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Gaza – Der Sprung in die Hoffnung

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Gaza - Der Sprung in die Hoffnung | Bild: WDR

Das ist Parcouring!

Dabei geht es über Stock und Stein, über Häuser, Mauern, Kriegsruinen – Parcouring, eine Erfindung aus den Banlieus von Paris.

Uday Ajrami

»Es ist der tollste Sport überhaupt, ich fühle mich frei, wenn ich ihn mache, nehme Risiken auf mich. Und wenn dich jemand hier in Gaza verfolgt, wenn irgendwas auf der Straße passiert, kannst du sofort fliehen. Du weißt ja: Die Lage in Gaza: Angriffe, Feuer, Schießereien – du weißt dann, was du zu tun hast.«

Geübt wird überall und immer – vor einem durchaus staunendem Publikum. Ein Trainingscenter haben sie nicht mehr. Das wurde von den Israelis im letzten Krieg zerbombt.

Überall wird geübt
Überall wird geübt

Uday Ajrami

»Die Parcouring-Clubs in Europe und den USA sind sehr professionell: Sie haben spezielle Wände und Hindernisgeräte aus Holz und Röhren. Aber hier gibt es keine Clubs, wir treffen uns einfach auf der Straße und üben.«

Weg vom Strand, wir sind im Jabalya Flüchtlingslager bei Gaza-Stadt. Hier leben über Hunderttausend Menschen. Auch hier, in den engen Gassen üben die Parcour-Fanatiker. Dabei gehen sie ein extrem großes Risiko ein.

Muhamad Lubad, Trainer

»Denn wir haben Angst, dass die Leute im Lager uns für Diebe halten, die auf der Flucht sind und dass sie uns dann verfolgen. Wir hatten schon öfters Probleme.«

Selbst vor Moscheen schrecken die Jungs nicht zurück. Ob das den Imamen gefällt? Egal, alles muss herhalten für ihre Leidenschaft. Die hat allerdings manchmal auch einen Preis: Verletzungen gehören zur Tagesordnung. Doch die nehmen sie in Kauf, weil sie insgeheim ein Ziel haben.

Uday Ajrami

»Die Lage hier ist doch so, dass man hier nicht leben kann. Wenn die politische und wirtschaftliche Lage gut wäre, dann würde niemand Gaza verlassen wollen. Die Lage ist beschissen. Es gibt Krieg zwischen den palästinensischen Lagern und mit den Juden. Wer will in den Tod gehen? Jeder will vor dem Tod fliehen.«

Jugendliche am Strand
Jugendliche am Strand

Zwei von ihnen haben das bereits geschafft. Sie waren bei einem Parcouring-Turnier in Norwegen. Und sind geblieben. Diese Jungs hier träumen noch von dieser Möglichkeit. Und trainieren immer weiter.

Autor: Richard C. Schneider/ARD Studio Tel Aviv

Stand: 15.04.2014 10:54 Uhr

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Westdeutscher Rundfunk
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