Fragen an Anja Kling

Nikola (Anja Kling)
Anja Kling in ihrer Rolle als Nikola | Bild: ARD Degeto / Stephan Rabold

Sie spielen in dem Thriller die Mutter des Zeugen Miki und sind selbstverständlich sehr besorgt um die Sicherheit ihres Sohnes. Als Mutter von zwei Kindern konnten Sie sich sicher gut in die Lage von Nikola hineinversetzen. Was geht in ihr vor?

Zunächst ist die Information, dass das eigene Kind Zeuge eines Mordes geworden ist, schrecklich genug. Die Fragen, die einer Mutter da durch den Kopf rauschen, reichen von "ist mein Kind verletzt", "was macht diese Erfahrung mit ihm" bis "wie kann ich ihn schützen und beschützen". Wenn dann noch dazu kommt, dass dieses Kind als Zeuge der Gefahr ausgesetzt ist, selbst ermordet zu werden, ist die Angst unermesslich groß. Denn nichts kann schlimmer für eine Mutter sein, als das eigene Kind zu verlieren. Und deshalb ist Nikola Walter selbstverständlich auf der Stelle bereit, mit ihrem Kind in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen zu werden, Land und Leute zu verlassen, um das Leben ihres Sohnes zu retten. Da paart sich die Angst mit der unerschütterlichen Stärke einer Löwin.

Was ist Nikola Walter für eine Frau, wie würden Sie sie beschreiben?

Nikola Walter hat ganz sicher ein paar schwierige Jahre hinter sich. Der Mann Alkoholiker, sie selbst in der anspruchsvollen Aufgabe einer Ärztin im Krankenhausbetrieb mit Schichtdienst und Überstunden, hat sie versucht, ihrem Kind eine glückliche Kinder- und Jugendzeit zu ermöglichen. Das kostet Kraft und auch die Trennung von ihrem Mann war sicher mit viel Anstrengung verbunden. Aber Nikola ist kein "Weichei". Sie hat die Kraft, ihr Leben in die Hand zu nehmen, konsequente Entscheidungen zu treffen und für die Menschen, die sie liebt, einzustehen.

Der Schritt, in ein Zeugenschutzprogramm zu gehen, ist kein leichter – man muss sein Leben komplett hinter sich lassen. Wie stellen Sie sich eine solche Situation vor?

So eine Situation möchte man sich natürlich gar nicht vorstellen. Es ist grauenhaft, sein gewohntes Leben verlassen zu müssen, ohne die Chance einer Verabschiedung zu haben. Man ist von einem Moment auf den anderen einfach weg. Neuer Wohnort, neuer Name, ein anderer Beruf und zunächst einmal komplett allein, ohne die Freunde und die Familie, auf die man sich bisher immer stützen konnte. Dazu die wohl ewige Angst doch noch entlarvt und damit möglicherweise umgebracht zu werden. Und dennoch stünde es natürlich auch für mich als Mutter außer Frage, ohne Wenn und Aber mein Kind zu schnappen und abzuhauen, wenn es um dessen Sicherheit, um sein Leben ginge.

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