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Entdeckt! Steinbock-Zählung in der Schweiz

PlayZwei Männer in den Bergen mit Ferngläsern
Entdeckt! Steinbock-Zählung in der Schweiz | Bild: NDR

Eine Szene wie aus einem Alpen-Krimi: Vor etwa 100 Jahren gab es an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien eine geheime Übergabe. Zwei Steinbock-Kitze wurden über die Grenze in die Schweiz geschmuggelt. Das war verboten, denn die Steinböcke gehörten dem italienischen König und wurden illegal verkauft. Aber ganz offenbar ließ man die Schmuggler gerne gewähren, denn in der Schweiz waren die Steinböcke ausgestorben, zu viele Hochgebirgsjäger für zu wenige Tiere. Mit den geschmuggelten Tieren änderte sich das und heute ist der Steinbock längst wieder heimisch in der Schweiz. Damit das so bleibt, werden die Tiere einmal im Jahr von Wildhütern gezählt. Das allerdings ist gar nicht so einfach.

Steinböcke: Die Könige der Alpen

Biologe Elias Pesenti und Wildhüter Fabrice Maradan beobachten in den Schweizer Voralpen im Kanton Fribourg jeden Steinbock genau. Auch wir versuchen sie zu sehen. Ganz oben – unter den Schneefeldern ist eine Gruppe von Weibchen mit ihren Jungtieren. Sie halten die Steinbockzähler auf Trab, ziehen einfach weiter. Doch heute dürfen sie ihnen nicht durch die Lappen gehen – also hinterher.

Einmal im Jahr ziehen Wildhüter in der gesamten Schweiz los, um ihre Steinböcke zu zählen. Da ist die nächste Gruppe. Doch die Tiere haben uns schon längst bemerkt. Locker halten sie uns auf Abstand. Steinböcke zählen ist etwas Besonderes, erzählt uns Wildhüter Maradan: "Für einen Wildhüter ist das eine Freude, Steinböcke in seinem Revier zu haben. Das sind schon außergewöhnlich edle Tiere." Elias Pesenti notiert auch das Alter. Dafür reicht ein Blick aufs Horn – selbst aus der Ferne: "Im Sommer wächst das Horn schneller, im Winter kaum. Zwei solcher Buckel bedeuten ein Jahr."

Jährliche Zählung

Dann der erste männliche Steinbock. Aber der verlässt gleich schon wieder den Beobachtungssektor. Schnell wird er notiert und dann informiert Maradan rasch den Kolllegen, der hinter dem Berg auf der Lauer liegt: "Da ist ein junges Männchen, zwei bis drei Jahre. Es überquert den Gebirgskamm. Dieses Tier darfst du nicht zählen." Und es geht immer höher. Eine Felswand ist einer ihrer Lieblingsplätze. 30 Steinböcke haben die beiden allein in ihrem Gebiet gezählt. Etwa genauso viel wie im vergangenen Jahr. Und bis zur nächsten Zählung behalten sie ihre Könige der Alpen weiter fest im Blick.

Autor: Wolfgang Wanner, ARD Studio Genf

Stand: 04.06.2019 18:52 Uhr

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