Fragen an Vidina Popov

Jürgen Tarrach und Vidina Popov
Jürgen Tarrach und Vidina Popov spielen erneut das Ermittlerteam in zwei neuen LissabonKrimis.  | Bild: Das Erste

Marcia scheint einen guten Weg der Zusammenarbeit mit Eduardo gefunden zu haben. Dennoch versteht sie seine Entscheidungen nicht, gewisse Fälle anzunehmen. Inwieweit vertraut sie ihm da?

Eigentlich beeindruckt sie Eduardos unkonventionelle Art. Marcia versteht Eduardos Handeln zwar nicht immer, versucht aber oft, ihn vor Fehlentscheidungen zu schützen. Ein starkes Grundvertrauen und Ehrlichkeit zueinander machen dieses unkonventionelle Arbeitsverhältnis der beiden aus, auch wenn sie nicht immer der gleichen Meinung sind. Am Ende des Tages sind die beiden ein starkes Team, und besonders diese Unterschiede in ihrem Denken führen dazu, dass sie die Fälle erfolgreich lösen können.

Marcia scheint erwachsener geworden zu sein. Hat sie auch innerlich an Selbstbewusstsein gewonnen?

Marcia wächst mit jeder Herausforderung, sowohl privat als auch beruflich. Durch ihre erfolgreiche juristische Arbeit, ihre soziale Fähigkeit, Zugang zu verschiedensten Menschen gefunden zu haben und schwierige Situationen alleine sehr gut gemeistert zu haben, hat sie mehr Vertrauen in sich selbst.

Wie geht Marcia damit um, dass Eduardo bei ihr einzieht?

Marcia hat einen sehr professionellen Anspruch an ihre Arbeit und will diese klar vom Privaten trennen. Plötzlich steht der eigene Chef vor der Tür und hat kein Dach mehr über dem Kopf. Im ersten Moment ist Marcia von Eduardos Anfrage überrumpelt, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Trotz anfänglicher Unsicherheit wachsen die beiden aufgrund dieser besonderen Wohnsituation noch mehr zusammen, und sie lernen dadurch, sich gegenseitig besser zu verstehen.

Immer wieder wird Marcia in den Familienverbund der Roma hineingezogen. Einerseits hilft ihr die Familie, andererseits verlangt die Familie – in der Person ihres Onkels Valdemar – einige Zugeständnisse von ihr. Wie geht sie damit um?

"Das Gesetz gilt für alle", wie sie zu ihrem Onkel Valdemar sagt, beschreibt Marcias klare Haltung. In erster Linie ist es ihr sehr wichtig, professionell als Juristin zu agieren. Obwohl sie sich immer wieder von ihrer Familie distanzieren will, würde Marcia sie aber nie hängen lassen. Wenn jemand wirklich in Not ist und ernsthaft ihre Hilfe benötigt, setzt Marcia sich ein – egal ob es für ihre Familie, Eduardo oder einen Mandanten ist. Trotzdem ist Marcia sehr reflektiert und versucht, sich von all den Abhängigkeitsverhältnissen zu emanzipieren.

Staatsanwalt Marco Tavares war im Studium Marcias Tutor und hat immer an sie geglaubt. Wie ist das Verhältnis der beiden heute zueinander?

Marco Tavares war als Tutor sehr fair zu Marcia und immer hilfsbereit. Daraus hat sich ein freundschaftliches, vertrauensvolles Verhältnis zwischen den beiden entwickelt. Vor Gericht begegnen sie sich professionell und positiv, obwohl sie verschiedene Seiten vertreten. Als Marcias Onkel Valdemar sie in eine persönliche Angelegenheit involviert, wird das Verhältnis von Marcia und Marco jedoch auf den Prüfstand gestellt. Ich bin neugierig, wie sich die beiden in Zukunft begegnen werden.

Wie empfinden Sie die Zusammenarbeit mit den portugiesischen SchauspielerkollegInnen?

Für mich ist neben der beeindruckenden Kulisse Lissabons und dem unkonventionellen Team Marcia/Eduardo die Zusammenarbeit mit den portugiesischen KollegInnen eines der größten Geschenke, die man als Teil dieser Reihe bekommt. Wir haben das große Glück, mit verschiedensten KollegInnen – von jungen, aufstrebenden Talenten bis hin zu sehr erfahrenen, gestandenen SchauspielerInnen – zusammenarbeiten zu dürfen. Ich bewundere die KollegInnen sehr für ihr bescheidenes, gleichzeitig intensives Spiel und genieße es, durch sie der portugiesischen Sprache und Lebensweise noch näher zu kommen.

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