Interview mit Dar Salim

Hassan Nidal

»Die Dinge, die Hassan im Drehbuch tut, sind so abscheulich, dass es für mich eine Herausforderung war, ihn menschlich und interessant zu spielen.«

Hassan Nidal
Hassan Nidal ist der Anführer eines kriminellen Clans.  | Bild: RB / Jörg Landsberg

Herr Salim, im "Tatort: Brüder" sagen Sie "Ich bin hier das Gesetz". Damit bringen Sie den Charakter Ihrer Rolle Hassan Nidal auf den Punkt: Beängstigend authentisch verkörpern Sie den Anführer eines kriminellen Familien-Clans. Was bedeutet es für Sie, eine solche Rolle zu spielen? Wie haben Sie sich ihr angenähert?

Zuerst einmal danke für das Lob! (...) Für einen Schauspieler ist es immer interessant, extreme Charaktere zu spielen, und dieser Typ ist sehr extrem. Hassan ist ein starker und rücksichtsloser Mann mit einem vollständig gebrochenen moralischen Kompass. Für mich ist es eine Gangster-Geschichte und genau aus dieser Perspektive habe ich mich ihr genähert. Die Dinge, die Hassan im Drehbuch tut, sind so abscheulich, dass es für mich eine Herausforderung war, ihn menschlich und interessant zu spielen und nicht wie ein Klischee. So habe ich nach Möglichkeiten gesucht, ihn charmant oder witzig zu spielen – und das hat ihn letztendlich noch gefährlicher gemacht. (...) Florian Baxmeyer, unser Regisseur, hat mir großartig dabei geholfen.

Worin lag bei dieser Arbeit die größte Herausforderung?

In der Sprache! Deutsch ist nicht meine Muttersprache, so hatte ich nicht die Freiheit, Sätze nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Normalerweise lerne ich meinen Text sehr schnell und konzentriere mich dann auf die Situation, die wir in der Szene spielen. Der Text wird in diesem Moment zweitrangig und kann auf viele unterschiedliche Arten gesprochen werden. In diesem Fall jedoch verbrachte ich viel Zeit damit, den Text zu lernen und ich war viel eingeschränkter als sonst. Auch dabei war Florian Baxmeyer eine große Hilfe für mich. Ich konnte mich bei ihm sicher fühlen.

Herr Salim, Sie sind ein international gefragter Schauspieler, noch Ende letzten Jahres haben Sie unter anderem in international anerkannten Serien wie "Borgen" und "Game of Thrones" gespielt. Worin lag für Sie der besondere Reiz, in diesem Bremer "Tatort" zu spielen?

Zunächst einmal: Es war meine erste deutschsprachige Produktion in Deutschland. Und dann sofort in einem "Tatort" mitzuspielen, war für mich ein großes Privileg! Hinzu kommt, dass Hassan der vergleichsweise böseste Charakter ist, den ich jemals gespielt habe! So war diese Produktion im doppelten Sinne eine Herausforderung für mich.

Übersetzung aus dem Englischen von Anna Tollkötter

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