Interview mit Roland Kaiser

Roland Kaiser spielt den Schlagerstar Roman König

»Mit dieser Rolle kann ich mich gut identifizieren.«

Roman König
Münsters Damenwelt steht Kopf, denn der Schlagerstar Roman König ist in der Stadt. | Bild: ARD / Martin Menke

Sie spielen eine Gastrolle im neuen Tatort aus Münster. Wie kam es dazu?

Das kam eher zufällig. Die beiden Tatort-Münster-Autoren Stefan Cantz und Jan Hinter sind mit einer TV-Promoterin befreundet. Und es ist ja auch kein Geheimnis, dass ich in Münster lebe. Da kam wohl irgendwann im Gespräch die Idee auf, ob ich in einem Fall von Thiel und Boerne nicht einmal durch das Bild laufen oder einen Satz sagen könne. Als ich dazu gefragt wurde, habe ich gleich gesagt: Beim Tatort Münster, ja klar! Aus diesem Satz sind jetzt allerdings ein paar mehr geworden. Es ist eine richtige Rolle. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.

Sie spielen im Tatort einen Schlagerstar namens Roman König. Worin unterscheidet sich Roman König von Roland Kaiser?

Nun, ich spiele einen Sänger, der schon viele Jahre im Geschäft ist. Mit dieser Rolle kann ich mich natürlich gut identifizieren. Doch ich glaube, dieser Roman König ist ein größerer Egoist als ich. Er ist sehr auf seinen persönlichen Vorteil aus. So wie er möchte ich nicht sein.

Singen Sie auch im Tatort?

Ja, in meiner Rolle als der Schlagersänger Roman König stehe ich in einer Szene auch einmal kurz auf der Konzertbühne und präsentiere seinen aktuellen Hit. Das Stück wurde speziell für diesen Tatort komponiert. Im Film wird es aber nur mal kurz angespielt.

Wie heißt der Titel?

Der Song heißt "Egoist", ganz passend zum Charakter von Roman König.

Wie und wo wurden die Konzertaufnahmen gedreht?

Die Szene mit dem Roman-König-Auftritt haben wir in einer Konzerthalle in Münster gedreht. Die hatte ich dem Produktionsteam vorgeschlagen. Für mich war das schon etwas skurril, auf einer Konzertbühne zu stehen, auf der dein Song eingespielt wird und du Playback singen musst. Nicht nur einmal, sondern immer wieder, für jede Einstellung und Spielszene neu. Das war natürlich auch eine besondere Anforderung für das Publikum im Saal, konstant Begeisterung zu spielen. Wir hatten ja Konzert-Komparsen im Saal. Die haben hervorragend mitgemacht. So als wären sie echte Roman-König-Fans.

Was schätzen Sie am Tatort Münster?

Tatsächlich gehört der Tatort aus Münster auch zu meinen Lieblingssendungen im Fernsehen. Mir gefällt die Art, wie hier ein Krimi serviert wird. Es geht ja schließlich um Mord, aber der Münster-Tatort kommt ohne viel Blut und Brutalität aus. Dafür gibt es hier sogar immer auch etwas zu lachen. Hier schalten übrigens auch meine beiden jugendlichen Kinder gerne ein. Was den Tatort Münster betrifft, haben wir den gleichen Fernsehgeschmack. Das ist ansonsten eher selten.

Sie selbst sind Wahl-Münsteraner. Warum eigentlich?

Eigentlich bin ich ja Berliner. In Münster lebe ich der Liebe wegen. Und was den Tatort betrifft: Für die Münsteraner ist "ihr Tatort" ein Riesen-Ding. Als die Nachricht rauskam, dass ich beim nächsten Fall von Thiel und Boerne mitspiele, habe ich auch privat viele Anfragen von Leuten bekommen, die gerne mal bei den Dreharbeiten mit dabei wären. Ob ich da nicht mal bei der Produktion nachhorchen könne ...

Große Bühnen und Kameras sind Sie als Sänger gewohnt. Haben Sie denn auch schon mal als Schauspieler auf der Bühne oder vor der Kamera gestanden?

Es gab tatsächlich vor vielen Jahren mal einen Sketch mit Harald Juhnke, in dem ich mitgemacht hatte. Da spielte er einen erfolglosen Moderator und ich einen erfolglosen Musiker. Auch Barbara Schöne war dabei. Das hat Spaß gemacht. Aber eine Schauspielkarriere ist nicht daraus geworden.

Kannten Sie Axel Prahl und Jan Josef Liefers auch schon vor dem Dreh?

Nein, wir haben uns erst beim Dreh kennengelernt. Tatsächlich waren Axel Prahl und ich zur gleichen Zeit mal im selben Hotel. Ich habe dort im Restaurant mit meiner Frau zu Abend gegessen. Und er saß ein paar Tische weiter. Doch ich habe ihn damals nicht um ein Autogramm gebeten ... Und wir sind auch mal in der gleichen Stadt aufgetreten, aber in unterschiedlichen Hallen.

Sowohl Axel Prahl als auch Jan Josef Liefers machen neben ihren Jobs als Schauspieler auch professionell Musik. Hat das Trio Kaiser-Liefers-Prahl am Rande der Dreharbeiten gemeinsam musiziert?

Gesungen haben wir schon ...

Auf welchen Song konnten Sie sich einigen?

Es war der aktuelle Hit von Roman König, "Egoist". Das haben wir gerne gemeinsam zu dritt gesummt, sobald die Kameras aus waren. Das ist aber nicht der Grund dafür, dass der Film "Summ, Summ, Summ" heißt.

Warum heißt dieser Tatort denn "Summ, Summ, Summ"?

Das darf ich nicht verraten. Es ist ja ein Krimi ... Da hat auch Roland Kaiser Schweigepflicht.

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