Darsteller und ihre Rollen

Der Deutsche Ethikrat berät über einen Fall zum Thema Sterbehilfe. Links der medizinische Sachverständige Prof. Sperling (Götz Schubert), links Richard Gärtner (Matthias Habich), sein Anwalt Biegler (Lars Eidinger, Mitte) und die Vorsitzende (Barbar Auer, 2. v. re.)
Der Deutsche Ethikrat berät über einen Fall zum Thema Sterbehilfe. Links der medizinische Sachverständige Prof. Sperling, links Richard Gärtner, sein Anwalt Biegler und die Vorsitzende  | Bild: ARD Degeto/Moovie GmbH / Julia Terjung

MATTHIAS HABICH als RICHARD GÄRTNER

MATTHIAS HABICH als RICHARD GÄRTNER

Richard Gärtner (Matthias Habich) ist zwar gesund, möchte aber nicht mehr leben.
Richard Gärtner ist zwar gesund, möchte aber nicht mehr leben. | Bild: ARD Degeto/Moovie GmbH / Julia Terjung

Richard Gärtners Bitte um ärztlich assistierten Suizid wird im Ethikrat diskutiert. Alle Argumente für oder gegen berufliche Sterbehilfe werden vorgebracht. Gärtners Haltung zu diesem Thema ist ja offensichtlich. Meine persönliche Haltung muss mit Gärtners Haltung nicht übereinstimmen. Aber sie könnte es auch. Es wäre der Rezeption dieses Filmes jedoch abträglich, meine private Einstellung dem Thema gegenüber zu kennen.

LARS EIDINGER als RECHTSANWALT BIEGLER

Rechtsanwalt Biegler (Lars Eidinger) plädiert für das Recht seines Mandanten, in Würde über sein Leben selbst zu entscheiden.
Rechtsanwalt Biegler plädiert für das Recht seines Mandanten, in Würde über sein Leben selbst zu entscheiden. | Bild: ARD Degeto/Moovie GmbH / Julia Terjung

Rechtsanwalt Biegler, Anwalt von Richard Gärtner, bringt die Vertreter von Rechtsanwaltschaft, der Bundesärztekammer und der Kirche mit seinen Gegenargumenten in Erklärungsnöte. Für ihn lässt sich das Selbstbestimmungsrecht eines Menschen über seinen Tod durch medizinethische, rechtliche oder moralische Grundhaltungen nicht außer Kraft setzen.

INA WEISSE als DR. KELLER MITARBEITERIN DES ETHIKRATS

Frau Keller (Ina Weisse)
Frau Keller  | Bild: ARD Degeto/Moovie GmbH / Julia Terjung

Meine Figur Dr. Keller ist der Auffassung, dass es nicht die Aufgabe des Staates ist, einem Menschen beim Suizid zu helfen. Die Geschichte der Euthanasie in der Zeit des Nationalsozialismus sollte uns davon abhalten, das Sterben verhandelbar zu machen. Sonst würden wir am Ende auch noch über das Töten verhandeln.

BARBARA AUER als VORSITZENDE DES ETHIKRATS

Vorsitzende (Barbara Auer)
Vorsitzende  | Bild: ARD Degeto/Moovie GmbH

Die Vorsitzende des Ethikrats vertritt keine Meinung oder Haltung, sondern versucht, neutral und strukturiert diese Sitzung zu leiten und jeder Referentin/jedem Referenten denselben Raum zu geben. Gleichzeitig reagiert sie auf das Publikum, das von ihr immer wieder direkt angesprochen wird, und sorgt so für einen reibungslosen Ablauf und eine Atmosphäre, die eine faire Diskussion und Reflexion ermöglicht. Insofern war die Haltung meiner Figur nicht vorgegeben, sondern ich konnte mich bei der Anhörung der Vertreter der unterschiedlichen Interessengruppen neutral auf deren jeweilige Positionen einlassen. Dabei merkte ich, dass durchaus jede Seite, selbst wenn deren Meinung grundsätzlich meiner Auffassung widerspricht, wichtige und ernst zu nehmende Argumente hat. Aber natürlich hat auch die Vorsitzende in meinem Spiel eine persönliche Überzeugung, und ich glaube, dass sie sich aus ihrer eigenen Lebenserfahrung heraus einen legalen Raum wünscht, in dem jeder Mensch selbst über sein Sterben bestimmen kann. Und das im festen Glauben, dass einerseits niemand solch eine Entscheidung leichtfertig fällt und sich andererseits kein Außenstehender anmaßen darf, die persönliche Not oder das Leid eines anderen Menschen beurteilen zu können.

CHRISTIANE PAUL als PROF. LITTEN RECHTLICHE SACHVERSTÄNDIGE LITTEN

Verfassungsrechtlerin Prof. Litten (Christiane Paul) erläutert die komplexe Rechtslage zu Sterbehilfe.
Verfassungsrechtlerin Prof. Litten erläutert die komplexe Rechtslage zu Sterbehilfe. | Bild: ARD Degeto/Moovie GmbH / Julia Terjung

Ich spiele Prof. Litten, eine Juristin, die als Richterin am Verfassungsgericht tätig war und auch als Dozentin an der Universität lehrt. Sie tritt hier im Rahmen des Ethikrates als Rechtssachverständige auf, die die rechtlichen Grundlagen der Sterbehilfe in Deutschland, aber auch in Europa und anderen Ländern der Welt erläutert. Ihrer Ansicht nach darf der Staat den Bürger in seiner Selbstbestimmung nicht bevormunden. Im Grundgesetz selbst ist verankert, dass der Bürger ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben hat. Litten verweist dabei auch auf Länder wie die Schweiz und die Niederlande, wo Sterbehilfe unter Einhaltung gewisser Bedingungen erlaubt ist. Aus ihrer Sicht ist es eine Entscheidung der Gesellschaft, ob und wie wir Sterbehilfe wollen und erlauben, eine moralisch-ethische Entscheidung, die die Gesellschaft fällen und die sich dann in einer Gesetzgebung widerspiegeln muss.

GÖTZ SCHUBERT als PROF. SPERLING MEDIZINISCHER SACHVERSTÄNDIGER SPERLING

Professor Sperling ist mit Leib und Seele Arzt. Als solcher ist er davon überzeugt, dass entsprechend dem Eid des Hippokrates jede medizinische Behandlung ausschließlich der Erhaltung des Lebens zu dienen hat. Ist eine Erkrankung unheilbar, begleitet der Palliativmediziner den Patienten, um ein würdiges Sterben ohne Schmerzen zu ermöglichen. Niemals aber verschreibt er ein tödliches Gift, schon gar nicht einem gesunden Menschen, auch nicht auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin. Ärzte sind kein ausführendes Personal. Sie tragen eine Verantwortung für ihre Patienten. Jeder Mensch sollte Zugang zu palliativer Pflege und Medizin in Hospizen und auf Palliativstationen haben. Dieses Ziel gilt es zu erreichen. Das bedarf aber noch vieler Anstrengungen, auch finanzieller. Die Legalisierung der Hilfe zur Selbsttötung steht diesem Prozess im Wege, weil eine scheinbar einfache und schnelle Lösung angeboten werden kann. Der gesellschaftliche Umgang mit dem Ende eines Menschenlebens wird sich verändern. 

ULRICH MATTHES als BISCHOF THIEL THEOLOGISCHER SACHVERSTÄNDIGER THIEL

Bischof Thiel (Ulrich Matthes)
Bischof Thiel  | Bild: ARD Degeto/Moovie GmbH / Julia Terjung

Meine Figur Bischof Thiel ist Mitglied der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz, einem Organ der Katholischen Kirche, das zuständig ist für Fragen des Glaubens, aber auch für solche der Ethik oder Medizin. Zentral für ihn ist die absolute Souveränität Gottes über Leben und Tod. Das 5. Gebot „Du sollst nicht töten“ bezieht er nicht nur auf einen anderen Menschen, sondern auch auf das eigene Leben. Er argumentiert dabei durchaus mit Empathie für das individuelle Schicksal eines/r Lebensüberdrüssigen, lässt sich auch auf eine Art von intellektuellem Kampf mit Rechtsanwalt Biegler ein – er gibt sogar zu: „Sie haben, die Aufklärung hat in vielem recht“ – all dies erschüttert aber seine grundsätzliche Glaubensgewissheit nicht. „Echte Freiheit kann man nur dadurch gewinnen, dass man sich dem Willen Gottes fügt.“ Mit diesem – für unsere oder zumindest meine Ohren – vermeintlich paradox klingenden Satz lässt sich vielleicht Thiels Haltung zusammenfassen. Apropos „meine Ohren“: Ich persönlich habe eine deutlich andere Haltung zu der ganzen Thematik, es war für mich aber ein großes Vergnügen, mich im Spiel mit dieser anderen Position auseinanderzusetzen. Gedanklich wie emotional. 

ANNA MARIA MÜHE als DR. BRANDT ÄRZTIN VON RICHARD GÄRTNER

Dr. Brandt (Anna Maria Mühe) leistet aus persönlicher Überzeugung keine Sterbehilfe.
Dr. Brandt leistet aus persönlicher Überzeugung keine Sterbehilfe. | Bild: ARD Degeto/Moovie GmbH / Julia Terjung

Frau Dr. Brandt ist die Hausärztin des Betroffenen und ist aus moralischen und ethischen Gründen gegen einen assistierten Suizid. Die sogenannte geschäftsmäßige Sterbehilfe würde gegen alles gehen, woran sie als Ärztin glaubt und auf was sie am Anfang ihrer Karriere geschworen hat – den Eid des Hippokrates.

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