Sarah Thonig als Caro Reiser

Sarah Thonig spielt Caro Reiser
Sarah Thonig spielt Caro Reiser | Bild: ARD / Wolfgang Gasser

Die Neue auf der Polizeistelle beeindruckt vor allem ihren jungen Kollegen Max, der vor lauter Bewunderung aufpassen muss, dass er nicht bei den Kommissaren ins Hintertreffen gerät. Caro Reiser lässt sich kein X für ein U vormachen und ist immer da, wenn sie gebraucht wird. Dass sie zudem über einen integren Charakter verfügt, macht sie in den Augen von Max nur noch attraktiver.

»TRAURIG, ALS ICH DIE UNIFORM AUSZIEHEN MUSSTE«

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Was sind denn die Fähigkeiten die Caro Reiser mitbringt, die den Kommissaren helfen?

Thonig: Caro ist im Gegensatz zu ihrem Kollegen Max sehr akribisch und motiviert. Eine, die Bunt - stifte nach Farben ordnet. Sie ist tough und scheut dabei nie die Konfrontation mit Max.

Sie haben Krimi-Erfahrung, trotzdem tragen Sie hier zum ersten Mal Uniform … 

Thonig: Die Uniform macht natürlich etwas mit dir. Schließlich ist es ein anderes Gefühl, wenn man in der Früh kein Kleid anzieht, sondern ordentlich das Hemd in die Hose steckt. Mittlerweile habe ich mich auch an den Waffengurt gewöhnt und bleibe nicht mehr überall hängen. Wenn ich jetzt Polizisten auf der Straße sehe, denke ich: Mensch, die haben ja die gleiche Hose wie ich. Oder: Meine Jacke ist cooler, die ist aus Leder. Es stimmt: Sonst habe ich bisher eher Rollen gespielt, die einen geblümten Rock tragen … Doch ich war richtig traurig, als ich am letzten Drehtag in diesem Jahr meine Uniform ausziehen musste. Auch wenn ich während einiger Drehtage, an denen das Thermometer 32 Grad im Schatten anzeigte, gelernt habe: Pralle Sonne und Uniform sind eine fatale Kombi. Respekt vor den Polizisten, für die das zum Alltag gehört.

Mussten Sie auch das Schießen lernen?

Thonig: Ja, ich durfte zur Vorbereitung für "Watzmann ermittelt" zum ersten Mal in meinem Leben an einem Schießstand stehen, um ein Gefühl für die Dienstwaffe zu bekommen. Auch das war eine ganz neue Erfahrung.

Hat die Umwelt auch auf die "Polizistin" reagiert?

Thonig: Hmm, ein wenig. Beispielsweise habe ich angefangen, in den Drehpausen zu stricken. Für Passanten war es wohl verwunderlich zu sehen, wie da eine Polizistin mit Stricknadeln und Wollknäuel auf dem Schoß am Straßenrand sitzt. Dabei entstand ein Deckchen, das zu Weihnachten unterm Baum liegt …

Haben Sie schon mal an so einem schönen Ort gedreht?

Thonig: Ich war schon immer Fan der Berge und bin jeden Tag mit einem Strahlen aufgewacht. Das ist ein totales Geschenk, an so einem Ort arbeiten zu dürfen. Ein großer Luxus. Auch das Präsidium ist natürlich der Wahnsinn. Ich habe sogar schon meinen Einsatz verpasst, weil ich damit beschäftigt war, die Berge anzuschauen. Peinlich, aber für alle verständlich.

Stimmt es, dass Sie neben dem Dreh Ihr Studium abgeschlossen haben?

Thonig: Ja, ich habe mein Studium parallel zu den Dreharbeiten abgeschlossen. Das Team hat sich schon gar nicht mehr gewundert, wenn ich in den Pausen noch schnell an Seminararbeiten gefeilt habe. Jetzt bin ich stolze Besitzerin eines Bachelor of Arts in Kommunikationswissenschaften und Medienforschung, mit Soziologie im Nebenfach.

Wie wirkte sich Corona am Set aus?

Thonig: Es legt den Fokus auf Empathie und Solidarität! Toll, wie schnell Maßnahmen entwickelt und umgesetzt wurden – und wie schnell das einem in Fleisch und Blut übergeht. Man entwickelt einen ganz neuen Radius beim Spielen. Das ist spannend. Grundsätzlich bin ich ein kuscheliger Mensch; dabei aber selektiv und so konnte ich auch schon immer "gut mit mir allein sein".

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