Peter Marton als Jerry Paulsen

Peter Marton spielt Jerry Paulsen
Peter Marton spielt Jerry Paulsen | Bild: ARD / Wolfgang Gasser

Mag sein, dass der eine oder andere Kommissar Paulsen unterschätzt, wenn er lässig mit dem Mountainbike zur Arbeit radelt. Tatsächlich hat sich der Neue aber ganz schnell als gleichberechtigter Chef neben dem "Platzhirsch" Beissl etabliert. Natürlich muss er manchmal den einen oder anderen Ausrutscher eines Berchtesgadeners weglächeln, aber Jerry hat schon zu viel erlebt, um sich in Kleinigkeiten zu verlieren.

Sein genaues Arbeiten und seine Kenntnisse moderner Ermittlungsmethoden machen ihn für die Berchtesgadener Polizei unersetzlich und natürlich ist er das auch für seine Johanna. Die Tochter von Beissl liebt er abgöttisch.

»FÜR MICH DAS KRASSESTE JAHR«

Drei Fragen an Peter Marton:

Von den 84 Drehtagen zu "Watzmann ermittelt" in diesem Jahr waren Sie an 78 Tagen im Einsatz – komplett unter Corona-Bedingungen. Wie hat sich das auf die Arbeit ausgewirkt?

Marton: Für mich war es tatsächlich eines der krassesten Jahre. Auf der einen Seite durfte ich in den letzten Monaten mehr und intensiver denn je am Set stehen und drehen, andererseits ist es die wohl härteste Zeit für die gesamte Branche. Und unter den neuen "Spielregeln" war auch vor der Kamera vieles nicht mehr selbstverständlich. Vor allem was Nähe und Körperlichkeit angeht. Als Schauspieler ist es dann, wie hinter einer Glaswand zu bleiben – manchmal sogar wortwörtlich. Und dann braucht es kreative Umwege, um Intimität und Konflikte glaubwürdig zu erzählen, trotz Mindestabstand und ständigem Aufpassen müssen. So entstanden durch diese neuen Grenzen auch neue Bilder, die es so ohne Corona gar nicht geben würde. Manche Szenen mussten ganz umgeschrieben werden, etwa wenn Jerry einen Verdächtigen stellt oder wenn er nach Hause zu Johanna kommt – wie geht Zärtlichkeit, ohne sich zu berühren? Dank dem ausdauernden Einsatz und der vielen klugen Ideen unserer Regisseure konnten wir in diesem außergewöhnlichen Jahr eine sehr gute Arbeit leisten.

Beim Zusammenspiel mit Andreas Giebel fliegen verbal die Funken …

Marton: Mit Andreas wachse ich immer mehr zu einer schauspielerischen Einheit zusammen. Nach drei Jahren sind wir an dem Punkt angelangt, wo wir uns auch wortlos verstehen. Oft reicht ein kurzer Blick und alles ist "gesagt". Ich arbeite wahnsinnig gern mit ihm und lerne dabei jeden Tag dazu. Der Andreas bringt vor allem sehr viel Humor mit, sowohl vor als auch hinter der Kamera. Durch seine jahrzehntelange Erfahrung als Schauspieler und Kabarettist bekommt die Serie erst ihren unverwechselbaren Ton. So etwas ist unbezahlbar.

Wirkt sich das Drehen in einer spektakulären Landschaft aufs Arbeiten aus?

Marton: Natürlich pusht dich das – dieses in-der-NaturSein gleich beim Aufwachen. Es ist nicht ganz so als würde man am Strand arbeiten, aber fast … (lacht)

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