Der Filmemacher Dominik Graf

Von Moritz Holfelder / Bayern 2

Dominik Graf
Dominik Graf | Bild: dpa

Er ist einer der herausragenden deutschen Filmregisseure der Gegenwart - einer, der auch im Fernsehen großes Kino macht: Dominik Graf. Der 1952 in München geborene Filmemacher und vielfache Grimme-Preisträger erzählt leidenschaftlich von Verbrechen und Städten, genauer gesagt: von Orten und Tatorten.

Dominik Graf arbeitet sich an Deutschland ab. Er macht Filme über seine Heimat. Über Schiller, Goethe und Brentano. Aber er geht auch dorthin, wohin kaum ein anderer Regisseur geht: Er erzählt vom Aufstieg und Fall eines Zuhälters. Er wagt sich ins Milieu der russischen Mafia in Berlin. Er ermittelt in Sachen Mädchenhandel im oberfränkischen Hof. Egal ob Provinz oder Großstadt – immer ist da ein profundes Interesse an Lebenswirklichkeiten, die ein ganz anderes Land repräsentieren als das, welches wir sonst aus dem Kino oder dem Fernsehen kennen.

Forscher hinter der Kamera

Dominik Graf macht ein Kino der Selbsterforschung – darüber, wie einsam und dabei entschlossen Menschen bisweilen sind. Er entwickelt eine große Neugierde auf den Einzelnen und bezieht immer das gesellschaftliche Umfeld und die gebaute Umgebung mit ein. In seinem im Jahr 2000 gedrehten Filmessay "München – Die Geheimnisse einer Stadt" heißt es zu Beginn: "Dies ist München, aber es könnte auch jede andere Stadt sein, die groß genug ist zu zeigen, wie die Lebensgeschichte jedes Einzelnen verstrickt ist in die Geschichte eines Ortes, wie sich das Persönliche und das Anonyme dort ineinanderschieben und ergänzen. Ob man will oder nicht, so trägt jeder seine eigene innere Stadt in sich, und wie bei einem Baum würde ein Schnitt Altersringe sichtbar machen, die sozusagen abbilden, wie die Stadt in uns allen wächst oder andersherum: wie man selbst in die Stadt hineinwächst."

Filmographie (Auswahl)

  • 1975: Carlas Briefe
  • 1977: Der Mädchenkrieg (als Darsteller)
  • 1979: Der kostbare Gast
  • 1980: Der Familientag
  • 1982: Das zweite Gesicht
  • 1983: Köberle kommt (Fernsehserie, 6 Folgen)
  • 1984: Treffer 1985: Drei gegen Drei
  • 1985–1993: Der Fahnder (Fernsehserie, mehrere Folgen)
  • 1986: Tatort – Schwarzes Wochenende
  • 1987: Die Katze
  • 1989: Tiger, Löwe, Panther
  • 1990: Spieler 1993: Morlock – Die Verflechtung
  • 1994: Die Sieger
  • 1995: Tatort – Frau Bu lacht
  • 1996: Sperling und das Loch in der Wand
  • 1996: Reise nach Weimar
  • 1996: Irren ist männlich (als Darsteller)
  • 1997: Denk ich an Deutschland … – Das Wispern im Berg der Dinge
  • 1997: Der Skorpion
  • 1997: Doktor Knock
  • 1998: Sperling und der brennende Arm
  • 1998: Deine besten Jahre
  • 1999: Bittere Unschuld
  • 2000: München – Geheimnisse einer Stadt
  • 2002: Der Felsen
  • 2002: Die Freunde der Freunde
  • 2002: Hotte im Paradies
  • 2004: Kalter Frühling
  • 2004: Polizeiruf 110 – Der scharlachrote Engel
  • 2005: Der Rote Kakadu
  • 2006: Eine Stadt wird erpresst
  • 2006: Polizeiruf 110 – Er sollte tot
  • 2008: Kommissar Süden und der Luftgitarrist
  • 2008-2010: Im Angesicht des Verbrechens
  • 2009: Deutschland 09 – Der Weg, den wir nicht zusammen gehen
  • 2011: Dreileben – Komm mir nicht nach
  • 2011: Polizeiruf 110 – Cassandras Warnung
  • 2011: Das unsichtbare Mädchen
  • 2012: Lawinen der Erinnerung
  • 2012: Die geliebten Schwestern

Auszeichnungen

  • 1980 – Bayerischer Filmpreis in der Kategorie Nachwuchsregie für Der kostbare Gast, seine Abschlussarbeit an der Filmhochschule
  • 1983 – Brussels International Fantastic Film Festival: Spezialpreis für Das zweite Gesicht
  • 1988 – Filmband in Gold (Regie) für Die Katze
  • 1989 – Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für Tiger, Löwe, Panther
  • 1993 – Goldener Gong für Morlock – Die Verflechtung
  • 1995 – Goldener Gong für Tatort – Frau Bu lacht
  • 1997 – Adolf-Grimme-Preis für Sperling und das Loch in der Wand
  • 1998 – Bayerischer Fernsehpreis, Sonderpreis für die Fernsehfilme Der Skorpion, Dr. Knock und Das Wispern im Berg der Dinge
  • 1998 – Adolf-Grimme-Preis für Doktor Knock
  • 1998 – Telestar für Der Skorpion
  • 1998 – Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für Der Skorpion
  • 1999 – Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für Sperling und der brennende Arm
  • 1999 – Adolf-Grimme-Preis für Denk ich an Deutschland… – Das Wispern im Berg der Dinge
  • 2003 – Adolf-Grimme-Preis für Die Freunde der Freunde
  • 2003 – Filmpreis der Stadt Hof
  • 2004 – Deutscher Fernsehpreis für Kalter Frühling
  • 2004 – Hans Abich Preis für besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm
  • 2005 – DIVA-Award – Beste Regieleistung des Jahres (Jurypreis)
  • 2006 – Adolf-Grimme-Preis mit Gold für Polizeiruf 110 – Der scharlachrote Engel
  • 2007 – Auf dem Madrid Móstoles International Film Festival den Preis als Bester Regisseur für Der rote Kakadu [3]
  • 2007 – Adolf-Grimme-Preis für Polizeiruf 110 – Er sollte tot …
  • 2007 – Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste: Sonderpreis für Regie für Eine Stadt wird erpresst
  • 2008 – Adolf-Grimme-Preis für Eine Stadt wird erpresst
  • 2008 – Filmkunstpreis für Das Gelübde beim Festival des deutschen Films
  • 2010 – Adolf-Grimme-Preis für Kommissar Süden und der Luftgitarrist
  • 2010 – Schwabinger Kunstpreis
  • 2010 – Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin
  • 2011 – Grimme-Preis für Im Angesicht des Verbrechens
  • 2011 – Bayerischer Fernsehpreis für Im Angesicht des Verbrechens
  • 2011 – Deutscher Regiepreis Metropolis in der Kategorie Beste Regie Fernsehserie für Im Angesicht des Verbrechens
  • 2012 – Grimme-Preis Spezial für Dreileben
  • 2012 – Hamburger Krimipreis für Polizeiruf 110 – Cassandras Warnung
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