Gespräch mit Henny Reents

Henny Reents ist Lona
Als man eines Morgens eine Leiche findet, ist selbst für die Leiterin des Einfrau-Polizeireviers Lona Vogt der Fall klar: Der wilde Sven hat wieder zugeschlagen. | Bild: NDR / Gordon Timpen

Wie hat sich im Verlauf der Reihe Ihre Figur entwickelt?

Von dem Zeitpunkt an, an dem Hauke Jacobs nach Schwanitz kam, war nichts mehr, wie es war. Die Arbeit als Dorfpolizistin in dem abgelegenen Küstenort war bis dato eher übersichtlich und unspektakulär. Doch mit dem Auftauchen des Tierarztes und Ex-Polizisten überschlugen sich die Ereignisse. Lona Vogt und Hauke Jacobs sind beides großartige Eigenbrötler, die gut mit sich allein klarkommen. Diese Gemeinsamkeit spüren beide sofort und das schafft ein unausgesprochenes Vertrauen zwischen den beiden.

Gleichzeitig steht Lona Vogt mit ihrer Polizeiarbeit nicht mehr allein da, denn Hauke Jacobs hilft ihr, wo er kann, und sie haben auch hier ein ähnliches Gespür, das viele Worte überflüssig macht. Durch die Zusammenarbeit wird Lona Vogt nach und nach aus ihrem Schneckenhaus gelockt. Sie muss sich großen emotionalen Herausforderungen stellen, die ihr Leben mehr und mehr auf den Kopf stellen.

Mit "Sandy" und "Waidmannsheil" liegen wieder zwei sehr unterschiedliche Filme dieses Formats vor, die Inhalte und Erzählweisen betreffend. Was gefällt Ihnen an dieser Mischung?

Es gefällt mir, weil ich Abwechslung so wichtig finde in meinem Beruf. Also mag ich sowohl die komödiantische als auch die dramatische Komponente dieser beiden Filme. Bei "Sandy" passiert mehr zwischen Hauke Jacobs und Lona Vogt, dafür ist "Waidmannsheil" durch den Handlungsstrang, der an Romeo & Julia angelehnt ist, natürlich viel skurriler.

In "Waidmannsheil" droht Lona Vogt an dem Konflikt mit dem Vater zu zerbrechen, den sie als Tochter beschützen möchte und dessen Rachefeldzug sie aber als Polizistin ablehnt. Inwieweit war es eine Herausforderung, dies zu spielen?

In der Folge "Waidmannsheil" mag ich besonders den starken emotionalen Konflikt um die dunkle Vergangenheit von Lonas Vater und den düsteren Krimifall. Lona Vogt durchlebt ein Wechselbad der Gefühle. Sie ist hin und her gerissen, steht unter großem Druck und vor lebensverändernden Entscheidungen. Man könnte sagen, sie wird ein Stück erwachsen. Es war herausfordernd, das zu spielen und hat wahnsinnig viel Freude gemacht. Ich habe viel in der Arbeit gelernt.

Was gibt den Ausschlag dazu, immer wieder für diese Reihe vor der Kamera zu stehen?

Der große Reiz, "Nord bei Nordwest" zu drehen, besteht für mich in der schrägen Tonalität und dem trockenen Humor dieser Reihe. Das ist immer wieder ein Spagat, den es zu meistern gilt. Außerdem ist es großartig, die Figur der Lona Vogt über Jahre weiterzuentwickeln und immer wieder neue und unterschiedliche Facetten an ihr entdecken und zeigen zu dürfen.

In dem Trio Lona Vogt, Hauke Jacobs und Jule Christiansen knistert es gewaltig. Man ist gespannt, wer von den beiden Frauen Haukes Herz erobern wird ...

Tja, das ist so ein ewiges Katz- und Maus-Spiel zwischen den Dreien. Wie’s weitergeht? Hm … es bleibt spannend!