Christiane Paul als Tara

Tara (Christiane Paul)
Christiane Paul spielt Tara. | Bild: ARD Degeto/UFA / Wolfgang Aichholzer

Tara ist emanzipiert und stark. Sie lebt allein, ihr Beruf scheint ihr über alles zu gehen. Mit viel Klarheit und analytischem Verstand nimmt sie ihre Umgebung wahr. Als Patentante von Becky, der Tochter ihrer Freundin Gillian, kommt aber auch eine andere Seite zum Vorschein. Und selbst Gillians Probleme scheinen vor ihren eigenen Bedürfnissen zu stehen. Ihre dunkle Vergangenheit kann sie vor allen gut verstecken.

Fragen an Christiane Paul

Frau Paul, Sie spielen einen ganz besonderen Charakter – was macht die Figur Tara aus?

Tara ist eine sehr eigenwillige, kantige Person, geradezu steif, die alles rational und mit scheinbar großer innerer Distanz betrachtet und bewertet. Sie ist erfolgreich, kühl, klar und hat wenig zwischenmenschlichen Kontakt. Ihr eigentliches Innenleben bleibt dem Zuschauer am Anfang aber verborgen.

Gillian und Tara verbindet eine langjährige Freundschaft. Was macht für Sie Freundschaft aus, auf was legen Sie besonderen Wert?

Für mich persönlich ist Freundschaft sehr wichtig und bedeutet gegenseitiges Vertrauen, füreinander da sein, gemeinsames Erleben zu haben und dieses zu teilen. Allerdings kann man bei Tara und Gillian nicht von klassischer Freundschaft sprechen.

"Der Beobachter" wurde in England gedreht. Wie haben Sie die Dreharbeiten dort erlebt? Was hat Ihnen besonders an England gefallen?

Für mich war es etwas sehr besonderes, in England zu drehen, da ich außer eines kurzen Tagesausfluges nach London, noch nie richtig da war. Insofern habe ich den Aufenthalt in Manchester und Umgebung sehr genossen. Auch war es aufregend für mich, mit einem englischen Team zusammenzuarbeiten. Besonders mochte ich die Landschaft nördlich von Manchester, die kleinen Dörfer, die Cottages mit der schönen Landschaft und all den Schafen.

Charlotte Links Krimis sind Bestseller und unglaublich erfolgreich – wie erweckt man so eine Roman-Figur zum Leben, wie nähert man sich an?

Zuallererst liest man den Roman natürlich, dadurch erhält man schon sehr viele Informationen. Aber unabhängig davon versucht man noch mehr, über die Figur herauszufinden und dabei bietet einem die Krimivorlage eine Art roten Faden. Tara war auf ihre Weise sehr komplex, so dass ich in verschiedenste Richtungen recherchiert habe, um mich ihr zu nähern und ihre eigentliche Gefühlswelt und die Grundlage für ihr Handeln zu verstehen.

Eine Buchverfilmung stellt stets eine besondere Herausforderung dar. Was macht für Sie eine gute Literaturverfilmung aus?

Oh, das ist schwierig. Beim Lesen entwickelt ja jeder Leser seine eigene Vorstellung vom Buch und den Charakteren, das ist etwas ganz Eigenes, was assoziativ entsteht. Der Phantasie wird freien Raum gelassen. Das ist schwierig, so im Film abzubilden, weil Film eine ganze andere Art hat, zu erzählen. Hinzu kommt, dass der Regisseur und auch der Schauspieler wieder ihre ganz eigene Sicht haben und so die Geschichte auf ihre Weise interpretieren, als es sich der Leser vielleicht primär vorgestellt hat. Interessant ist dabei sicher, ob sich der Romanautor, in diesem Fall Charlotte Link, in den Verfilmungen wiederfindet. Wenn das gelungen ist, wäre das ein großes Glück.

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