Fragen an Dietrich Brüggemann

Buch und Regie

LKA-Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur, re.) und Stefan Gieseking (Christian Ehrich).
LKA-Ermittler Felix Murot und Stefan Gieseking. | Bild: HR / Bettina Müller

Zwölf Mal lassen Sie Ulrich Tukur in "Murot und das Murmeltier" ein und denselben Tag durchleben – nur Klamauk oder auch ein Sinnbild für den deutschen Krimi?

Als Filmemacher schaut man sich viele Demobänder von Schauspielern an, und man sieht immer dasselbe: Verhöre, Kommissare, Geständnisse. Es ist immer dasselbe, und es ist niederschmetternd. Die Idee, genau diesen Krimi-Overkill dahin zurückzutragen, wo er herkommt, lag wirklich sehr nahe. Ich sehe den Film aber nicht nur als Meta-Krimi, sondern auch als einen ganz normalen Tatort, denn es gehört ja zu den Qualitäten der Marke, dass vom ganz normalen Leben in Deutschland erzählt wird. Und das sieht eben meistens genau so aus: Man steht jeden Morgen auf, fährt um dieselbe Zeit an denselben Ort, trinkt mit denselben Kollegen denselben Kaffee und führt dieselben Gespräche. Von diesem Zustand und von der Frage, ob man aus dieser Schleife aussteigen oder gar den Sinn darin finden kann, handelt der Film. Und ein riesengroßer Klamauk ist es natürlich obendrein.

Beim Hessischen Filmpreis haben Sie ein regelrechtes Loblied auf Ulrich Tukur gesungen, jetzt darf er in einer Paraderolle alle seine Facetten im "Murmeltier" zeigen. Was fasziniert Sie am Schauspieler Tukur, was am Menschen?

Da mache ich es mir einfach und zitiere unseren eigenen Liedtext:

Wenn man von Ulrich Tukur spricht
Kann man das nur als Gedicht
Und wenn man Ulrich Tukur sieht
Springt man auf und singt ein Lied!

Mein Leben hat erst dann ‘nen Sinn
Wenn ich Ulrich Tukur bin
Dann wär ich elegant und fein
Ich möchte Ulrich Tukur sein!

Doch ich bin ich, und er ist er
Er ist der Ehrenpreisträger
Der niemals seinen Text vergisst
Weil er Ulrich Tukur ist!

Ulrich Tukur heißt der Mann
Der manches weiß und vieles kann
Um den die ganze Welt sich reißt
Weil er Ulrich Tukur heißt!

"Murot und das Murmeltier“ ist nicht Ihr erster Kontakt mit dem Genre, bereits 2017 lief Ihr kammerspielartiger Stuttgart-Tatort "Stau“. Was reizt Sie an dem Format? Gibt es Pläne für einen dritten "Brüggemann-Tatort“?

Ich wurde zweimal gefragt, habe zweimal nicht nein gesagt und hatte zweimal enormen Spaß. Es geht erfreulich schnell, man hat große Freiheiten und ein garantiertes Millionenpublikum. Jetzt drehen wir gerade einen Kinofilm, aber wenn der Tatort ein drittes Mal anklopfen sollte, bin ich gern wieder dabei. Genauer gesagt hat er schon angeklopft, mit dem SWR entwickeln wir wieder was, und falls wir jetzt mit "Murot und das Murmeltier" beim Publikum punkten können, komme ich ja vielleicht auch mit Kommissar Tukur zur erneuten Ehre.

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