Herbert Knaup als Markus Gellert

Anwalt Markus Gellert (Herbert Knaup).
Anwalt Markus Gellert (Herbert Knaup). | Bild: ARD/Georges Pauly

Markus Gellert kann zum ersten Mal im Leben beweisen, dass er doch ein guter Vater sein kann.

Gellerts größte Qualitäten sind sein Tempo und seine Eloquenz. Gellert hat nie eine Strategie oder eine Meinung zu einem Fall. Sondern eine ganze Reihe von Strategien und grundsätzlich nie nur eine Meinung oder Haltung. Er ist wie ein Florettfechter, der nichts anderes tut, als nach einer ungedeckten Stelle seines Gegenübers zu suchen. Er liebt es, seine Gegner aufs Glatteis zu führen, wechselt gern von einer auf die andere Sekunde seine Haltung, um seinen Kontrahenten zu verwirren.

Für Gellert ist die Kanzlei eine kleine Offenbarung. Denn hier trifft er – in seinen Augen – einen Haufen Verrückter. Eine Anwältin mit jeder Menge Spleens, eine Putzfrau, die ermittelt, die Tochter eines türkischen Gemüsehändlers ohne die geringste Qualifikation, die den Laden schmeißt. Schräge Mandanten. Hier wird gestritten, gekämpft, da fliegen die Fetzen.

Herbert Knaup über seine Rolle:

»Markus Gellert gelingt es, in der Kanzlei als Partner voll und ganz akzeptiert zu werden. Zu Beginn war er im Büro auf heftigen Widerstand gestoßen. Er spürte, dass die drei Engel sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Doch Gellert liebt es, auf Gegenwehr zu treŸffen. Er braucht starke Gegenüber, sonst langweilt er sich. Ich vermute, er würde die Kanzlei schnell wieder verlassen, wenn dort nicht diese ständige Aufregung herrschen würde. Aber Gellert kann nicht klagen: Er ist der Hahn im Korb, umringt von Frauen, die ihn unterstützen und beru˜ich weiterbringen. In der Kanzlei erinnert er sich daran, was das Anwaltsleben für ihn ausmacht: für die Rechte der Schwächeren und Wehrlosen zu streiten anstatt als Wirtschafts- oder Medienjurist viel Geld zu verdienen. Es ist diese Robin-Hood-Mentalität, die in ihm erwacht. Seine Mittel sind nicht immer ganz lauter, aber weil er sich auf seine moralischen Instinkte verlassen kann, dienen sie am Ende der Wahrheits‰ndung. In der Schwebe bleibt die private Beziehung zu Isa von Brede. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, aber sie haben Angst davor, dass etwas Ernstes daraus werden könnte, weil sie genau wissen: Eine Liaison würde ihre geschäftliche Partnerschaft wahrscheinlich beenden. Das Auftauchen anderer Personen an der Lichtung, eines ehemaligen Liebhabers oder einer ver˜flossenen Ehefrau, löst schwere Eifersuchtsschübe aus. Und in der Kanzlei setzt leichtes Gefrotzel ein, das die Serie so vergnüglich macht.«

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