebe zu finden. Das ist doch etwas Wunderbares. Ich kenne viele romantische Geschichten, die online ihren Anfang genommen haben.