Statements

Bruno (Fabian Busch) kann nur Aliya (Sabrina Amali) vertrauen.
Bruno kann nur Aliya vertrauen. | Bild: ARD Degeto / Roland Suso Richter

Regie Statement

Roland Suso Richter

»Marseille ist eine filmische Herausforderung: eine faszinierende und kontrastreiche Stadt, die sich im Figurenensemble der Schauspieler Sabrina Amali und Fabian Busch widerspiegelt. Sabrina Amalis Rolle als harte, abweisende Taxifahrerin verwandelt sich im Laufe der Geschichte in eine empathische, schillernde Figur und der zunächst fürsorgliche Fabian Busch in einen Mann, der sich in Marseille zu behaupten weiß. Das Filmen im engen Chaos der Altstadt, über den Dächern von Marseille oder in den Banlieues forderte eine radikale schnelle Filmsprache: immer eng an den Protagonisten, auf die Situation reagieren, unauffällig bleiben, schnell verschwinden. Das Drehen ordnet sich unter. Die Darsteller agieren im Puls der Stadt.«

Produzenten Statement

Nils Dünker, Lailaps Pictures

Ich glaube, ich kann es kurz machen: Marseille ist eine meiner absoluten Lieblingsstädte in Europa und ich wollte schon immer dort einen Film machen. Und ich ahnte, wenn wir dort drehen dürfen, wird uns diese unerzogene, pubertierende Stadt beschenken. Jean-Claude Izzo schrieb mal in seiner Marseille Trilogie: “Marseille ist keine Stadt für Touristen. Es gibt dort nichts zu sehen. Seine Schönheit lässt sich nicht fotografieren. Sie teilt sich mit. Hier muss man Partei ergreifen. Sich engagieren. Dafür oder dagegen sein. Leidenschaftlich sein. Erst dann wird sichtbar, was es zu sehen gibt. Und dann ist man, wenn auch zu spät, mitten in einem Drama …“. Und so ein Drama im Thrillergewand hatte der Autor Gernot Krää in den Grundzügen bereits entworfen, als er mir vor zwei Jahre das Exposé zu „Spurlos …“ zuschickte. Nur spielte damals die Handlung noch in einer anderen südeuropäischen Stadt. Gernots Idee jedoch war fesselnd und schon so weit gediehen, dass man sich ohne viel Mühe dieses deutsche Ehepaar Katja und Bruno vorstellen konnte. Kurz nach der Ankunft beginnt die dramatische Achterbahnfahrt durch den Moloch Marseille. Am Ende ist Bruno nicht mehr der gleiche. Er hat sich gehäutet, bewährt und in eine neue Rolle gefunden. Und genau diese Rollenbilder ziehen sich als subtiles Metathema durch unsere Filmhandlung. Was ist männlich am Mannsein, was ist weiblich am Frausein? Welche Kollision der Kulturen findet statt, wenn das arabisch geprägte Männerbild der Taxifahrerin Aliya auf Brunos Selbstverständnis als deutscher Hausmann trifft? Ich weiß nicht, ob „Spurlos in Marseille“ ein typischer DEGETO Film ist, typisch war jedoch die Leidenschaft mit der Claudia Luzius als Redakteurin dieses Projekt begleitet hat. Mein großer Dank geht auch an Christine Strobl und Christoph Pellander, die als Programmverantwortliche das Projekt unterstützen und nun mit uns über eine Fortsetzung nachdenken. Marseille hat uns beschenkt. Es waren aufregende Dreharbeiten in einer inspirierenden Stadt und ich kann mich nur von Herzen und stellvertretend für das gesamte Schauspielensemble bei Fabian Busch, Sabrina Amali und Jeanne Tremsal bedanken und natürlich bei Roland Suso Richter, mit dem ich nach langer Zeit wieder zusammenarbeiten durfte.

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