Pressemeldung vom 18.12.2015

Weltspiegel - Auslandskorrespondenten berichten

Am Sonntag, 20. Dezember 2015, 19:20 Uhr vom BR im Ersten

Moderation: Natalie Amiri

Geplante Themen:

Russland: Wenn die Reichen das Land verlassen
Die Rubljowka Chaussee in Moskau gilt als Russlands Straße der Reichen und Mächtigen. Wer hier wohnt, hat es geschafft. Vor nicht allzu langer Zeit haben Oligarchen und reiche Investoren noch fast jede Summe für diese exklusiven Lagen bezahlt. Auch Putin wohnt hier. Doch jetzt sind die Preise für die Luxus-Immobilien rasant gefallen. Viele Geschäftsleute wollen ihre Villen verkaufen, weil sie das Land verlassen. Die russische Wirtschaft ist auf Talfahrt, der Rubel schwach. Nur bei den Immobilienmaklern herrscht Hochkonjunktur - beim Angebot. Aber die Reichen und Einflussreichen gehen nicht allein wegen der Wirtschaftskrise ins Ausland, sondern vor allem weil sie Angst vor zunehmendem Machtmissbrauch und Willkür der Behörden haben. Sie beklagen eine grassierende Korruption und die Rechtsunsicherheit im Land. Meinungsforscher sprechen von einer stillen Protestwelle gegen das Regime Putin. Seit in Russland die Angst vor einem Rückfall in die Zeiten der Sowjetunion wächst, stehen in der Rubljowka immer mehr „Schnäppchen" zum Verkauf.
Autorin: Birgit Virnich, ARD Moskau

Madagaskar: Vanille - das schwarze Gold
Vanille, grün-schwarze Schoten, - weiß-beige-gelbes Edelgewürz. Gerade jetzt zur Vorweihnachtszeit darf keinem Kipferl die nötige Prise Vanille fehlen. Echte Vanille ist teuer und für die Erzeuger in Madagaskar daher wie schwarzes Gold: Schoten im Wert von hunderttausenden Euro liegen auf so mancher Plantage zum Trocknen in der Sonne. Ein Jahr dauert das Trocknen und Prüfen der Schoten, bevor die Vanille qualitativ einwandfrei und bereit für den Verkauf ist. Aber schon vorher benötigt die Pflanze beim Wachsen und Befruchten viel Pflege und Arbeit. Kein Wunder, dass der Preis für das Gewürz enorm gestiegen ist - auf etwa 140 Euro für ein Kilo schwarze Vanille.
Autorin: Sabine Bohland, ARD Nairobi

China: Der letzte Parkfrisör
Yu Dianying ist einer der Letzten seiner Art: Auch mit 77 Jahren kommt er fast jeden Tag in den Xiangheyuan-Park in Peking, um seinen Kunden die Haare zu schneiden. Doch mit dem Alter muss auch Herr Yu kürzer treten: mehr als 20 bis 30 Kunden am Tag schafft er heute nicht mehr - früher waren es einmal bis zu 80. Sein Arbeitsplatz ist einzigartig und nachdem er früher fast 40 Jahre in einem staatlichen Frisörgeschäft gearbeitet hat, genießt er jetzt sein Dasein als freiberuflicher Parkfrisör. Ans Aufhören mag Herr Yu nicht denken, denn genau wie seine Kunden sagt er: „Wenn man nichts tut, kriegt man schnell Demenz."
Autor: Mario Schmidt, ARD Peking

Libyen: Leichte Beute für den IS?
Nur ein paar Hundert Kilometer südlich von Sizilien braut sich etwas zusammen. Der sogenannte Islamische Staat erweitert seinen Machtbereich in Libyen und hat es auf die Ölquellen des Landes abgesehen. Einwohner aus Sirt, die vor den Terrormilizen des IS geflohen sind, berichten schreckliche Ereignisse aus ihrer Heimatstadt. Viele wollen unerkannt bleiben, weil sie noch Verwandte unter IS-Kontrolle oder ganz einfach Todesangst haben. Im ganzen Land soll der IS Zellen gebildet haben, die Informationen sammeln. Libyen ist dabei, zu einem „Ersatzkalifat" zu werden, da die Situation für die Extremisten in Syrien und im Irak immer schwieriger wird. Thomas Aders und seine Kollegen durften als erstes Fernsehteam ein Interview mit einem ranghohen „Emir" des IS führen, einem engen Begleiter des selbsternannten „Kalifen" des IS Abu Bakr al Baghdadi, der seit drei Monaten in einem Hochsicherheitsgefängnis an einem geheimen Ort in Libyen gefangen gehalten wird. Das „Weltspiegel"team konnte auch den Piloten einer Helikopterstaffel begleiten und aufzeigen, wie die Armeen zweier verfeindeter Regierungen das Land in zwei große Teile auseinandergerissen haben. An der anarchischen Bruchstelle in der Mitte hat der IS die Gunst der Stunde genutzt, um in der Stadt Sirt seinen nächsten Brückenkopf zu errichten.
Autor: Thomas Aders, ARD Kairo

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