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Brecht und das Berliner Ensemble

Heinrich Breloer im Gespräch mit der Schauspielerin Regine Lutz.
Heinrich Breloer im Gespräch mit der Schauspielerin Regine Lutz. | Bild: WDR/Bavaria Fiction / Ludolph Weyer

Eine "Insel" im Kalten Krieg und der Ort, an dem Bertolt Brecht innerhalb weniger Jahre das Theater revolutionierte: das war das "Berliner Ensemble". Heinrich Breloer hat die letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen an Brecht und diese außergewöhnliche Zeit befragt.

Gefeierte und kritisierte Inszenierungen

Die Dokumentation konzentriert sich auf die Zeitspanne von 1949 bis 1956, die Zeit der Rückkehr Bertolt Brechts und Helene Weigels aus dem Exil – zunächst in die Schweiz und von dort nach Ost-Berlin. In diesen wenigen Jahren wurde Bertolt Brecht endgültig zu dem Dichter und Regisseur, der das Theater revolutioniert hat, nicht nur in Deutschland.

Schon seine ersten Inszenierungen, unter anderem der "Mutter Courage", lösten begeisterten Zuspruch aus, erregten aber auch den Unmut der sozialistischen Kulturfunktionäre, die sein episches Theater ideologisch kritisierten.

Heinrich Breloer im Gespräch mit Burghart Klaußner während der Dreharbeiten.
Heinrich Breloer im Gespräch mit Burghart Klaußner während der Dreharbeiten. | Bild: WDR/Bavaria Fiction / Stefan Falke

Weggefährten erinnern sich

In Begegnungen mit Zeitzeugen geht Heinrich Breloer auf die Suche nach dem Menschen und Künstler Brecht. Die Schauspielerin Regine Lutz, die Regie-Assistenten B. K. Tragelehn, Peter Voigt, Charly Weber und die Dramaturgie-Assistentin Uta Birnbaum erinnern sich neben anderen Weggefährten an die gemeinsame Arbeit auf der Bühne.

Heinrich Breloer im Gespräch mit B.K. Tragelehn, der bei Brecht Regieassistent war.
Heinrich Breloer im Gespräch mit B.K. Tragelehn, der bei Brecht Regieassistent war. | Bild: WDR/Bavaria Fiction / Jan Betke

Das war die intensive Atmosphäre bei den Proben, Brecht als Regisseur und Lehrer, ihr Theater als Insel im Spannungsfeld zwischen marxistischen Idealen und real existierender DDR, an Anfeindungen durch die Partei und an große Erfolge im Ausland.

Mit dem Theater die Welt verändern

Mit der Ausbürgerung durch die Nationalsozialisten hatte Brecht seine Leser, seine Zuschauer, seinen Namen und seinen Ruhm verloren. Mit der Rückkehr gelang es ihm, in wenigen Jahren viel vom dem, was ihm genommen war, zurückzugewinnen.

Heinrich Breloer im Gespräch mit dem Brecht-Biografen Werner Hecht.
Heinrich Breloer im Gespräch mit dem Brecht-Biografen Werner Hecht. | Bild: WDR/Bavaria Fiction / Jan Betke

Er konnte seine im Exil verfassten Dramen in eigenen Inszenierungen auf die Bühne bringen und damit in der kurzen Spanne von sieben Jahren die Spielweise der Theater weltweit revolutionieren. Brecht wollte mit seinem Theater an der Veränderung der Welt mitarbeiten. Wie weit ihm das auch in der Fernwirkung durch die Jahrzehnte gelungen ist, bleibt als Frage offen.

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