Die Hauptdarsteller und ihre Rollen

Der Neue: André Kaczmarczyk spielt Kriminalkommissaranwärter Vincent Ross

Neu an der Seite von Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, rechts) ist Kriminalkommissaranwärter Vincent Ross (André Kaczmarczyk, links)
Neu an der Seite von Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, rechts) ist Kriminalkommissaranwärter Vincent Ross (André Kaczmarczyk, links) | Bild: rbb / Thomas Ernst

Lucas Gregorowicz spielt Kriminalhauptkommissar Adam Raczek

Seit 2007 ermittelt Adam im Deutsch-Polnischen Kommissariat Swiecko. Sein Leben hat er voll und ganz auf seinen Job ausgerichtet. Er neigt zu Alleingängen und hält Abstimmungen mit Kolleg*innen für ein "Kann". Der gebürtige Pole mit deutschem Pass, der seit seinem 10. Lebensjahr in Gelsenkirchen lebte, ist mit seinem Wissen über die Grenzregion für das Kommissariat unerlässlich. Er kennt die polnischen und deutschen Gesetze und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. So kann er schnell und intuitiv Situationen einschätzen, die einen spezifisch polnischen Hintergrund haben, und, wenn die Kollegen nicht die polnische Sprache beherrschen, fungiert er als Übersetzer.

Adam ist kein Macho, dennoch hat er eine klare Vorstellung davon, was Frauen und Männer eint und worin sie sich unterscheiden. Doch auch Adams Leben unterliegt Veränderungen. Bis vor kurzem lebte Adam mit seiner Frau und den beiden Kindern in einem kleinen Dorf auf der polnischen Seite. Nach einem heftigen Streit zog Adam kurzerhand aus und wohnt seitdem allein in Frankfurt (Oder).

Als er auf seinen neuen Kollegen Vincent Ross trifft, kann Adam kaum glauben, dass man ihn als seinen Partner ausgewählt hat. Nicht nur, dass er als Berufsanfänger viele Dinge nicht weiß, ist er nach Adams Ansicht auch nicht besonders gut auf seinen Job im Deutsch-Polnischen Kommissariat vorbereitet. Und dafür gibt sich der Neue ganz schön selbstbewusst. Anstatt mit großem Arbeitseifer einfach loszulegen und Aufgaben, die ihm gestellt werden, zu erledigen, stellt Vincent dauernd Fragen und hat seinen eigenen Kopf. Aber welche Lebenserfahrung hat der Kerl denn schon? Und was denkt er sich, ihm, Adam Raczek, einen illegitimen Umgang mit Vorschriften und Regeln vorzuwerfen? Adam merkt schnell, der junge Kollege ist anders. Vincent scheint ein typischer Vertreter seiner Generation zu sein. Er ist Adam suspekt, auch wenn er ihn in seiner direkten, unverstellten Art nicht verkehrt findet. Zu viel Nähe wird Adam schnell zu viel, er kennt so etwas einfach nicht. In seinem Selbstverständnis sind Männer wie Vincent einfach "Weicheier". Doch auch wenn er sich das niemals eingestehen würde, empfindet er eine große Faszination für die Andersartigkeit dieses jungen Mannes, der fast sein Sohn sein könnte. Er rührt ihn an, warum auch immer.

André Kaczmarczyk spielt Kriminalkommissaranwärter Vincent Ross

Vincent zieht für seinen neuen Job nach Slubice, wo ihn gleich sein erster Fall erwartet. Zufall oder Schicksal? Er kommt frisch von der Polizeischule ins Deutsch-Polnische Kommissariat in Swiecko, nachdem er die letzten Jahre in Berlin gelebt hat. Seine Kindheit und Jugend hat er in Frankfurt (Oder) verbracht. Er kommt aus einem für diese Stadt typischen „Arbeiterhaushalt“. Vincent ist ein Einzelkind, eigentlich ein Wunschkind seiner Eltern, die ihm viel Liebe und Zuneigung gegeben hätten, wären sie nicht so sehr mit sich selbst und der Absicherung ihrer Existenz beschäftigt gewesen. Bevor Vincent zur Polizei ging, hat er sich bereits in unterschiedlichen Bereichen ausgetobt: Soziales Jahr, diverse Praktika und ein abgebrochenes Psychologiestudium. Er selbst hätte nie gedacht, dass er einmal bei der Polizei landen würde. Aber am Ende hat sein unerschöpfliches Interesse am Menschen dazu geführt, sich für eine höhere Laufbahn bei der Polizei zu bewerben. Die Aussicht auf einen sicheren Job im Öffentlichen Dienst war für ihn dabei ein wichtiger Aspekt.

Nach abgeschlossener Ausbildung an der Polizeischule bekommt er das Angebot, als Kriminalkommissaranwärter nach Swiecko zu gehen. Und warum soll er nicht in der alten Heimat Erfahrungen sammeln, bevor er sich mit den Problemen einer Großstadt wie Berlin befasst?

Den Begriff genderfluid füllt Vincent mit Leben. Er ist frei von einem klassischen Rollenverständnis, es ist ihm nicht wichtig, männlich zu wirken. Frau, Mann, divers, egal – eine Facette, an die sich seine neuen Kollegen erst noch gewöhnen müssen. Vincent zeigt seine Gefühle, er ist frei von Vorurteilen und hat keinerlei Berührungsängste. Er hat Qualitäten, die Adam mit der Zeit schätzen lernt. Vincent spricht aus, was er denkt und folgt seinen Emotionen direkt und impulsiv. Und er kann seinen Mitmenschen in die Seele schauen, etwas, was seinem neuen Kollegen Adam fremd und unangenehm, regelrecht unheimlich ist.

Vincent ist nicht ehrgeizig. Karriere spielt für ihn keine Rolle, ein Job ist eben auch nur ein Job. Was für Adam Berufung ist, ist für Vincent nur ein Beruf. Und so wird er seinem erfahrenen Partner, den Spiegel vorhalten, wenn der mal wieder über die Stränge schlägt.

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