SENDETERMIN Mi, 27.03.19 | 21:45 Uhr | Das Erste

Brecht (1+2)

PlayTom Schilling als Brecht
Brecht (1) | Bild: WDR / Stefan Falke

Zweiteiliger Fernsehfilm Deutschland 2019

Teil 1: Die Liebe dauert oder dauert nicht (20:15 Uhr)

"Ich bin der letzte Dichter der deutschen Sprache, das letzte deutsche Genie." Er scheint an Größenwahn zu leiden, der kränkelnde, freche und zugleich schüchterne, vor allem aber sehr begabte Gymnasiast Eugen Berthold Brecht aus Augsburg. Und er hat eine Mission: "Ich werde der Welt zeigen, wie sie ist, aber wie sie wirklich ist." So verkündet er es seinen Freunden, Freundinnen und Bewunderern, und sie glauben es ihm. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg, und auf dem liegen viele Steine. Zuerst gestolpert wäre er fast über einen Schulaufsatz. "Es ist süß und ehrenvoll, fürs Vaterland zu sterben" – so steht es an der Tafel, und dazu sollen die Schüler sich bekennen. Lebensgefährlicher Unsinn, befindet der Schüler Brecht: "Der Abschied vom Leben fällt immer schwer, im Bett wie auf dem Schlachtfeld." So viel materialistische Frechheit lässt den Konrektor toben, Brecht entgeht nur knapp einem Schulverweis. 

Brechts Dachkammer in Augsburg.
Brecht in seiner Dachkammer in Augsburg.  | Bild: WDR / Nik Konietzny

Brechts Freund Caspar Neher hat sich freiwillig gemeldet, aus Neugier, wie er sagt. Er wird an der Westfront verschüttet, ausgegraben und wieder zurückgeschickt ins große Sterben. Brecht schreibt seine "Legende vom toten Soldaten", der als Leiche ausgegraben und unter Tschindrara wieder an die Front geschleppt wird "wie ein besoff‘ner Aff". Brecht selber tut nur kurz Kriegsdienst in der Heimat, in einem Lazarett für Geschlechtskranke. Währenddessen schreibt und schreibt er. Die größte Hoffnung setzt er auf seinen "Baal", das immer wieder überarbeitete Drama vom anarchischen, genusssüchtigen Schriftsteller, der sich rücksichtslos über alle gesellschaftlichen Normen hinwegsetzt und bereit ist, dafür zu zahlen.

Brechts Jugendliebe "Bi"

Brecht mit seiner Freundin, der Schülerin Paula Banholzer
Brecht mit Paula Banholzer | Bild: WDR / Nik Konietzny

Jahrelang hat Brecht um Paula Banholzer, seine "Bi", geworben. Sie ging noch zur Schule. Nun ist sie schwanger. Heiraten dürfen die beiden nicht, ihr Vater ist strikt dagegen. Sie wird das Kind in einem Dorf im Allgäu zur Welt bringen – wegen der Schande – und später dort in Pflege geben. Brecht lernt bald noch eine andere Frau kennen. Die Beziehung mit Marianne Zoff, einer Opernsängerin, entwickelt sich dramatisch. Sie ist seit Jahren schon mit einem Geschäftsmann und Verleger liiert; und Brecht ist rasend eifersüchtig, obwohl er selbst an Bi festhält. "Ich will Timbuktu und ein Kind und ein Haus und ohne Tür und will allein sein im Bett und mit einer Frau im Bett ...". Brecht will alles haben. Und warum? "Mit der Begründung, dass ich nur einmal vorhanden bin!"

Als Marianne ein Kind verliert, das sie von Brecht erwartet, wittert er Verrat und verflucht sie. Sie heiraten, als sie wieder schwanger ist. Brecht hat die Spielfläche seiner Jagd nach Erfolg längst von Augsburg nach München verlegt, aber er weiß, dass alle Karrieren in der Reichshauptstadt entschieden werden. Berlin jedoch erweist sich als kalt und abweisend. Dort kommt man nur mit rücksichtsloser Härte durch. Seinen ersten Erfolg feiert er in München. In den Kammerspielen hat "Trommeln in der Nacht" Premiere. Der Kriegsheimkehrer Kragler verweigert sich der Räterevolution, stattdessen verzieht er sich ins breite, weiße, bürgerliche Bett. "Glotzt nicht so romantisch!", herrscht er das Publikum an – episches Theater. "Der vierundzwanzigjährige Bert Brecht hat über Nacht das dichterische Antlitz Deutschlands verändert!", schreibt der aus Berlin zur Premiere angereiste Theaterkritiker Jhering und bescheinigt ihm Genie. Der endgütige Durchbruch ist es trotzdem nicht.

Erfolge in München und Berlin

Mit dem Münchner Erfolg im Rücken versucht es Brecht ein weiteres Mal in Berlin, zusammen mit Arnolt Bronnen, seinem neuen Produktions- und Selbstvermarktungsfreund. Bronnen führt ihn auch bei der jungen Schauspielerin Helene Weigel ein. Die verfügt über reichlich Talent, kann wienerisch kochen und hat ein schönes Atelier in der Spichernstraße 16, gleich unterm Dach. Hier schlägt Brecht bald sein Hauptquartier zur Eroberung der Metropole auf. Die beiden werden ein Paar fürs Leben. Seine Bedingung: "keine Tribute." Liebe nur als Geschenk. Als der gemeinsame Sohn Stefan zur Welt kommt, ist die Ehe mit Marianne Zoff noch lange nicht geschieden.

Seine Jugendliebe Bi hat inzwischen in Augsburg einen Handelsvertreter geheiratet. Brecht hat es vergeblich zu verhindern versucht. Er kann sich nun, auf Kosten seines Verlegers, eine Sekretärin zulegen. Elisabeth Hauptmann – Bess, wie er sie nennt – passt wunderbar zu ihm: Sie kann tippen, Englisch, sie ist eine ideale Gesprächspartnerin – so etwas braucht er unbedingt! Und sie kann ihm dramaturgische Tipps geben. Nebenbei wird sie seine Geliebte. Sie macht ihn auch mit einem englischen Stück aus dem 18. Jahrhundert bekannt, "The Beggar‘s Opera".

Karriere-Höhepunkt mit der "Dreigroschenoper"

Der Schauspieler Harald Paulsen singt als Mackie Messer zusammen mit Tiger Brown den "Kanonen Song".
Ein Welterfolg: "Die Dreigroschenoper mit Songs von Kurt Weill | Bild: WDR/ / Stefan Falke

Als der frischgebackene Theaterunternehmer Ernst Josef Aufricht händeringend ein Eröffnungsstück für sein Theater am Schiffbauerdamm sucht, kann Brecht ihm ein Nebenwerk anbieten, das er gerade zusammen mit Bess in Arbeit hat: "Die Dreigroschenoper". Einer der vielen glücklichen, unwahrscheinlichen Zufälle, die – neben der Musik von Kurt Weill – diesen größten Theatererfolg der Weimarer Republik erst möglich machen. Brechts Karriere hat einen Höhepunkt erreicht. Statt auf dem Erfolgskurs der Komödie mit Musik weiterzusegeln, geht er nun einen ganz anderen Weg. Schon seit Mitte der 20er Jahre hat er sich mit dem Marxismus beschäftigt, um die Ökonomie zu verstehen. Nun politisiert er sich zunehmend.

"Schießen die wirklich?" Beim "Blutmai" 1929 musste er schreckensbleich mit ansehen, wie die sozialdemokratisch geführte Polizei auf demonstrierende kommunistische Arbeiter geschossen hat. 1931 schreibt er, nach einem Roman des sowjetischen Vorzeigedichters Maxim Gorki, "Die Mutter". Darin stellt sich Pelagea Wlassowa an der Spitze einer Demonstration der zaristischen Polizei entgegen. Helene Weigel singt in einem Probenkeller am Kurfürstendamm, was die Mutter im Lauf des Stückes über den Kommunismus gelernt hat: "Er ist das Einfache, das schwer zu machen ist." Sie singt es mit überredender Sanftheit.

Mit dem Machtantritt der Nazis findet Brechts Karriere 1933 ein abruptes Ende. Alles bisher Erreichte scheint verloren. Unmittelbar nach dem Reichstagsbrand sitzen er und Helene Weigel im D-Zug nach Prag, auf dem Weg ins Exil.

Teil 2: Das Einfache, das schwer zu machen ist (21:45 Uhr)

Helene Weigel und Bertolt Brecht
Brecht und Helene Weigel vor der Premiere von "Mutter Courage und ihre Kinder". | Bild: WDR / Michael Praun

Die Schweiz wollte Brecht, den staatenlosen Rückkehrer aus dem Exil, nicht behalten, Westdeutschland ihn anscheinend nicht haben. Da kam ein Angebot aus dem sowjetischen Sektor Berlins gerade recht. Die "Mutter Courage" soll es sein, am "Deutschen Theater". Zwischen den Trümmern der zerbombten Reichshauptstadt, das passt. Die Überlebenden des großen Krieges sollen sehen, wie sie selber vor kurzem noch waren. Die Marketenderin Courage setzt auf das Geschäft mit dem Krieg, aber sie verliert alles. Die kleinen Leute verlieren immer. Aber die Courage lernt nichts daraus, sie zieht weiter. "Das Frühjahr kommt ..." Mit Helene Weigel in der Titelrolle wird die Aufführung ein überwältigender Erfolg.

Brecht und Helene Weigel

Brecht und Helene Weigel packen in Berlin-Weißensee endlich das Fluchtgepäck aus: die Stücke, die er aus dem Exil mitgebracht hat. Der Staat will ihm großzügig ein eigenes Ensemble finanzieren, da kann er endlich sein Theater der Zukunft im Spiel erproben. Helene Weigel soll die Intendantin werden, und sie wird diese Aufgabe großartig erfüllen. "Sie war die Mutter von das Ganze! Ja, das war sie. Und alles Unangenehme hat sie gemacht, sie hat Brecht alles aus dem Weg geräumt." So erinnert sich die Schauspielerin Regine Lutz.

Die SED-Kulturbürokratie betrachtet das Brecht-Projekt allerdings von Anfang an mit Misstrauen; wie Sozialistischer Realismus nach Moskauer Art sieht das nicht aus, was sich da auf der Bühne abspielt. Brecht will die Ursachen der "deutschen Misere" aufgraben. Im "Hofmeister" nach einer Komödie des Sturm und Drang muss sich der Hauslehrer einer Adelsfamilie buchstäblich kastrieren, um in der feudalistischen Gesellschaft seinen niedrigen Platz behalten zu dürfen. Am Ende heißt es: "Gebrochen ist sein Rückgrat. Seine Pflicht / Ist, dass er nun das seiner Schüler bricht." Brecht klagt den deutschen Untertanengeist an, und der ist auch im Arbeiter- und Bauernstaat nicht ausgestorben.

Gefährdung von Brechts Theater im Sozialismus

Brechts Assistent Egon Monk soll Goethes "Urfaust" inszenieren, aber Brecht rückt selber immer näher an die Bühne heran. Die junge Käthe Reichel, das Gretchen, hat es ihm angetan. Sie ist einige Zeit seine Favoritin. Bis auch sie sich von ihm vernachlässigt fühlt und leidet. "Ein Prometheus, der den Göttern das Feuer entreißen will? Aber nicht die Spur! Das ist ein engbrüstiger Professor, ein hilfloser Gernegroß, ein Psychopath!" Bei dieser Faust-Figur platzt der SED der Kragen. So kann man der Arbeiterklasse das humanistische Erbe der deutschen Klassik doch nicht nahebringen! Ist es nicht an der Zeit, dass das Berliner Ensemble sein Schaffen überprüft? – Brechts Theater ist gefährdet. Im Frühjahr 1953 droht der Stückeschreiber, in der DDR "abzubauen", wenn man ihm das Schiffbauerdammtheater nicht endlich gibt. Kurz darauf, am 17. Juni, demonstrieren die Bauarbeiter der Stalinallee. Zuerst geht es nur gegen die willkürlich erhöhten Arbeitsnormen und die schlechten Lebensbedingungen, zuletzt gegen die Regierung. Ein Aufstand. 

Brecht
Bertolt Brecht bei der Beschäftigung mit Galilei | Bild: WDR / Nik Konietzny

Brecht sieht mit Sorge die Kluft zwischen den Arbeitern und diesem Staat, der ihnen doch angeblich gehört. In einem Brief an Walter Ulbricht beteuert er seine "Verbundenheit mit der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands", äußert aber gleichzeitig die Hoffnung auf eine große "Aussprache mit den Massen". Nur die Ergebenheitsadresse wird veröffentlicht; die Aussprache mit den Massen führt die SED lieber später im Gerichtssaal. Auf einer Betriebsversammlung im Theater können die Bühnenarbeiter in diesem Haus zum ersten Mal öffentlich Texte sprechen, die sie selber geschrieben haben. "Die Arbeiter gehen in die Arbeit mit einer Marmeladenstulle", "Die Forderungen nach einer anderen Regierung, nach freien Wahlen, das sind echte Forderungen der Bevölkerung!" Das geht Brecht viel zu weit: "Diese Forderung nach freier Wahl wäre meiner Meinung nach in keiner Weise für uns sinnvoll."

In Buckow, seinem Sommerrefugium in der Märkischen Schweiz, denkt Brecht über die Lage nach. Der 17. Juni hat ihm deutlich gezeigt: Da stimmt etwas nicht. Ist es wirklich nur das falsche Führungspersonal hier, das die Utopie in so weite Ferne rückt? Er schreibt sein Gedicht über die Regierung, die sich doch besser ein neues Volk wählen soll, weil es ihr Vertrauen  verscherzt hat. Wie alle seine politisch brisanten Texte landet es in der Schublade.

Helene Weigel ist inzwischen aus der Villa in Weißensee ausgezogen. Brecht hat sie bei den Proben zu "Die Gewehre der Frau Carrar" als Schauspielerin in Frage gestellt, beschimpft und gedemütigt. Und über "diese untragbaren Weibergeschichten da, mit diesen blöden Frauenzimmern" sagt sie im Interview mit dem Brecht-Forscher Werner Hecht: "Das hat alles sehr, sehr weh getan." Bald lebt sie aber wieder in seiner Nähe – in der Wohnung über ihm, als er in die Chausseestraße 125 gezogen ist.

Die Arbeit am"Kreidekreis"

Trine Dyrholm als Ruth Berlau
Ruth Berlau fotografiert am "Berliner Ensemble" | Bild: WDR / Stefan Falke

Noch eine weitere Frau ist in dieser ganzen Zeit wichtig in Brechts Umgebung: Ruth Berlau. Sie kommt aus Dänemark und hat ihren Geliebten als Mitarbeiterin den ganzen Weg durchs Exil begleitet. Jetzt fotografiert sie die Inszenierungen des "Berliner Ensembles" für die Modellbücher. Während der Proben zum "Kaukasischen Kreidekreis"

wird sie schmerzhaft an ihre eigene Geschichte erinnert. Michel heißt der kleine Gouverneurssohn, um den sich die leibliche und die fürsorgliche Mutter im "Kreidekreis" streiten; Michel hieß das Kind, das Ruth Berlau in den USA von Brecht erwartete, als sie am "Kreidekreis" arbeiteten. Es starb damals gleich nach der Geburt. Jetzt ist Berlau tief unglücklich. Immer weniger kann sie die Augen davor verschließen: Was er ihr einmal versprochen hat, ein gemeinsames Leben in Liebe und Arbeit für die "dritte Sache", den Sozialismus – daraus wird nichts.

Isot Kilian und Bertolt Brecht
Isot Kilian und Bertolt Brecht | Bild: WDR / Nik Konietzny

All seine Kreativität und Spielfreude zeigt Brecht noch einmal bei den "Kreidekreis"-Proben. "Dieses bürgerliche Geschwätz vom Charakter, der immer wieder durchschlägt wie der Fettfleck in der Hose!" Nicht mit Psychologie sollen seine Figuren erklärt und gestaltet werden, sondern aus ihrer gesellschaftlichen Situation heraus. Eine späte Liebe erlebt Brecht noch mit der 26 Jahre jüngeren Isot Kilian; sie bleibt seine Geliebte bis zu seinem Tod. Und es geht weiter aufwärts.

Brechts Theaterarbeit in der DDR

Brecht hat den Stalin-Friedenspreis bekommen.
Brecht hat den Stalin-Friedenspreis bekommen. | Bild: WDR / Nik Konietzny

Ulbricht hat ihm endlich das Schiffbauerdammtheater gegeben, wenn auch nur, damit er mit seinem "volksfremden" Theater darin untergeht. Auf einem Internationalen Theaterfestival in Paris gewinnt das "Berliner Ensemble" einen ersten Preis. Das Publikum jubelt und die Kritik rühmt, wie zeitgemäß und effektiv dieses Brecht-Theater ist. Der im Ausland gewonnene Ruhm beginnt, auf die DDR abzufärben: Helene Weigel fasst ihre Lage so zusammen: "Wir sind nicht genau das, was sie wollen. Aber sie wollen nicht verlieren, was sie mit uns haben." Und dann noch in Moskau der Stalin-Friedenspreis. Es ist zwar nicht der Literaturnobelpreis, aber immerhin. "Der Friede ist das A und O aller menschenfreundlichen Tätigkeiten", sagt Brecht in seiner Dankesrede. Die Angst vor dem Atomkrieg – das ist seine größte Sorge. Aber es hört sich bei ihm an, als sei im Sozialismus das Goldene Zeitalter schon ausgebrochen: "Die Impulse der Menschen werden friedlich. Der Kampf aller gegen alle verwandelt sich in einen Kampf aller für alle ..."

Galilei und Brecht

Ein Dreivierteljahr später enthüllt und verurteilt der sowjetische Parteichef Chruschtschow in einer Geheimrede Stalins Verbrechen, den Terror der "Großen Säuberung". Damals sind in der Sowjetunion Millionen Unschuldiger exekutiert worden oder in Lagern umgekommen, auch gute Bekannte und eine Freundin Brechts waren darunter. Brecht erhält auf Schleichwegen Kenntnis von dieser Rede. Nun weiß er die ganze Wahrheit – und behält sie für sich. In seiner "Galilei"-Inszenierung stellt Brecht noch einmal die Frage nach dem Verhältnis der Wissenschaft zur Macht. Die Schuld des Galilei ist es, die Wahrheit widerrufen und sie den Herrschenden zum eigenen Gebrauch oder Nichtgebrauch überlassen zu haben. Seine Rechtfertigung: dass er insgeheim weitergeforscht hat und der Wissenschaft neue Erkenntnisse liefern kann. Seine Hände sind befleckt durch den Verrat – "aber besser befleckt als leer".

Ähnlichkeiten zwischen Galilei und Brecht? Darüber wäre nachzudenken. Brechts Schulfreund Caspar Neher war stets sein mitschöpferischer Bühnenbildner. Der Kalte Krieg hat die beiden voneinander getrennt; nun möchte Brecht ihn für den "Galilei" wiedergewinnen. Ein letztes Treffen der immer noch engvertrauten Freunde gerät ihnen zum Abschied. Die "Galilei"-Aufführung erlebt Brecht nicht mehr. Er stirbt am 14. August 1956 an Herzversagen. Helene Weigel organisiert sein Begräbnis, wie er es gewollt hat: nach Sicherstellung des Todes, im Stahlsarg, ohne Reden und Musik am Grab. Sie lässt die überzähligen Totenmasken vernichten und tritt sein Erbe an.

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Teil 1: Teil 1:
Bertolt Brecht (1916 - 1933) Tom Schilling
Bertolt Brecht (1947 - 1956) Burghart Klaußner
Paula Banholzer Mala Emde
Caspar Neher (1916 - 1933) Franz Hartwig
Marianne Zoff Friederike Becht
Helene Weigel (1927 - 1933) Lou Strenger
Elisabeth Hauptmann Leonie Benesch
Ernst Josef Aufricht Anatole Taubman
Walter Brecht Thimo Meitner
Kurt Weil Oscar Olivo
Teil 2: Teil 2:
Bertolt Brecht (1947 - 1956) Burghart Klaußner
Ruth Berlau Trine Dyrholm
Helene Weigel (1947 - 1956) Adele Neuhauser
Caspar Neher (1956) Ernst Stötzner
Regine Lutz Maria Dragus
Käthe Reichel Anna Herrmann
Isot Kilian Laura de Boer
Ernst Busch Götz Schubert
Käthe Rülicke Karolina Horster
Egon Monk Franz Dinda
Musik: Hans-Peter Ströer
Kamera: Gernot Roll
Buch: Heinrich Breloer
Regie: Heinrich Breloer

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