Statement des Regisseurs Rupert Henning

Beim Drehstart des neuen Tatorts "One Way Ticket" (AT): Von links: Udo Wachveitl (als Franz Leitmayr), Rupert Henning (Regie und Drehbuch)m Cynthia Micas (Numa Imani), Ferdinand Hofer (Kalli Hammermann) und Miroslav Nemec (Ivo Batic).
Beim Drehstart des neuen Tatorts "One Way Ticket" (AT): Von links: Udo Wachveitl (als Franz Leitmayr), Rupert Henning (Regie und Drehbuch)m Cynthia Micas (Numa Imani), Ferdinand Hofer (Kalli Hammermann) und Miroslav Nemec (Ivo Batic).

Statement des Regisseurs Rupert Henning

»Besonders an der Geschichte von 'One Way Ticket', die auf wahren Begebenheiten fußt, ist wohl die ungewöhnliche Mischung der einzelnen Elemente. Zum einen geht es um die Sehnsucht nach einem besseren Leben, um Fernweh und Abenteuerlust – und zum anderen um eine Wirklichkeit, die mitunter knallhart und unerbittlich sein kann und in der es vielen Leuten schwer fällt, ihre Träume zu leben und eine saubere Weste zu behalten...

Wenn einer eine Reise tut, kann er bekanntlich was erzählen. Manchmal ist allerdings Schweigen angesagt - zum Beispiel dann, wenn sein Koffer einen doppelten Boden besitzt und der Inhalt ihn Kopf und Kragen kosten kann. Das war mein Ausgangspunkt für 'One Way Ticket' – die Lektüre eines sehr interessanten und bewegenden Artikels über einen deutschen Rentner, der jahrelang für ein afrikanisches Drogenkartell als Kurier gearbeitet hatte. Er tat dies gemeinsam mit anderen Bürgerinnen und Bürgern, die wie er selbst bis dato völlig unbescholten waren und nach außen hin absolut unauffällig schienen. Nach seiner Verhaftung saß der Mann in Nairobi in einem der härtesten Gefängnisse Afrikas und fürchtete um sein Leben, weil er einfach zu viel über die Leute wusste, die im Hintergrund die Fäden ziehen...

'One Way Ticket' erzählt von Menschen, die – wie wahrscheinlich die meisten von uns – irgendwann den Wunsch verspüren, die vertrauten Verhältnisse zu verlassen und zu neuen Ufern aufzubrechen, weil das Gras woanders vielleicht grüner ist. Und dann stellt sich raus, dass sie massiv getäuscht wurden und einen sehr hohen Preis zahlen müssen, um ihre Würde zu behalten...
Der Fall von 'One Way Ticket' ist also 'grenzüberschreitend' – nicht nur, weil wir in München und auch im fernen Afrika gedreht haben, sondern weil die Menschen, um die es geht, moralische Grenzen überschreiten und am Ende ihr Schicksal und das Recht in die eigene Hand nehmen müssen...

Das 'One Way Ticket' wird erst im allerletzten Moment zur Rückfahrkarte...«

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