Gina Haller ist die Aktivistin Nana

Gina Haller ist Nana
Gina Haller ist Nana | Bild: NDR / O-Young Kwon

Die Figur Nana Leopold

Nana Leopold geht immer aufs Ganze – in der Liebe und im Leben. Sie sieht Rassismus und Sexismus und zögert nicht eine Sekunde, laut aufzuschreien. Wenn sie begehrt, dann verführt, tanzt, lacht und küsst sie. Wenn sie wütend ist, lässt sie alles heraus. Wozu Beherrschung, wenn man Leidenschaft intensiv fühlen kann? Wozu Zurückhaltung, wenn Ungerechtigkeit herrscht? Widersprüche kann Nana Leopold aushalten. Gewalt gegen Polizisten? Ein notwendiges Übel. Gewalt von Polizisten? Faschismus. Und dann das: Die letzten beiden Frauen, die sie begehrt, sind Polizistinnen. Ohne, dass Nana es weiß. Als sie es herausfindet, verliert sie den Boden unter den Füßen. Ihre Liebe ist wahr und der Betrug ist wahr. Dieser Widerspruch stellt sie vor eine neue Herausforderung

Gina Haller ist die Aktivistin Nana

»Früher musste ich mir immer anhören, Menschen wie ich könnten nicht die deutsche Gesellschaft repräsentieren. Deshalb würde ich als Schauspielerin nur schwer einen Job finden. Tatsächlich bin ich anfangs selten zu Castings eingeladen worden. Es ging dann um Klischeerollen wie die Putzfrau oder die Prostituierte. Einmal bot man mir die Rolle einer Nigerianerin an, die mit dem Boot nach Europa geflohen war und sich in Deutschland prostituierte. Das machte schon überhaupt keinen Sinn, weil ich mixed bin und nicht dark skined. Zweitens handelte es sich um ein rassistisches Narrativ. Ich werde oft aufgefordert, mich öffentlich zu solchen Diskriminierungen zu äußern. Fast könnte ich einen Nebenberuf daraus machen. Aber ich bin Schauspielerin, keine Expertin für Rassismus. Beim „Tatort“ habe ich das erste Mal mit einer Regisseurin gearbeitet, die selber Migrationshintergrund hat. Also musste ich bestimmte Dinge nicht erst erklären. Ich habe auch nie zuvor im Film einen so diversen Cast erlebt. Viele der anderen Schauspielerinnen haben in ihrer Karriere ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich. Aber das war überhaupt kein Thema. Es war ja nicht unser Auftrag, unsere Vergangenheit auszupacken, unsere Verletzungen hervorzukramen, sondern in eine Figur hineinzuschlüpfen. Es ging einfach nur darum, zu arbeiten.«

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