Interview mit den Autoren Murmel Clausen und Andreas Pflüger

Gobi (Jürgen Vogel) schaut vorsichtig aus seinem Versteck.
Gobi schaut vorsichtig aus seinem Versteck. | Bild: MDR

Gotthilf "Gobi" Bigamiluschvatokovtschvili – ein Dessous-strickender Frauenmörder. Wie kamen Sie auf diese Geschichte und auf diesen Namen?

Clausen: Bei Andreas und mir wurde zeitgleich von dem bulgarischen Schamanen Teimurazi Dschughaschpaliaschwili eine schwere neurotische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, die uns mehr oder weniger zwang, die Arbeit in eine geschlossene landestypische Anstalt zu verlegen. Dort lernten wir sehr interessante Menschen kennen, deren Schicksale uns tief berührten.

Pflüger: Da beschlossen wir spontan und vollgestopft mit abgelaufenen Psychopharmaka, im nächsten Weimarer Tatort etwas über den Menschen in unserer Zeit zu erzählen. Zusätzlich haben wir Walter Benjamin gelesen. Ein Fehler.

Was waren die Herausforderungen beim Schreiben des Drehbuchs? Woher stammen beispielsweise Ihre Psychologiekenntnisse?

Pflüger: Wir mussten nachts schreiben, weil wir tagsüber in diversen Therapiegruppen feststeckten.

Clausen: Große Teile des Buches haben wir in Toilettenpapier gestanzt.

Pflüger: Von Psychologie verstehen wir nicht das Geringste. Wir erfinden so vor uns hin.

Clausen: Ganz wie Freud.

Seit 2013 schreiben Sie gemeinsam die Bücher des Tatorts aus Weimar. Was bedeuten Ihnen Kira Dorn und Lessing mittlerweile?

Pflüger: Sie sind die Kinder, die ich nie hatte.

Clausen: Eine Lebensaufgabe.

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