Gespräch mit Peter Prager

Lona Vogt (Henny Reents) mit ihrem Vater Reimar (Peter Prager).
Lona Vogt mit ihrem Vater Reimar. | Bild: NDR/Degeto / GORDON Photography

Reimar Vogt war bislang eher eine Randfigur und rückt jetzt in den Mittelpunkt des Geschehens. Wie gefiel es Ihnen, quasi aus dem Hintergrund heraus zu starten?

Auch wenn ich in den ersten beiden Filmen tatsächlich nur je einen Drehtag hatte, hat es mir von Beginn an viel Spaß gemacht, die Figur zu spielen. Ich mag diese Reihe sehr. Die Qualität der Bücher ist einfach hervorragend und wir arbeiten immer mit guten Regisseuren. Außerdem wollte ich unbedingt mal mit Hinnerk Schönemann arbeiten, weil ich ihn immer schon gerne gesehen habe. Es stellte sich heraus, dass wir einen ähnlichen Humor haben und sehr gut miteinander spielen können. Daraus ist jetzt eine richtige Freundschaft entstanden.

"Nord bei Nordwest" hat einen betont norddeutschen Charme. Sie sind gebürtiger Sachse. Was verbindet Sie mit dem Norddeutschen?

Ich bin zwar in Leipzig geboren, aber aufgewachsen bin ich in Anklam vor Usedom. Also auch nordisch. Erst nach dem Abitur bin ich wieder nach Leipzig gegangen zum Studieren. Meine Frau kommt aus Rostock, und auch wenn wir in Sachsen wohnen, fühlen wir uns mit dem Norddeutschen irgendwie wohler.

Wenn nicht viel gesprochen wird, hat das einzelne Wort mehr Gewicht. Wie beurteilen Sie die Qualität der Vorlage?

Holger Karsten Schmidt gehört zu den Autoren, bei denen jedes Wort stimmt. Seine Dialoge sind gut zu sprechen, weil sie sehr direkt sind. Es gibt Autoren, bei denen man während des Drehs noch viel ändert, weil man merkt: Das stimmt so nicht. Bei ihm ist das nicht nötig, weil er für die jeweiligen Figuren alles genau auf den Punkt bringt.

Wie gefällt Ihnen Henny Reents als Ihre Filmtochter?

Henny Reents spielt großartig, finde ich. Sie hat für mich so eine Tiefe, eine spröde Tiefe, die ich sehr mag.

Vogt ist Geheimagent im Ruhestand. Ein nächtlicher Zweikampf im "Estonia" zeigt uns, dass er durchaus noch in Form ist. Haben Sie da selbst Hand angelegt?

Ich hatte ein Double. So eine Choreographie muss genau einstudiert werden, und ich mache zwar ein bisschen Sport, aber ich bin keine Sportskanone; ich hätte das so nicht hingekriegt. Aber das muss natürlich geheim bleiben. Meine Frau soll staunen, was ich alles kann. (lacht)

(Interview: Birgit Schmitz)