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Südafrika: Omikron – die neue Corona-Variante und die Folgen

PlayLandkarte vom südlichen Afrika mit einem Virus und dem Schriftzug B.1.1.529
Südafrika: Omikron – die neue Corona-Variante und die Folgen | Video verfügbar bis 28.11.2022 | Bild: picture alliance / ZB | Z6944 Sascha Steinach

Eine neue Corona-Variante verbreitet sich aktuell in vielen Ländern, von der Weltgesundheitsorganisation wurde sie mit "Omikron" bezeichnet. Zuerst nachgewiesen wurde die neue Variante in Südafrika, dort reagieren Politik, Gesellschaft und Wirtschaft mit großer Sorge. Dennoch ist nicht abzuschätzen, wie gefährlich "Omikron" ist und wie schnell sich die neue Variante verbreiten wird. Der Weltspiegel berichtet aus Südafrika über die Reaktionen auf die neue Variante des Corona-Virus.

Die Touristen versuchen rauszukommen, überrascht von den plötzlichen Reisebeschränkungen. Dorothee Venter aus Stuttgart und ihr südafrikanischer Ehemann sind frustriert davon, wie schwer das Umbuchen ist: "Das Enttäuschende ist einfach, dass man keine Informationen bekommt. Nicht auf der deutschen Botschaftsseite, nicht auf der des Auswärtigen Amts. Man hat hier halt das Gefühl, man bekommt null Information. Und hier am Flughafen weiß auch keiner Bescheid."

"Wir sind am Ende"

Ein Mann im Interview.
Für Taxifahrer wie Edwin Ramokgolo fallen die Hauptkunden, die Touristen, wieder weg. | Bild: NDR

Die Taxifahrer am Flughafen müssen wieder auf ihre hauptsächlichen Kunden verzichten – die Reisenden aus dem Ausland. Wieder, weil dies schon einmal so war, viele Monate lang. "Ich bin der Einzige bei uns, der Geld verdient. Unsere Familien schaffen es nicht mehr, damit zurechtzukommen. Wir hatten diese Situation schon einmal, beim ersten Lockdown. Und jetzt der zweite. Wir sind am Ende", sagt Edwin Ramokgolo.

Auch in der Gastronomie sagen sie das nahe Ende voraus. Staatliche Überbrückungshilfen gibt es hier nicht, viele Restaurants haben schon seit langem geschlossen. Grace Harding leitet eine Kette von Restaurants und ist die Sprecherin einer Gastronomie-Vereinigung: "Mit den Reisebeschränkungen tut der Westen so, als ob Südafrika der böse Bube in der Klasse ist. Dabei weiß man noch nicht einmal, ob das Virus überhaupt von hier kommt. Ich finde, dass dies zu schnell entschieden wurde. Da wird zu viel Panik geschürt. Und Südafrikas Wirtschaft ist doch schon genug vom Virus geplagt, es ist entsetzlich."

Im Gästehaus Lucky Bean Guesthouse von Natascha Pincus fühlen sie sich wie vom Blitz getroffen. Sie sind auf europäische Besucher spezialisiert, mussten während der Corona-Krise bereits zehn Monate schließen: "Diese Entscheidung wurde zu schnell getroffen, sie ist unverantwortlich. Man hätte noch ein bisschen warten müssen, um mehr Informationen zu bekommen."
Murphy Khumalo befürchtet, jetzt gekündigt zu werden. Sie ist alleinerziehende Mutter. Die Buchungen im Gästehaus hatten zuletzt wieder zugenommen, jetzt: nur noch Absagen, alle kurzfristig. "Jetzt mache ich hier ein Bett fertig, das leer bleiben wird. In einem leeren Haus. Alle sind sie weg, ich bin hier ganz allein. Ich bin diejenige, die die Zimmer putzt. Aber wer wird jetzt noch kommen?", fragt Murphy Khumalo.

Südafrika mit niedriger Impfquote

Niemand in hier versteht die Reisebeschränkungen. Südafrika, sagen sie, wird dafür bestraft, dass die Wissenschaftler hier die neue Variante entdeckt haben. Dass diese wirklich gefährlich ist, wird hier bisher von vielen bezweifelt. Angélique Coetzee vom Ärzteverband Südafrika (SAMA) sagt: "Sehr milde Symptome. So milde, dass die Patienten alle bei sich zuhause behandelt werden können. Mit ist bis jetzt nicht bekannt, dass auch nur einer meiner Kollegen bei diesen Patienten Sauerstoff einsetzen musste." Beim Impfen aber liegt Südafrika weit hinten. Nur 35 Prozent der Bevölkerung sind geimpft. Die Südafrikaner haben kein Vertrauen in ihre Regierenden, und verweigern die Impfung einfach.

Autor: Richard Klug, ARD-Studio Johannesburg

Stand: 28.11.2021 20:21 Uhr

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