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Armin Mueller-Stahl

Folge 1

Armin Mueller-Stahl
2007: Armin Mueller-Stahl jubelt bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises mit seinem Ehrenpreis | Bild: dpa

Wenn es in Hollywood um die Besetzung einer Charakterrolle geht, eine Figur mit Vergangenheit glaubwürdig verkörpert werden soll, dann steht sein Name ganz oben auf der Wunschliste: Armin Mueller-Stahl. Ob als eiskalter Boss der Russenmafia ("Tödliches Versprechen") oder als untergetauchter Altnazi ("Music Box"), immer gibt er seinen Rollen Tiefe und Distanz, ist kühl und menschlich zugleich. Die Figur bis ins Verborgenste auszuleuchten, darin besteht seine Kunst.

In seinem über 50-jährigen Schauspielerleben spielte sich Armin Mueller-Stahl zunächst in der DDR, in DEFA-Filmen wie "Jakob der Lügner", ganz nach oben und wurde 1975 DDR-Fernsehkünstler des Jahres. Nach seiner Ausreise startet er in der Bundesrepublik seine zweite Karriere, arbeitet in den 80er Jahren mit Rainer Werner Fassbinder.

Armin Mueller-Stahl und seine Frau Gabriele
Armin Mueller-Stahl und seine Frau Gabriele | Bild: SWR/Holger Schüppel

Typisch für Mueller-Stahl: Das lukrative Angebot, den Professor Brinkmann in der "Schwarzwaldklinik" zu geben, schlägt er aus – und geht lieber, auch mit wenig Englischkenntnissen, nach Amerika. Eine seiner ersten Rollen, in Jim Jarmuschs Kultfilm "Night on Earth", ist deshalb so authentisch: Mueller-Stahl spielt den aus der DDR ausgereisten Taxifahrer Helmut Grokenberger, der sich radebrechend durch den New Yorker Großstadtdschungel schlägt.

2001 kehrt er nach Deutschland zurück, feiert als Thomas Mann in "Die Manns" seinen größten Erfolg beim deutschen Publikum – und entscheidet sich zu einem zweiten Wohnsitz an der Ostsee.

Heute ist Armin Mueller-Stahl ein Schauspieler mit Weltruf, der mit Kollegen wie Robin Williams befreundet ist, zur eigenen Branche aber sonst gerne Distanz wahrt. Je größer seine Erfolge wurden, desto mehr kam es ihm darauf an, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Diese Gelassenheit ist mittlerweile zu seinem Markenzeichen geworden.

Neben der Schauspielerei hat er noch andere Talente, die für ihn immer wichtiger werden. Seine Malerei wird in großen Ausstellungen gezeigt; er spielt Geige,schreibt Erzählungen, füllt mit seinen Lesungen Säle.

Der Film zeigt Armin Mueller-Stahl in seinem Haus in Pacific Palisades, beim Malen in seinem Atelier und begleitet ihn an seine Lieblingsorte, beobachtet ihn während der Dreharbeiten zu den "Buddenbrooks" und bei einer Ausstellungseröffnung in Lübeck. Zu Wort kommen Filmregisseure wie David Cronenberg, Constantin Costa-Gavras und Heinrich Breloer sowie die Schauspielerkollegen Robin Williams, Iris Berben und Barbara Sukowa.

Film von Inga Wolfram

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