Im Gespräch mit Adele Neuhauser

Major Bibi Fellner

»Ich will mich auch weiterhin dafür einsetzen, Frauen, die in die Spirale der Gewalt geraten sind, aus der Isolation, den Schamgefühlen und Ängsten rauszuhelfen.«

Moritz Eisner und Bibi Fellner
Eisners rechte und linke Hand Bibi Fellner ist so ziemlich das genaue Gegenteil einer Vorzeige-Polizistin. | Bild: rbb/ORF / Petro Domenigg

Bibis Pontiac-"Leihwagen" bleibt ja immer wieder mal stehen. Welche Erfahrungen mit Autopannen haben Sie?

Oh ja, mit Autopannen habe ich eine lange Leidensgeschichte. Eine Panne ist mir noch so in Erinnerung, als wäre sie heute passiert. Ich war mit meinem vier Monate alten Sohn von Bayern nach Wien unterwegs, als ich auf der Autobahn ungefähr bei Tempo 120 einen Reifenplatzer hatte. Ich konnte den Wagen noch mit Müh und Not unter Kontrolle bringen. Ich bin mit zitternden Knien ausgestiegen und habe einen Lastwagenfahrer angehalten und er hat mir geholfen den Reifen zu wechseln.

In einer Szene weigert sich Bibi zunächst, die Warnweste anzuziehen: "Das beißt sich mit mei´m Mantel!" Wie streng modebewusst sind Sie wirklich?

Ich würde mich nicht wie Bibi sträuben, die Warnweste anzuziehen. Allerdings lege ich schon Wert auf mein Äußeres und hab eine ganz klare Vorstellung von dem, was mir steht und was nicht. Das heißt allerdings nicht, dass ich nicht auch manchmal danebengreife.

Gab es rund um die Dreharbeiten ein unvergessliches Erlebnis?

Wir hatten bei diesem "Tatort" mit außergewöhnlichen Schneefällen zu kämpfen und ich glaube, wir haben alle wie noch nie gefroren. Auch wird mir eine Szene in Erinnerung bleiben, die das ganze Team gleichermaßen erschüttert hat. Eisner und Fellner finden den Raum, in dem die Kinder ihren Freiern zugeführt wurden. Dieses Zimmer war so erschütternd und ergreifend von unserem Ausstatter Bertram Reiter gestaltet, dass uns allen der Atem stockte.

Sie engagieren sich als Botschafterin für die Aktion "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen". Wie kam es dazu?

Das war eine sehr gute, richtige und wichtige Idee von der Werbeagentur, "Tatort"-Kommissarinnen dafür zu gewinnen, und ich bin sehr froh, dass man mich angesprochen hat. Ich will mich auch weiterhin dafür einsetzen, Frauen, die in die Spirale der Gewalt geraten sind, aus der Isolation, den Schamgefühlen und Ängsten rauszuhelfen.

Haben Sie auch schon mal Gewaltanwendung persönlich erlebt?

In jungen Jahren habe ich in der Straßenbahn erlebt, wie ein Jugendlicher einen jungen Burschen mit Brille attackierte und dem Opfer keiner zu Hilfe kam. Aber Gewalt zeigt sich in den unterschiedlichsten Auswirkungen und da geht es nicht nur um körperliche, sondern auch um psychische Gewalt und die ist alltäglicher, als man denkt. Insofern habe ich Gewalt auch schon hautnah erlebt.

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