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Japan: Neue Strategie in der Verteidigungspolitik?

PlayEin Schwimmpanzer landet an einem Strand an.
Japan: Neue Strategie in der Verteidigungspolitik? | Bild: NDR / Klaus Scherer

Japans Soldaten kämpfen stets auch an der Inlandsfront. Denn offiziell hat Japan gar keine Armee. So steht es noch immer in der pazifistischen Verfassung. Und nach dem Willen vieler in Japans Bevölkerung soll das auch so bleiben. Anwohnerin Tae Nishijima: "Ich habe hier als Kind Muscheln gesammelt und war schwimmen. Ich möchte nicht, dass wir hier Krieg spielen. Deshalb bin ich hier."

Der ehemalige Verteidigungsminister, Hardliner Kono verprellte den Bündnispartner. Auf die Ankündigung aus Washington etwa, für die in Japan stationierten US-Truppen künftig ein Vielfaches der bisherigen Summen einzufordern, reagierte Kono ziemlich undiplomatisch: "In Wahrheit kommt es die USA billiger, Soldaten hier zu stationieren statt in Kalifornien. Würden wir mehr bezahlen, wären die US-Truppen ja so eine Art japanische Söldner. Ich denke nicht, dass sie das sein wollen."

Heute ist Kono nicht mal mehr im Kabinett, der neue Premier heißt Suga. In Telefonaten mit Washington geht es mehr um Japans unbewohnte Senkaku-Außeninseln, die China auffallend laut für sich beansprucht. Und der Ton zwischen den Partnern ist wieder verbindlicher.
Droht der Panzertruppe doch bald der Ernstfall, jenseits aller Theorie? Oder regeln das die USA – und Japans Armee macht weiter Trockenübung.
Die jährlichen Planspiele müssen übrigens jeweils pünktlich zur Badesaison abgeschlossen sein. Das haben die Anwohner durchgesetzt. Das reicht aber laut Ausbilder für das Übungsziel. Gerät und Truppe also in guter Verfassung, wäre da nicht eben die Verfassung. Japans Selbstverteidigungskräfte, de facto eine der teuersten Armeen der Welt, kreuzen also weiter im juristischen Niemandsland.

Autor: Klaus Scherer, NDR

Stand: 21.02.2021 20:24 Uhr

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